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Klage gegen neue Stromtrasse?

Henstedt-Ulzburg Klage gegen neue Stromtrasse?

Gemeinde Henstedt-Ulzburg wehrt sich gegen Bau der Ostküstenleitung.

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Allianz der Gegner: Sie wollen sich mit allen Mitteln dagegen wehren, dass die Pinnauwiesen durch die 380-KV-Stromtrasse beeinträchtigt werden.

Quelle: Foto: Fuchs

Henstedt-Ulzburg/Kiel. Der Widerstand gegen die geplante, sogenannte Ostküstenleitung der neuen 380000-Volt-Stromtrasse formiert sich in geballter Form in Henstedt-Ulzburg. „Notfalls werden wir dagegen klagen“, kündigte Bürgermeister Stefan Bauer an, unter dessen Führung sich jetzt 23 Grundstückseigentümer zusammengetan haben, die vom Bau dieser teilweise unterirdischen Stromtrasse betroffen sein werden. Die Leitung soll den Windstrom von der Ostsee schneller in die Industriezentren im Süden leiten, als die bisherigen 220

000-Volt-Verbindungen.

Noch läuft zwar das Planfeststellungsverfahren für den Bau der Ostküstenleitung. Doch die Gemeinde erwarte darin nicht, dass ihre Interessen und die der unmittelbaren Nachbarn berücksichtigt werden.

Zu sehr habe sich Umweltminister Robert Habeck für dieses Projekt stark gemacht, der vor einem Jahr bereits die direkte Überquerung der Stromleitungen eines Waldkindergartens bei seinem Besuch in Henstedt-Ulzburg als hinnehmbar verteidigte. „Es ist nicht davon auszugehen, dass unseren Einsprüchen gefolgt wird, denn zuständig dafür ist das Ministerium – und damit der Auftraggeber“, argumentiert Bürgermeister Bauer. „Aber im nächsten Schritt muss der Netzbetreiber Tennet vor einem neutralen Gericht Rede und Antwort stehen. Und da wird es dann sicherlich schwieriger mit einigen Antworten“, ist Bauer überzeugt.

20000 Euro habe die Gemeinde bereits als finanzielles Polster für einen möglichen Rechtsstreit gesammelt, sagt der Verwaltungschef. Auch eine erfahrene Verwaltungsrechtlerin unterstütze die Interessen der Gemeinde. Mut mache zudem ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg, das im Oktober 2016 nach vier Jahren Prozess einem Grundstückseigentümer Recht zugesprochen und den Netzbetreiber dazu verurteilt hatte, die bereits errichteten 380-KV-Leitungen wieder abzubauen.

Unterstützung bekommt die Widerstandsfront in der Großgemeinde, der sich alle politischen Ratsfraktionen angeschlossen haben, auch von ihrem ehemaligen Bürgermeister und Landtagsabgeordneten Volker Dornquast. Er plädiert dafür, die Ostküstenleitung nicht quer über seine Heimatgemeinde, sondern entlang der geplanten Autobahn-20-Trasse und somit weiter nördlich bei Bad Bramstedt zu errichten.

„Diese viel bessere Lösung ist bislang überhaupt nicht untersucht worden“, wundert sich Dornquast, der jetzt für die CDU im Landtag sitzt. „Das ist ein Rechtsfehler.“

Und auch die betroffenen Anlieger wehren sich gegen den Bau der neuen Höchstspannungsleitungen vor ihrer Haustür. „Unser Grund und Boden verliert dadurch sehr viel an Wert“, glaubt Anneliese Pruns.

Und Dirk Rohlfing kritisiert den enormen Eingriff in die Natur. So sollen 280 000 Tonnen Erde bewegt und 1400 Meter Knicks verschwinden, um die Stromleitungen direkt an den Pinnauwiesen unter die Erde zu bringen. „Das ist doch totaler Wahnsinn, der da gemacht wird“, ärgert sich Rohlfing. Dass der Kisdorferwohld ein anerkanntes, zu schützendes Flora-Fauna-Habitat-Gebiet ist, scheine den grünen Umweltminister nicht weiter zu stören, ist ein weiteres Argument der Stromleitungsgegner in Henstedt-Ulzburg.

bf

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