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Kita-Kinder bauen gesundes Gemüse an

Bad Segeberg Kita-Kinder bauen gesundes Gemüse an

In Blunk entsteht mit drei Kindergärten eine „GemüseAckerdemie“ — Kinder lernen hier den Umgang mit Lebensmitteln.

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Eltern und Kinder von den DRK-Kindergärten Mözen und Klein Rönnau sowie der Tika Blunk pflanzten 25 Gemüsepflanzen.

Bad Segeberg. „Guck mal, ein Regenwurm.“ Stolz zeigt ein Knirps sein Fundstück, das er dem matschigen Boden hinter dem Landhaus Schulze-Hamann entlockt hat. Mit 40 anderen Kindern und Eltern der Tika Blunk und der DRK-Kindergärten aus Klein Rönnau und Mözen brachte er 25 Gemüsesorten in den Boden, um in dem Projekt „GemüseAckerdemie“ im Sommer die Früchte der Arbeit zu ernten.

LN-Bild

In Blunk entsteht mit drei Kindergärten eine „GemüseAckerdemie“ — Kinder lernen Umgang mit Lebensmitteln.

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„Viele Dinge, die man in der Schule lernt, braucht man nie wieder. Aber woher Lebensmittel kommen, wie sie angebaut werden und wie gekocht wird, lernen die Kinder leider immer weniger. Dabei ist das lebenswichtig, das lernt man für das ganze Leben“, sagt Restaurantchefin Angela Schulze-Hamann, die auf einem „SlowFood“-Kongress Dr. Christoph Schmitz kennengelernt hat. Schmitz ist der Initiator des mit Bundesmitteln geförderten Projektes „GemüseAckerdemie“, das bereits in Schulen angelaufen ist. Auf einer Ackerfläche wurden die Schüler zu Gemüsebauern, die Pädagogen wurden mit Unterrichtsmaterial versorgt.

In Kindergärten aber gab es das Projekt noch nicht, bis Angela Schulze-Hamann in Aktion trat. Mit der Gemeinde hatte sie den entsprechenden Bebauungsplan auf den Weg gebracht und so ist hinter ihrem Haus die zweite „GemüseAckerdemie“ entstanden, die von Kindergartenkindern und Eltern bewirtschaftet wird. Das Wässern im Sommer wollen Angela Schulze-Hamann und ihr Team übernehmen. Das Unkrautjäten, Düngen und die Behandlung bei Krankheiten übernehmen die Kindergärten.

„Der Acker ist eigentlich ein veganer Acker. Die Pflanzen sind aus Demeteranbau. Auf zwei Mulchbeeten wird außerdem eigener Dünger erzeugt“, verrät Jennifer Usadel von der „GemüseAckerdemie“. Früh- und Spätkartoffeln, Sellerie, Salat, Kohlrabi, Rote Beete, Steckzwiebeln, Rotkohl und sogar weniger bekannte Gemüsesorten wie Mangold und Haferwurz hatte sie mitgebracht. Kindern und Eltern gab sie zudem Tipps mit auf den Weg. Während der einjährigen Projektphase wird ein Koordinator weitere Ratschläge geben, damit das Gemüse gedeiht und nicht gänzlich von Schnecken und anderem Getier verspeist wird.

Von so viel Emsigkeit auf dem neuen Gemüseacker war auch Dr. Silke Schneider, Staatssekretärin des Landwirtschaftsministeriums begeistert. „Die Erfahrung, dass hinter dem Gemüse im Supermarktregal viel Arbeit steckt, und das Wissen, woher diese Lebensmittel eigentlich kommen, sind viel zu lange vernachlässigt worden. Hier muss sich etwas ändern, damit die Verbraucher von morgen auch ihrer Verantwortung gegenüber den Produzenten — den Landwirten — gerecht werden“, bekannte sie.

Während die Tika Blunk gleich begeistert mitgemacht hat, hatte der zweite Kindergarten am Ort dankend abgelehnt. Stattdessen sind die DRK-Kindergärten in Mözen und Klein Rönnau dabei. Für die Fahrten von Klein Rönnau nach Blunk hatte Angela Schulze-Hamann das Taxiunternehmen „3 x 89“ gewonnen, das ein halbes Jahr lang die Fahrten übernimmt, ansonsten fahren die Eltern. Die AOK beteiligt sich mit einer Spende von 500 Euro. Und die engagierte Restaurantchefin hat noch mehr mit den Kindern vor: „Ich kann mir vorstellen, mit ihnen einmal im Monat einen Kochtag einzulegen.“

Kooperation mit Schulen

Ein Besuch von Schülern auf dem elterlichen Bauernhof zeigte dem Wissenschaftler Dr. Christoph Schmitz vor allem eins: Immer weniger Kinder wissen, wo ihre Lebensmittel herkommen und noch weniger haben selbst einmal Gemüse angebaut. Er entwickelte das schulbegleitende Programm „GemüseAckerdemie“, dessen Ziel es ist, den Kindern und Jugendlichen die fünf Bildungsprinzipien „Learning by doing“, Sozialkompetenz und Persönlichkeit, Ganzheitlichkeit, intergenerationelles Lernen zu vermitteln. Damit sollen die Kinder nicht nur kritische Verbraucher werden, sondern auch den Wert gesunder und frischer Lebensmittel schätzen lernen. Nach Kooperationen mit Schulen wird das Projekt auch in Kindergärten umgesetzt. Weitere Infos gibt es unter www.gemüseackerdemie.de. pd

Von Petra Dreu

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