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Segeberg Klein Rönnau: Wall stürzt weiter ein
Lokales Segeberg Klein Rönnau: Wall stürzt weiter ein
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22:12 10.01.2018
Den Durchgang zum Wohngebiet hatte die Gemeinde vor Weihnachten nur vorsorglich gesperrt. Inzwischen hat der Wall jedoch auch dort nachgegeben. Quelle: Fotos: Petra Dreu
Klein Rönnau

Bongossiholz hält theoretisch ewig. Doch die Ewigkeit ist jetzt erreicht. Der Lärmschutzwall ist uns buchstäblich vor die Füße gefallen“, sagte Bürgermeister Dietrich Herms während des Neujahrsempfangs am Sonntag im Haus Rönnau. Bereits nach dem ersten Einsturz des Walls am dritten Adventssonntag neben dem Feuerwehrhaus hatte Herms vorsorglich auch den Durchgang zur Wohnsiedlung der Häuser Am Plöner Eck sperren lassen. Das fanden jedoch nicht alle Anwohner gut. „Manche meinen, die Sperrung des Durchgangs sei völlig übertrieben. Das sehe ich nicht so. Es ist viel zu gefährlich. Wer dadurch geht, muss mit einer Anzeige rechnen“, kündigte Herms an.

Bereits am 3. Advent war der Lärmschutzwall am Feuerwehrhaus an einer Stelle zusammengebrochen. Inzwischen ist der eingestürzte Bereich doppelt so groß. Auch der zunächst vorsorglich gesperrte Durchgang zur Wohnsiedlung ist inzwischen nicht mehr passierbar.

Was der Bürgermeister während des Neujahrsempfangs noch nicht wusste: Seine vorsorgliche Absperrung war keinesfalls übertrieben, sondern genau richtig, denn auch dort hatte der Wall zwischenzeitlich nachgegeben und den Durchgang unpassierbar gemacht. Unmittelbar daneben sind weitere Stellen auszumachen, an denen das stützende Bongossiholz bereits gebrochen ist. Auch dort dürfte es nur noch eine Frage der Zeit sein, bis das morsche Holz die vom Regen getränkten und schweren Erdmassen nicht mehr halten kann.

„Ich habe die neuen Schäden erst nach dem Empfang gesehen und glaube nicht, dass es dabei bleiben wird. Da könnte uns noch mehr bevorstehen“, befürchtet Dietrich Herms, der bereits nach der ersten schadhaften Stelle das Amt Trave-Land damit beauftragt hatte, in den alten Bauunterlagen nach Details zu suchen, die vor drei Jahrzehnten ausschlaggebend für die Errichtung des Lärmschutzwalls waren.

Errichtet wurde der Erdwall 1988 als Lärmschutz für die Anwohner der Wohnsiedlung an den Sportanlagen, die durch den Spielbetrieb nicht gestört werden sollten. Der nun bröckelnde Wall reicht von der Einfahrt des Parkplatzes für die Sportler, Feuerwehrleute und Besucher bis zum Haus Rönnau.

Kurz vor Weihnachten hatte die Gemeinde noch gehofft, das Loch im Wall durch eine Lärmschutzwand stopfen zu können. Daran ist jetzt aber wohl kaum noch zu denken. „Der Wall wird uns sicherlich noch länger beschäftigen“, so der Bürgermeister, der inzwischen befürchtet, dass der komplette Wall abgenommen und erneuert werden muss. „Wenn wir Pech haben, müssen wir ganz neue Lärmschutzgutachten in Auftrag geben“, befürchtet der Bürgermeister. Er hofft auf erste Lösungsvorschläge zur nächsten Sitzung der Gemeindevertretung, die sich am 1. Februar um 20 Uhr im Haus Rönnau trifft.

 Von Petra Dreu

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