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Segeberg Kita-Erweiterung in Rickling auf der Kippe
Lokales Segeberg Kita-Erweiterung in Rickling auf der Kippe
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20:15 16.12.2017
„Die Kosten für die Berechnung trägt die Gemeinde. Das heißt aber nicht, dass die Erweiterung kommt.“Christian Thomann Bürgermeister
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Rickling

1,2 Millionen Euro soll ein Neubau mit zwei Gruppenräumen plus Sanitäranlagen und Nebenräumen kosten – laut einer ersten Schätzung des Architekturbüros, das für die Kirche als Träger die Kita-Erweiterung plant. „Diesen Auftrag hat die Gemeinde an die Kirche abgegeben“, erläutert Bürgermeister Christian Thomann (ABR) nach einer Gemeinderatssitzung mit „heißen Diskussionen“ um das Thema. Zu hoch erscheint den Gemeindevertretern diese Summe. Von „Prunkbau“ sei unter anderem die Rede gewesen, berichtet Thomann. Nun entschied das Gremium einstimmig, dass genaue Zahlen mit genauen Berechnungen auf den Tisch sollen. Diese zusätzlichen Planungskosten übernimmt die Gemeinde auf Antrag der Kirche. „Das Risiko der Kosten wollte die Kirche nicht eingehen“, begründet Thomann. Denn es sei nicht klar, ob die Kita-Erweiterung tatsächlich zustande komme.

Im Mai hatte der Gemeinderat grundsätzlich entschieden, die Kita erweitern zu wollen. Bis der Neubau steht, sollten eigentlich Container angemietet werden. Die Gemeinde hätte sogar Module der Wahlstedter Container-Kita übernehmen können. Doch die Mietkosten schreckten die Gemeindevertreter ab. 175000 Euro wären schon für die kleine Variante mit einer Gruppe für 24 Monate fällig geworden. 225000 Euro für zwei Gruppen. Außerdem störten sich die Vertreter daran, dass die Container aus baurechtlichen Gründen nicht direkt an die Kita gestellt werden dürfen, sondern nur auf ein abgelegeneres Grundstück.

Nun steht womöglich das ganze Vorhaben Kita-Erweiterung auf der Kippe. 1,2 Millionen Euro sind den Gemeindevertretern zu teuer. Angezweifelt worden seien der Umfang des Vorhabens, schildert Thomann.

Büroräume etwa gebe es doch schon im Hauptgebäude. Fassade, Dachkonstruktion: Gibt es da nicht billigere Varianten, wollten die Gemeindevertreter wissen. Und das wird nun errechnet.

Rickling ist hoch verschuldet. Mit 4,7 Millionen Euro steht die Gemeinde zum Jahresende in der Kreide. Nach zahlreichen geplanten Investitionen weist der Haushaltsentwurf 2018 für nächstes Jahr einen Schuldenstand von 6,7 Millionen Euro aus. Die Gemeinde muss sparen, wo sie kann.

Dass Putz statt Klinker oder ein Flachdach den Baupreis der Kita tatsächlich weit senken, kann sich Thomann kaum vorstellen. Auch am Bauvolumen lasse sich wohl nur wenig ändern. „Das ist ein Neubau und muss wie eine eigene Kita behandelt werden.“ Dazu kommen Sicherheitsstandards, die eingehalten werden müssen. Und auch das abschüssige Gelände mache den Bau nicht leichter, nennt Thomann weitere Preistreiber. Das Gebäude sei teuer, ja. Gleichzeitig aber habe die Gemeinde die Verpflichtung, ausreichend Kita-Plätze zur Verfügung zu stellen. „Die Eltern haben darauf einen Rechtsanspruch.“

Für den 24. Januar ist die nächste Gemeindevertretersitzung angesetzt. Dann liegen vielleicht schon die Zahlen vor, die die Gemeindevertreter für ihre Entscheidung haben wollen. Was auch immer dann geschieht, die geplanten zwei neuen Gruppen sind im nächsten Jahr sicher nicht zu realisieren.

 Von Nadine Materne

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