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Klassik und Picknick in idyllischer Atmosphäre

Pronstorf Klassik und Picknick in idyllischer Atmosphäre

Das Musikfest auf dem Lande in Pronstorf im Rahmen des Schleswig-Holstein-Musikfestival entzückte wieder Hunderte Besucher.

NDR-Moderatorin Jessica Schlage (r.) im Gespräch mit Žilvinas Brazauskas und Violetta Khachikyan.

Pronstorf. Die Musikfeste auf dem Lande sind beliebt bei den Besuchern des Schleswig-Holstein Musikfestivals. Zum einen ist da die vielschichtige Auswahl an Musikrichtungen, zum anderen das wunderschöne Ambiente der Gutshöfe des Landes und das gemütliche Picknick in den Pausen. Außerdem darf es während der Konzerte ein wenig legerer zugehen. Das war auch beim gut besuchten Musikfest-Wochenende in Pronstorf der Fall.

LN-Bild

Das Musikfest auf dem Lande in Pronstorf im Rahmen des Schleswig-Holstein-Musikfestival entzückte wieder Hunderte Besucher.

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Finale am 17. August

Noch einmal macht das Schleswig- Holstein-Musikfestival in diesem Jahr in Pronstorf Station: Am 17. August kommen „The Philharmonics“ auf das altehrwürdige Gut im Kreis Segeberg. Das Programm der Gruppe heißt dabei: „Joseph Haydn meets The Philharmonics“.

Einige Zuhörer wechselten vom Konzertsaal ins Freie, um dort mit einem Sonnenstrahl auf der Nase die Musik zu genießen. Andere schossen Selfies oder daddelten ein Spiel auf dem Smartphone. Eine Frau hatte dabei vergessen, das Telefon später wieder auf lautlos zu stellen, so dass während das Trio Arey um Verena Chen (Violine), Sarina Dagmar Zickgraf (Viola) und Indira Rahmatulla (Violoncello) Franz Schubert spielte, plötzlich die Sirene eines Feuerwehrautos durch den Konzertsaal dröhnte. Viele Besucher nahmen die Vergesslichkeit ihres Mitmenschen gelassen – andere nicht. Sie brüllten und regten sich fürchterlich darüber auf. Es sollte der einzige negative Aspekt eines ansonsten gelungenen Wochenendes bleiben.

Gehörten die Nachmittage Streichinstrumenten, Klavier, Klarinette und der klassischen Musik, war der Samstagabend der Stimme reserviert. Die französische Sängerin Dany Tollemer und ihre Band - Guido Allgaier (Gitarre), Stefan Engelmann (Kontrabass) und Sebastian Voltz (Klavier) entführten das Publikum in eine Welt von Edith Piaf, Charles Aznavour und Jacques Brel. Temperamentvoll und charmant führte die Sängerin durch die Stunde und gab kurze Inhaltsangaben zu den Liedern. Die kleine, zierliche, quirlige Sängerin bezog ihre Zuhörer ein und ließ einige Refrains mitsingen. Bei „Milord“ von Edith Piaf schnappte sich Dany Tollemer einen Herrn aus dem Publikum, zog ihn mit auf die Bühne und tanzte mit ihm. „Ich bin extra aus Osnabrück angereist, um die Chansons zu hören. Doch der Tanz eben, das war der Höhepunkt des Abends“, sagte Bernd Bücher und strahlte. Weiter ging es mit A-capella. Für das erkrankte Quartett „Delta Q“ war die Gruppe „Voxid“ eingesprungen, die das Publikum mit Pop begeisterte.

Und was wäre ein Musikfest ohne das Picknick in den Pausen. Herzhafte und süße Leckereien gab es überall zu probieren. Zum Bespiel die leckerer Feigentorte der Familie Kabel aus Heiderfeld, die mit Verwandten seit vielen Jahren die Musikfeste besucht. Pikante Kalbsschnitzel mit Parmesan gab es dagegen bei acht Freundinnen aus Frankreich, Österreich, Hartenholm und Klein Rönnau. „Es ist sehr schön hier, für nächstes Jahr haben wir uns bereits verabredet“, erzählten die Österreicherinnen, die aus dem verwunschenen Waldviertel angereist waren.

Tonstudio gegen Leinwand getauscht

Wer kennt sie nicht, die „Drei Fragezeichen“, die „Fünf Freunde“ oder „TKKG“? Dass das so ist, ist der Verdienst von Heikedine Körting-Beurmann. Mit ihren Hörspielen hat sie für den enormen Bekanntheitsgrad der jungen Detektive unter Kindern und Erwachsenen gesorgt. Auf Gut Pronstorf tauschte sie nun Tonstudio gegen Leinwand und beteiligte sich mit ihrem Bruder Hans (Foto) und Freundin Nina Minninger an der Malaktion der Hamburger Künstlerin Nina Hotopp. Besucher des Musikfestes auf dem Lande sollten malen, was sie damit verbinden. Das tat die Hörspielproduzentin – versteckte aber natürlich auch eine kleine Anspielung auf die „Drei Fragezeichen“ auf der Leinwand.

Räuberpack im Pronstorfer Wald

Dass es im Wald von Pronstorf gefährlich zugehen kann, zeigten etwa ein Dutzend Kinder am Ende des Musikfestes auf dem Lande. Denn der Schlussapplaus gehört den Kindern, die Lust und Mut haben, ein kleines Musiktheater einzustudieren, während ihre Eltern den Konzerten lauschen. Lotte Schwarz und Jantje Fischhold musizierten mit ihnen. Ausgehend vom französischen Volkslied „Im Walde von Toulouse“ sangen und spielten sie die Geschichte vom Räuberpack in Pronstorf, das zwei Reiterinnen überfällt und deren Geldbörsen verlangt. Zum Glück ist die Polizei in der Nähe, rettet die Reiterinnen und bringt die Räuber hinter Gitter.

Der Mann, der auch ohne Noten zaubert

Schwarzer Mantel, Hut, Stock und Steampunkbrille: auf den ersten Blick wirkt Roland Henning nicht wie ein Zauberer. Doch er bringt Jung und Alt mit seinen Tricks zum Staunen und Lachen.

Weder eine sexy Gehilfin, die die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf sich lenkt, noch Zaubersprüche sind nötig – der Berufszauber verfügt über eine große Fingerfertigkeit. So hält er am Rande des Musikfestes plötzlich ein Stück Seil mit vier Enden in den Händen oder lässt einen kleinen Ball von der Hand eines Erwachsenen in die eines Mädchens wandern. Das ist total überrascht, hat es nun plötzlich zwei Bälle in der Hand. „Das ist Verzaubern“, sagt Henning. sd

Weitgereister Besuch aus Amerika

Steven Veit aus dem Napa-Valley/Kalifornien und 14 weitere Amerikaner waren beim Musikfest zu Gast. Die Reisegruppe gehört dem Verein The Friendship Force Napa-Sonoma/California an und ist zwei Wochen zu Besuch in Deutschland. Sieben Tage sind sie bei Vereinsmitgliedern untergebracht, danach geht es weiter nach Niedersachsen. Der Besuch in Pronstorf gehörte mit zum abwechslungsreichen Besuchsprogramm. „Das Ambiente ist hier wundervoll, wir haben auch einige Gutshöfe, aber sie sind kleiner. Dafür haben wir in Napa-County 500 Weingüter“, sagt Steven Veit. Die Mischung aus Musik, Picknick und dem Zusammensein mit Musikfans seien ein besonderes Erlebnis. sd

Sd Silvie Domann

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