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Kitas zu „Forschungszentren“ machen

Bad Segeberg Kitas zu „Forschungszentren“ machen

Versuch macht klug: Vor allem dann, wenn Kindern auf spannende Weise Naturwissenschaften vermittelt werden - die Berliner Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ hat sich nun im Kreis Segeberg vorgestellt.

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Zum Nachmachen empfohlen: Franziska Müller (v.l.), Andrea Baum, Antje Möller und Dr. Annette Stöldt erfahren anhand eines simplen Versuchs, wie „schwer“ Zeitungspapier sein kann.

Quelle: Spreer

Bad Segeberg. Versuch macht klug: Diese Binsenweisheit bewahrheitet sich immer wieder. Vor allem dann, wenn Kindern auf spannende Weise Naturwissenschaften vermittelt werden. Und das sollte schon im Kindergartenalter geschehen — das meint zumindest die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“, die von Berlin aus diesen Ansatz in deutsche Kindergärten tragen will.

Wenn es nach Franziska Müller, Andrea Baum, Dr. Annette Stöldt und Antje Möller geht, dann sollte jeder Kindergarten zum „Haus der kleinen Forscher“ werden. Die vier Frauen bemühen sich nach Kräften, dieses Ziel zu erreichen. Zum Beispiel am Montag in der Bad Segeberger Jugendakademie. Dort haben sie 30 Erzieherinnen motiviert, die ihnen anvertrauten Kinder zu kleinen Forschern zu machen. Das Rüstzeug dazu haben die vier Trainerinnen gleich mitgeliefert.

Sie wissen: „Naturwissenschaften sind nicht immer der beliebteste Stoff“, so Franziska Müller. Umso wichtiger ist, dass Erzieherinnen ihre eventuelle Aversion dagegen nicht an die Kinder weiterreichen. Die seien nämlich von Natur aus neugierig und wissbegierig. Gerade bei Naturwissenschaften — wenn die spannend vermittelt werden. Da kommen die vier Frauen ins Spiel. Die haben reichlich Versuche, Experimente und Rätsel im Gepäck.

Andrea Baum: „Bei der Stiftung arbeiten Profis, die genau solche Impulse entwickeln, die Kindern Spaß machen und sie neugierig werden lassen.“ Antje Möller: „Wir lernen bei denen und geben unser Wissen an die Erzieherinnen weiter.“ Wasser, Luft, Optik und Akustik — das stecken tolle spielerische Forschungsmöglichkeiten drin. Ein simples Beispiel: Jeder Teilnehmer erhält ein Plastikröhrchen.

Sie sind unterschiedlich lang. Schlägt man mit einem der beiden Endlöcher auf die Innenhand, gibt es einen Ton. Der ist umso höher, je kürzer das Röhrchen ist. Gemeinsam kann man damit eine Melodie entwickeln und diese gemeinsam erklingen lassen. Am Montag wollten die Trainerinnen mit den Erzieherinnen „Morgen kommt der Weihnachtsmann (!) spielen“ . . .

Verblüffend auch ein weiterer Versuch. Durch ein Stück Pappe, circa 20 mal 20 Zentimeter, wird ein Loch gepiekst und ein Band (ungefähr ein Meter lang) hindurchgeführt. Unter der Pappe wird das Band verklebt. Hebt man nun am Band die Pappe an, löst sie sich leicht vom Boden. Ganz anders ist der Effekt, wenn über die Pappe eine Doppelseite Zeitungspapier gelegt wird. Dieses lässt sich komischerweise nur schwer anlüpfen. Wie kommt das? So kann man Unterdruck, Saugeffekt, Luftwiderstand erklären. Kinder mögen so was, sagt Dr. Annette Stöldt. Garantiert.

Seit zehn Jahren gibt es die gemeinnützige Stiftung „Haus der kleinen Forscher“. Hinter ihr stehen das Bundesbildungsministerium, die Helmholtz-Gesellschaft, die Siemens-Stiftung, die Dietmar-Hopp-Stiftung und die Deutsche Telekom-Stiftung. Sie alle wollen, dass unsere Kinder schon im Kita-Alter an Naturwissenschaften herangeführt werden. Nicht als „Kaderschmiede“ für künftige Chemiker, Physiker oder Techniker, sondern als aufgeklärte und interessierte Kinder, die früh erfahren, dass Technik, Wissenschaft und Forschung nichts Diffuses sind, sondern etwas, das den Horizont erweitert und Spaß macht.

Infos zu weiteren Schulungsterminen gibt es bei: Andrea Baum, Netzwerkkoordinatorin Schleswig-Holstein Ost, c/o IHK Lübeck, Telefon 0451/6006211.

Eine Idee setzt sich durch

4400 Kitas, Horte und Grundschulen haben das Zertifikat „Haus der kleinen Forscher“ erhalten. Pädagogische Fachkräfte aus rund 25200 Horten, Kitas und Grundschulen haben am Fortbildungsprogramm der Initiative teilgenommen.

200 Netzwerkpartner tragen die Ziele, zum Beispiel Interesse an Forschung und Entdeckergeist zu fördern, mit — zum Beispiel Kommunen, Kita-Träger, Wirtschaftsverbände, Science-Center, Museen und Unternehmen.

Von Christian Spreer

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