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Knick-Streit geht in die nächste Runde

Bad Segeberg Knick-Streit geht in die nächste Runde

Anlieger hat eine Anzeige erhalten, weil er die Hecken gänzlich rodete — Posse um „Dornröschen-Weg“ beschäftigt Stadt seit Jahren.

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Klaus Bülck von der Wählergemeinschaft BBS („Das ist wie beim Kasperletheater“) machte den Knickstreit öffentlich.

Quelle: Fotos: Glombik

Bad Segeberg. . Der Ärger um Bad Segebergs „Dornröschen-Weg“ reißt nicht ab: Stadtverwaltung und Anlieger streiten seit Jahren darum, wer den Knick an der K 7 schneiden muss, damit der Bürgersteig nicht gänzlich im Dschungel verschwindet. Nun ist nach Meinung der Stadt zwar eindeutig geklärt, dass der auswuchernde Knick nicht der Stadt, sondern den privaten Eigenheimbesitzern gehört — doch jetzt gibt‘s noch mehr Ärger. Die Stadt musste die Untere Naturschutzbehörde verständigen, weil einer der Anlieger den geschützten Knick nicht nur wie verlangt beschnitten, sondern auf etwa 13 Meter gänzlich gerodet hat. Zu viel des Guten.

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Hier wurde der Knick nicht geschnitten, sondern gleich ganz entfernt. Robin Arne Otten von der Stadt meldete den Knickfrevel beim Kreis.

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„Wer nimmt hier endlich die Heckenschere in die Hand?“, fragten die LN bereits im Juli. An der Kreisstraße K 7, Höhe Einkaufszentrum Aldi/Edeka bei Christiansfelde hatte die Stadt vor Jahren einen komfortablen Geh- und Radweg angelegt, doch der ließ sich kaum mehr nutzen. Brombeeren, Wildrosen und Wildkräuter wucherten den Weg immer mehr zu. Auf dem ursprünglich 2,60 Metern breiten, gepflasterten Streifen konnten kaum noch Radfahrer unfallfrei aneinander vorbeifahren. Nur ein Meter Wegbreite war nutzbar, der Rest auf bald 100 Metern Länge von der Natur zurückerobert.

Stadtvertreter Klaus Bülck von der Wählergemeinschaft BBS („Das ist wie beim Kasperletheater“) kümmerte sich um den Fall. Mehrere städtische Ämter sind seit Jahren mit dem „Dornröschen- Weg“

beschäftigt. Ein Gutachter, der die städtischen Wege unter die Lupe nimmt, hatte offiziell ein Zurückschneiden der Vegetation empfohlen. Ein Vermessungstechniker musste nachmessen, weil Anlieger monierten, dass zwischen Rückseite ihres Grundstücks und Gehweg ein Streifen, kaum einen Meter breit, der Stadt gehöre. Robin-Arne Otten vom Bad Segeberger Bauamt bestätigte den LN, dass ein etwa 20 Zentimeter schmaler Streifen am Bürgersteig der Stadt gehöre. Es sei aber eindeutig, dass der Knick, der mit seinen langen Trieben den Fußweg zuwächst, eindeutig den Anliegern gehöre. Einige wehrten sich dagegen mit Händen und Füßen, berichtet Otten. „Wir haben mit Hilfe eines Vermessungsbüros nachgewiesen, dass der Knick eindeutig den Anliegern gehört.“

Der schon seit über drei Jahren andauernde Schriftverkehr mit Hausverwaltungen und Grundstückseigentümern füllt schon einen Aktenordner. Derweil wurden die dornigen Ranken auf dem „Dornröschen-Radweg“ immer länger. Von dem Licht der Straßenlaternen auf dem Teil der Straße war kaum noch etwas zu sehen, sie waren völlig zugewachsen. Das sei eindeutig Verschwendung von Steuergeldern. Schließlich wurde vor Jahren viel Geld in den Geh- und Radweg gesteckt, so Otten Trotz Mahnungen habe inzwischen nur ein Anlieger, so Otten, das „vorbildlich gemacht und eine von ihm beauftragte Gartenbaufirma den Knick fachlich richtig auf den Stock gesetzt“. Dort ist der Weg wieder frei. Ein weiterer Grundstückseigentümer habe bislang nicht reagiert und lässt weiter wuchern. Otten: „Da ist das Ordnungsamt dran. Die Betroffenen zieren sich noch.“ Einem dritten Grundstücksbesitzer schien gar nicht klar zu sein, dass man Knicks nicht wegreißen darf. Wenn das für ihn eine Firma getan habe, müsse die sich „warm anziehen“, ist sich Otten sicher. Denn auch wenn ein Auftrag vorliege, dürfe eine Firma den Knick nicht wegreißen. „Das ist strafbar.“ Otten musste den Knickfrevel den zuständigen Behörden des Kreises anzeigen.

Die Anlieger haben die Pflicht, so zu pflegen, dass die öffentlichen Wege nicht zuwachsen. Wenn deshalb Unfälle passieren, könnten die Anlieger auch privatrechtlich zur Verantwortung gezogen werden, so Otten. Über drei Jahre seien die Behörden mit dem Fall beschäftigt. Otten: „Das macht ja keinen Spaß mehr.“

Beseitigung verboten
Knicks sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz unabhängig von ihrem Standort, also auch im Siedlungsraum, geschützt. Gemäß § 30 Abs. 1 ist die Knickbeseitigung ein Verbotstatbestand .
Dieses gilt auch für die Knickverlegung, da hierdurch zumindest zeitweise eine erhebliche Beeinträchtigung des Knicks in seinen Funktionen verursacht wird. Ausnahmen von den Verboten können in Verbindung mit dem Landesnaturschutzgesetz (§ 21 Abs. 3) erteilt werden.



Zur Erhaltung der Knicks und ihrer Funktionen ist es erforderlich, die Gehölze in einem Rhythmus von zehn bis 15 Jahren auf den Stock zu setzen. Dabei werden die Gehölze etwa eine Hand breit über dem Boden oder dicht über dem Stockausschlag abgeschnitten, heißt es im Knick-Erlass.

Wolfgang Glombik

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