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Segeberg Kirchenkreis spendet 50000 Euro für Flüchtlinge
Lokales Segeberg Kirchenkreis spendet 50000 Euro für Flüchtlinge
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12:56 22.03.2016
Jens Schwalb (v.l., Johanniter), Propst Daniel Havemann, Synodenpräses Peter Wiegner, Propst Erich Faehling. Quelle: sd
Bad Segeberg

 Davon werden Lebensmittelpakete in Amman gepackt und verteilt.

Die jordanische Kleinstadt an der syrischen Grenze hat etwa 10000 Einwohner, dazu kommen derzeit etwa 5610 Syrer, davon knapp 3000 Kinder, die dort eine Unterkunft gefunden haben. „Jordanische Familien stellen ein bis zwei ihrer Zimmer für die Flüchtlingsfamilien zur Verfügung, manchmal sind es auch eher Ställe“, erklärt Jens Schwalb von der Johanniter-Auslandshilfe. Er ist Fachbereichsleiter und für Südasien und den Nahen Osten zuständig. Vor allem syrische Frauen und Kinder lebten dort. Um die Kinder psychosozial zu betreuen, habe die Auslandshilfe so genannte „Child friendly spaces“ eingerichtet. Räume in Gemeindeeinrichtungen sind kindgerecht gestaltet, Sozialarbeiter und Psychologen arbeiten mit den Kindern, um das Fluchttrauma zu verarbeiten. An die psychosoziale Betreuung angedockt sind seit kurzem die Lebensmittelpakete. „Um Nahrungsmittel müssen sich die Flüchtlinge selbst kümmern“, so Schwalb. Da sie kaum Geld verdienen können und die Lebenshaltungskosten ähnlich wie in Deutschland sind, sind die Carepakete eine wichtige Hilfe. Geflüchtete syrische Studenten haben sich in Amman zu einer kleinen Organisation zusammengeschlossen, um humanitäre Hilfe zu leisten. Die kaufen vor Ort ein und packen die Lebensmittelpakete. „Das stärkt dort die Wirtschaftskraft“, sagt Synodenpräses Peter Wiegner. Außerdem wüssten die, welche Lebensmittel wichtig seien. Um keinen Neid zwischen Einheimischen und Flüchtlingen zu schüren, wird nach jordanischem Recht darauf geachtet, dass bei einem Hilfeprojekt ein Drittel Jordanier bedacht werden. So bekommen etwa 300 jordanische Familien auch ein Carepaket. Die etwa 50 Kilogramm Lebensmittel (Reis, Mehl, Nudeln, Linsen, Bohnen Öl, Zucker und Salz) versorgen eine Familie (fünf bis sechs Menschen) vier bis sechs Wochen.

„Wir unterstützen das Projekt, weil wir auch heimatnah helfen wollen“, so Propst Dr. Daniel Havemann. Die Flüchtlinge im Kirchenkreis seien sichtbar, um die kümmere man sich. Die Flüchtlinge in Jordanien sehe man nicht. Die hätten aber auch Hilfe nötig. Das betonte auch Propstkollege Erich Faehling. „Mit den Johannitern habe ich das Gefühl, die Pakte eins zu eins zu überreichen“, so Faehling. „Und wir freuen uns natürlich über die Spende, um zu helfen“, sagte Matthias Jach, Fundraiser bei der Johanniter-Auslandshilfe.

Die nächste Spende aus dem Kirchenkreis ist in Sicht. Weitere 25000 Euro stellt die Synode zur Verfügung, der Betrag soll durch den gleichen Wert an Geldspenden von Privatleuten aufgestockt werden. 12000 Euro sind so schon auf dem Sonderkonto der Kirche eingegangen.

Von sd

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