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Segeberg Klinik-Mitarbeiter streiken für mehr Geld
Lokales Segeberg Klinik-Mitarbeiter streiken für mehr Geld
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21:20 08.03.2016
Mitarbeiter der Paracelsus-Klinik in Henstedt-Ulzburg traten in den Ausstand, um für mehr Lohn zu demonstrieren. Quelle: bf

Ausstand gestern Mittag in der Paracelsus-Klinik in Henstedt-Ulzburg. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte die 400 Mitarbeiter des Krankenhauses zum Streik in der Mittagspause aufgerufen, um gegen die Verhandlungsführung der Konzernleitung in Osnabrück zu protestieren, die eine Einigung für eine bessere Bezahlung der Beschäftigten verschleppe.

„Wir verhandeln bereits seit 14 Monaten, bislang ohne Ergebnis“, kritisiert Verdi-Bezirksfachbereichssekretärin Imke Wriedt diese Konzernstrategie, die auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werde. „Es ist wirklich bitter, dass es nicht vorangeht und von der Geschäftsführung so verzögert wird“, sagt Betriebsratsvorsitzende Gisela Bettin.

Die Konzernleitung dagegen teilt mit, dass sie auch nach sieben Verhandlungsrunden am Ziel festhalte: „Wir wollen unserer tarifvertraglichen Verpflichtung zu einem einheitlichen Entgelttarifvertrag mit Eingruppierungsordnung für das gesamte Unternehmen nachkommen“, so der für Personal zuständige Geschäftsführer Frank Thörner im Unternehmen, das bundesweit 25 Krankenhäuser- und Reha-Kliniken betreibt. „Wir wollen, dass dieser Vertrag für beide Seiten zufriedenstellend ist.“ Am morgigen Donnerstag gingen die Tarifverhandlungen für alle 5000 Beschäftigten der Paracelsus-Gruppe in Osnabrück in die achte Runde.

Was die Beschäftigten in Henstedt-Ulzburg besonders stört, sei die inzwischen erheblich schlechtere Bezahlung der Mitarbeiter in der Paracelsus-Klinik im Vergleich zum Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes. „Der Unterschied beträgt inzwischen durchschnittlich zwölf Prozent. Das macht etwa 300 Euro monatlich brutto aus“, klagt Verdi-Sekretärin Imke Wriedt. Die Beschäftigten hätten ohnehin eine schwierige Zeit ertragen müssen, seit die Paracelsus-Klinik in Kaltenkirchen vor vier Jahren geschlossen wurde. „Mit ihrem Verzicht auf einen Teil des Einkommens hat die Belegschaft die Sanierung der Paracelsus-Kliniken ermöglicht.

Die letzte Anhebung der Vergütung sei bereits vier Jahre her. Danach galt der Zukunftssicherungstarifvertrag, der die Sanierung des Konzerns ermöglichte, aber im Oktober vorigen Jahres ausgelaufen sei.

„Wir fordern eine Anhebung der Entgelte um 7,5 Prozent für die Beschäftigten der Paracelsus-Klinik in Henstedt-Ulzburg, mindestens aber 150 Euro mehr monatlich, und das rückwirkend zum 1. November 2015“, sagte Gewerkschaftssekretärin Wriedt.

Diese Forderung gelte auch für Auszubildende. „Zudem fordern wir den Abschluss eines einheitlichen Konzern-Entgelttarifvertrages bis Ende März.“ Diese Forderung nach einer gleichmäßigen Anhebung von 7,5 Prozent mehr Lohn sei allerdings von Verdi erst im Januar in die Verhandlungen neu eingebracht worden, sagt Geschäftsführer Thörner. Den Vorwurf der Gewerkschaft, die Verhandlungen würden vom Arbeitgeber bewusst verzögert, weist Peter Schnitzler, Sprecher der Geschäftsführer, zurück: „Einen Vertrag dieser Größenordnung und mit dieser Komplexität kann man nicht eben in zwei bis drei Verhandlungsrunden abschließen.“ bf

LN

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