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Segeberg Kiwanis wirbt um Vormunde für junge Flüchtlinge
Lokales Segeberg Kiwanis wirbt um Vormunde für junge Flüchtlinge
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18:24 14.05.2016

„Niemand anderes kann so leicht integriert werden wie Kinder und Jugendliche“, sagt Uwe Harms, Sekretär des Kiwanis-Clubs Bad Segeberg. Häufig aber haben Jugendliche, die entweder ohne Eltern nach Deutschland gekommen sind oder die ihre Angehörigen verloren haben, keine guten Startbedingungen. Kiwanis will gemeinsam mit dem Kreisjugendamt und dem Deutschen Kinderschutzbund bei einer Podiumsveranstaltung am Dienstag, 24. Mai, dafür werben, dass mehr Segeberger die private Vormundschaft für jugendliche Flüchtlinge übernehmen. Beginn ist um 19.30 Uhr im Hotel Residence, Krankenhausstraße 4.

Manfred Stankat wird am 24. Mai über das Thema informieren.
Uwe Harm bittet Segeberger, eine Vormundschaft zu übernehmen.
Manfred Stankat wird am 24. Mai über das Thema informieren.

„Niemand anderes kann so leicht integriert werden wie Kinder und Jugendliche.“Uwe Harm, Sekretär des Kiwani-Clubs in Bad Segeberg

Wegen einiger Fälle, die gründlich daneben gegangen sind, wurde im vergangenen Jahr verfügt, dass ein Amtsvormund nicht mehr als 50 Fälle zu bearbeiten habe. Doch seit der Welle jugendlicher Flüchtlinge lässt sich diese Zahl nicht mehr einhalten. „Die Marge von 50 Jugendlichen pro Amtsvormund ist schon schlimm genug – das bedeutet in der Praxis, dass viele Jugendliche nur alle drei Monate Kontakt zu ihrem Vormund haben“, sagt Harm.

Zur aktuellen Lage unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge wird bei der Podiumsdiskussion Manfred Stankat, Leiter des Jugendamtes, Stellung nehmen, unter anderem zu Fallzahlen und der Anzahl der amtlichen und ehrenamtlichen Vormundschaften. Dargestellt werden soll auch der Ablauf des Asylverfahrens von der Registrierung bis zur Vormundschaft sowie die Unterstützung durch Behörden und andere Organisationen. Für den deutschen Kinderschutzbund wird Lars Petersen teilnehmen. Auch eine Segeberger Familie, die gleich für zwei minderjährige Flüchtlinge die Vormundschaft übernommen hat, wird vertreten sein.

In Deutschland sind bis Anfang 2016 um die 60 000 minderjährige Flüchtlinge eingewandert. Davon sind zehn Prozent, also 6000 Jungen und Mädchen „verschwunden“, dass heißt: nach Skandinavien weitergereist, unangemeldet zu Verwandten gezogen oder als billige Hilfskräfte untergetaucht. Allerdings sind diese Statistiken nicht sehr belastbar, weil viele Jugendliche sich doppelt registrieren ließen, manchmal auch unter falschem Namen. Typische Probleme bei der Integration, was Sprache, Bräuche, Religion, Familienbild oder Schule angeht, sollen an diesem Abend auch diskutiert werden. Und darüber wie man mit Traumatisierungen der Jugendlichen aufgrund von Kriegsgeschehen oder Flucht umgehen muss, soll gesprochen werden.

Der Kiwanis-Club Bad Segeberg unterstützt seit seiner Gründung 1992 gemeinnützige Projekte. Podiumsveranstaltungen gab es in jüngster Zeit zu den Themen Lesen und Schreiben sowie Cybermobbing.

Schwerpunkt der Dachorganisation ist unter dem Motto „Serving the children of the world“ die Hilfe für schutzbedürftige oder benachteiligte Kinder. Weitere Informationen zur Veranstaltung über Uwe Harm, Tel. 0171/ 89 52064.

Lothar Hermann Kullack

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