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Kita Christiansfelde: Keine Sonderregelungen mehr

Bad Segeberg Kita Christiansfelde: Keine Sonderregelungen mehr

Öffnungszeiten von 6 bis 18 Uhr und flexibel buchbare Betreuungszeiten – diesen Luxus in der städtischen Kita Christiansfelde soll es künftig nicht mehr geben. Zu groß war das Defizit: 1,8 Millionen allein im Jahr 2016. Die Politik will das Betreuungsangebot jetzt herunterschrauben.

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Hohe Kosten: Der städtische Kita-Betrieb mit drei Standorten muss effizienter werden.

Quelle: Foto: Glombik

Bad Segeberg. Ab dem Kita-Jahr 2018/2019 sollen die buchbaren Betreuungsangebote an allen drei Standorten der Bad Segeberger Kita Christiansfelde deutlich gestrafft werden. In der dann neuen Kernzeit von 7.30 Uhr bis 15.30 Uhr können Eltern voraussichtlich Blöcke von sechs beziehungsweise acht Stunden buchen. Wer seine Kinder frühmorgens zwischen 6 und 7.30 Uhr betreuen lassen will oder nach 15.30 Uhr (bis maximal 18 Uhr), muss dies zusätzlich buchen – ebenfalls für den ganzen Block. So empfiehlt es Bad Segebergs Sozialausschuss einstimmig. Hier eine Stunde mehr, da eine weniger, wie es unter der alten Leitung der Fall gewesen war, soll es künftig nicht mehr geben.

Millionendefizit

Der Zuschussbedarf für die Kita Christiansfelde belief sich 2016 auf 1,8 Millionen Euro (Vorjahr 1,56 Millionen). Eine Betreuungsstunde kostete die Stadt im Elementarbereich 4,83 Euro, im Krippenbereich 9,55 und im Hort 7,08 Euro. Elterngebühren sollen eigentlich 33,3 Prozent der Kosten abdecken. Durchschnittlich waren es aber nur 26,76 Prozent (2015: 29,3 Prozent).

„Unter der alten Leitung hat es 1000 Sonderregelungen gegeben, die den Betrieb teuer gemacht haben“, sagt Jens Lichte (SPD), Vorsitzender des Sozialausschusses. Zahlreiche Eltern konnten die Betreuungsstunden nach Bedarf flexibel nutzen. Das war familienfreundlich, aber offenbar nicht wirtschaftlich. Bei der Erstellung der ersten Betriebskostenabrechnung für 2014 war der Stadtkämmerin aufgefallen, dass mit Tausenden bezahlten Betriebsstunden geplant wurde, für die aber keine Einnahmen verbucht worden waren. Die Gruppen waren besonders morgens und abends nicht ausgelastet, das Personal aber wurde trotzdem vorgehalten. Mittlerweile steht die Einrichtung unter neuer Leitung.

Nun starten die Sparbemühungen. Die Verhandlungen mit dem Elternbeirat waren nicht leicht. Es wurde viel diskutiert, berichtete Lichte im Ausschuss am Dienstagabend. Kritik habe es vor allem an der starren Taktung gegeben. Wer sieben Stunden Betreuung in der Kernzeit braucht, muss trotzdem acht zahlen. Gleiches gilt für die Früh- und Abendbetreuung. Auch wer nur eine halbe Stunde benötigt, müsste die ganze Randzeit buchen, etwa 2,5 Stunden abends bis 18 Uhr.

„Der Nachteil ist, dass wir noch nicht wissen, was die einzelne Betreuungsstunde kostet“, so Lichte. Dafür muss erst der Kostenplan für 2018 abgewartet werden. Dieser soll bis März fertig sein, dann muss die Stadt endgültig über die Gebührensatzung entscheiden. Derzeit können 33,3 Prozent der Kosten pro Betreuungsstunde auf die Eltern umgelegt werden. „Dann müssen wir noch einmal mit den Eltern verhandeln“, sagt Lichte. Mit dem Modell sollen aber die Abrechnung vereinfacht und Verwaltungskosten gemindert werden. In anderen Kindergarteneinrichtungen sei die Buchung bestimmter Stundenkontingente auch ganz normal.

Aktuell nutzen 34 Kita- und Krippenkinder die Frühbetreuung, 31 die Spätbetreuung – von insgesamt etwa 300.

Nadine Materne

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