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Segeberg Köln? Mainz? Trappenkamp!
Lokales Segeberg Köln? Mainz? Trappenkamp!
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22:56 05.02.2018
Lars Weich (links) und Andreas Dammann als „Ratten der Lüfte“ lästerten über Trappenkamps Nachbargemeinde Bornhöved. Quelle: Fotos: Petra Dreu
Trappenkamp

Da soll noch mal jemand sagen, die Norddeutschen könnten kein Karneval feiern. Dass sie das nicht nur können, sondern auch manch herkömmlicher Prunksitzung mit Funkenmariechen und Büttenreden den Rang ablaufen, stellten die FKK-Akteure einmal mehr am Sonnabend unter Beweis.

Die Arbeit vorab muss immens gewesen sein. 5000 Luftballons hatten die Mitglieder aufgeblasen und zu großen Girlanden zusammengebunden. Auch die Bühne konnte sich von der Größe her sehen lassen. Damit alle Besucher besonders nah am Geschehen sein konnten, hatte der Verein sogar zwei Videoleinwände installiert, die rechts und links der Bühne angebracht waren.

Von Flaute keine Spur: Nach fünf Jahren im wesentlich kleineren Bürgersaal kehrten die Fröhlichen Karnevals Kinder Trappenkamp (FKK) mit einem grandiosen Programm in die Franz-Bruche-Halle zurück. 550 Narren taten es ihnen gleich – und waren begeistert.

Das Programm war sicherlich eines der Besten in der mittlerweile 55-jährigen Vereinsgeschichte. Die „Flattermänner“ besangen die Männer-Grippe, während der schwarze Sensenmann schon auf sein nächstes dahinsiechendes, männliches Opfer lauerte. Die „High-School-Bitches“ à la Britney-Spears tanzten in Schuluniform und Strapsen, und auch die „Rocky Horror Picture Show“ und das Männerballett boten den Gästen Frivoles fürs Auge.

Eines haben die Trappenkamper mit den Karnevalshochburgen Köln und Düsseldorf gemein: Sie lassen kein gutes Haar an der Nachbargemeinde. So einige Male musste Bornhöved für Lacher herhalten, wie bei den „Ratten der Lüfte“ – Lucky (Lars Weich) und Ritchie (Andreas Dammann). Sie ließen sich über die jüngste Bundestagswahl aus: „Hätten wir jeden Stimmzettel einzeln nach Berlin geflogen, wären wir immer noch schneller gewesen als die Bornhöveder bei der Stimmzettel-Auszählung.“

Dass die Bornhöveder mit den vielen Sticheleien leben können, demonstrierten „Schneewittchen und die sieben Zwerge“. „Das gehört doch dazu“, sagte eine Zwergin, die sich mit ihrer Clique ins Narrenprogramm gestürzt hatte und sowohl von der Show als auch von den Kostümen der Besucher begeistert war.

Von 1996 bis 2006 haben die FKK-ler in der Franz-Bruche-Halle gefeiert. Als die Besucherzahlen zurückgingen, wichen sie in den Bürgersaal am Markt aus, in dem maximal 250 Besucher feiern konnten.

„Viele wollten dort aber nicht so gerne feiern“, erzählt FFK-Vorstandsmitglied Tanja Kracht, die bei der „Rocky Horror Picture Show“ selbst auf der Bühne stand. Ob die nächste Veranstaltung wieder in der Franz-Bruche-Halle stattfindet, ist noch nicht klar.

Eine Überraschung für die Narren gab es zu vorgerückter Stunde: Siegmar Last und seine Mitstreiter als Hardrocker „Rammstein.“

 Von Petra Dreu

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