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Segeberg Klage gegen A-20-Weiterbau: Richter rügen Planungsfehler
Lokales Segeberg Klage gegen A-20-Weiterbau: Richter rügen Planungsfehler
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12:46 23.10.2013
 Das mit 20 000 Tieren 14 verschiedener Arten größte deutsche Fledermaus- Winterquartier in den Segeberger Kalksteinhöhlen, braucht passgenaue Schutzmaßnahmen, fordert der NABU. Quelle: Archiv
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Leipzig/Kiel

 So habe der Landesbetrieb Verkehr sich nur unzureichend mit dem Fledermaus-Schutz auf dem Zehn-Kilometer-Stück zwischen Weede und Wittenborn befasst.Das ist Wasser auf die Mühlen der Umweltverbände BUND und Nabu. Sie fürchten um das mit 20 000 Tieren 14 verschiedener Arten größte deutsche Fledermaus- Winterquartier in den Segeberger Kalksteinhöhlen, fordern passgenaue Schutzmaßnahmen. Die Höhlen liegen nur wenige Hundert Meter von der Trasse entfernt. 400 000 Fledermausflüge werden jedes Jahr vor den Höhlen gezählt.

Der Landesbetrieb hat deshalb auch an mehreren Stellen der Strecke Querungshilfen für Fledermäuse geplant – aber offensichtlich ohne die genauen Flugrouten der Tiere zu kennen. „Man hätte die Anzahl der Fledermäuse wissen müssen, die jeweils bestimmte Flugrouten nutzen, um einschätzen zu können, welche Schutzmaßnahmen sinnvoll sind“, kritisierte der Vorsitzende Richter Wolfgang Bier. Dirk Bernotat vom Bundesamt für Naturschutz urteilte, die vom Landesbetrieb gewählte Untersuchungsmethode entspreche „nicht dem Stand der Technik und den wissenschaftlichen Erkenntnissen“. Die geplanten Querungshilfen genügten nicht dem Artenschutz und dem Tötungsverbot von geschützten Fledermäusen.

Am 6. November wollen die Richter ihr Urteil verkünden. Kiels Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) gibt sich gelassen. „Wir sind gut vorbereitet in das Verfahren gegangen“, sagt sein Sprecher. Man sei zuversichtlich, dass die Klagen abgewiesen werden. Bei der Opposition setzt man auf das Prinzip Hoffnung. „Ich gehe davon aus, dass die Planer gute Arbeit geleistet haben und hoffe, dass der Weiterbau sehr zeitnah voranschreiten kann“, sagt Christopher Vogt (FDP). Der CDU-Verkehrspolitiker Hans-Jörn Arp würde eine weitere Verzögerung des Ausbaus für eine „Katastrophe für Schleswig-Holstein und den gesamten Norden“ halten. Meyer habe den Gegnern noch mit kurzfristigen Änderungen an den Plänen neue Argumente geliefert. Der Grüne Andreas Tietze bemängelt: „Hier ging offenbar wieder Geschwindigkeit vor Gründlichkeit.“ Die A 20 werde jetzt wohl kaum noch, wie geplant, bis 2017 bis zur A 7 fertiggebaut werden können.

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