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Segeberg „Kirche soll das Salz der Erde sein“
Lokales Segeberg „Kirche soll das Salz der Erde sein“
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22:16 09.09.2013
Dr. Daniel Havemann (46) wird am 15. September um 15 Uhr in Bad Segebergs St. Marien vom stellvertretenden Bischof offiziell in sein Amt als neuer Propst des Kirchenkreises Plön-Segeberg eingeführt. Quelle: Foto: Spreer

Er sondiert noch das Terrain: Der neue Propst des Kirchenkreises Plön-Segeberg, Dr. Daniel Havemann, ist noch vorsichtig, wenn er nach seinen Plänen, Veränderungswünschen oder nach seinem politischen Standort gefragt wird. Er müsse erst mal gucken, wie es in Bad Segeberg laufe, es gebe so viele Erwartungen an ihn in dieser für ihn neuen Aufgabe. „Ich brauche erst mal Zeit“, sagt der 46-jährige Vater dreier Kinder. Havemann wird am Sonntag, 15. September, um 15 Uhr in der Marienkirche vom stellvertretenden Bischof Gothart Magaard in sein neues Amt eingeführt.

Havemann ist ein Kind des Ostens. Als Sohn eines Pastors hatte er es in der DDR nicht leicht: Für linientreue Kader war er ein Außenseiter, wurde vielfach benachteiligt, durfte nicht das Abitur ablegen, hat aber auch gelernt, sich durchzubeißen. Es habe in der DDR durchaus Freunde und Nachbarn gegeben, die ihn „normal“ behandelt hätten, sogar anständige Lehrer, die die verordnete Ausgrenzung erträglicher gemacht hätten. „Abhauen war nie ein Thema für mich“, sagt er.

Geboren wurde er in Rostock, aufgewachsen in Boizenburg, Schule in Krakow und Potsdam, Wehrdienst verweigert (dafür musste er 18 Monate als „Bausoldat“ in Prora arbeiten), 1988 Beginn des Theologiestudiums in Rostock (seitdem Fan von Hansa). 1996 bis 1999 Vikariat in Mecklenburgs Landeskirche, 2001 Promotion über „,Der Apostel der Rache‘ — Nietzsches Paulusdeutung“. 2004 dreimonatiger Aufenthalt in den USA, wo er andere Formen des Gottesdienstes kennengelernt hat. Gottesdienste sind für ihn wichtig. Ihr Erfolg bemisst sich für ihn, der mit der Kirchenmusikerin Annette Havemann verheiratet ist, nicht an der Zahl der Kirchgänger. Er ist für ihn „lebensnahe Verkündigung“. Er kann sich vorstellen, „Gottesdienste in neuer Gestalt“ zu feiern, Schwellen abbauen, Ehrenamtler einbinden, ihn als Teamarbeit zu sehen — mit viel Musik.

Ist er frustriert, wenn ihm im Gottesdienst nur ein Häuflein alter Menschen gegenübersitzt? Er hätte die Gotteshäuser zwar gern voller, aber man dürfe Kirche nicht bloß auf Zahlen fixieren — „ich ziehe auch aus anderen Dingen meine Kraft“. Wichtig sei: „Glaube und Kirche sollen lebensrelevant sein. Die Kirche soll das Salz der Erde sein und der Gottesdienst gern fröhlich.“ Denn er sei ja eine Feier. Allerdings soll er kein Event sein, nicht zur Party verkommen.

Als Chef von 34 Pastoren wird man von ihm wissen wollen, wo er steht, wie er neue Fragen beantworten will. So weit ist der sympathische Propst („ich verstehe mich erstmal nicht als politischer Pastor“) noch nicht. Der Frage, ob er homosexuellen Paaren den Segen spenden würden, weicht er aus. Da müsse er erst mal wissen, „wie das hier traditionell gehändelt wurde“, da müssten Kirchengemeinderat und Kirchenkreis einbezogen würden. Immerhin: Er würde sich nicht sperren, es aber auch nicht forcieren.

Die Propstei Segeberg
132 312 Gemeindeglieder hat der Kirchenkreis Plön-Segeberg.

17 Gemeinden gehören allein der Propstei Segeberg an, nämlich Bargfeld, Hamberge-Klein Wesenberg, Leezen, Nahe, Neuengörs, Bad Oldesloe, Pronstorf, Reinfeld, Schlamersdorf, Bad Segeberg, Stuvenborn-Seth-Sievershütten, Sülfeld, Todesfelde, Wahlstedt, Warder, Zarpen.

34 Pastoren sind dort auf 32 Pfarrstellen tätig.

„Abhauen war nie ein Thema.“
Daniel Havemann über die Kindheit in der DDR.

Christian Spreer

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