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Segeberg Doppelter Schützenkönig mit Spendierhosen
Lokales Segeberg Doppelter Schützenkönig mit Spendierhosen
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18:19 29.10.2018
Schützenkönig Detlef Kuhnke (li.) überreichte dem Königsschützen Eggert Kühl die mit Bronze veredelten Überreste des Vogels. Quelle: Petra Dreu
Bad Segeberg

Es gibt drei besondere Herausforderungen in einem Schützenjahr: 1. das Vogelschießen mit der Königsproklamation, 2. das Königsessen und 3. der Königsball. Zum Königsessen hatte der amtierende Schützenkönig Detlef Kuhnke am Freitag in den Schützenhof eingeladen. Seit 2002 ist er Mitglied der Stadtvogelschützengilde und der erste König, der das Amt nach 2004 schon einmal innehatte. Das war jedoch nicht die einzige Besonderheit, die Kuhnke zu bieten hatte. Er überraschte die Gildebrüder mit einem politischen Statement, was es in der Gilde noch nie gegeben hat.

„Wir leben in einer Zeit, in der jeder nur noch an sich denkt und die Ellenbogen gebraucht“, sagte Kuhnke mit Verweis auf Banken und Automobilindustrie. „Die Krönung ist, dass in einer Botschaft jemand ermordet wird, und unsere Politiker schauen zu. Stattdessen kümmern sie sich um wahnwitzige Gesetze, die es uns Ehrenamtlern immer schwieriger machen, Nachwuchs zu bekommen“, so der amtierende Schützenkönig, der zudem an die Politiker den Appell richtete, sie sollten sich um die wirklich wichtigen Dinge kümmern „und nicht um Kram, der euch nichts angeht“.

Nicht nur beim Essen hatte der Schützenkönig die Spendierhosen an, er ließ seinen Schützenbrüdern auch darüber hinaus Gutes zukommen. Weil der Weg von den Parkplätzen zum Schützenheim vor allem im Winter stockduster ist, schenkte Kuhnke der Gilde sieben Straßenlaternen.

Bei Eggert Kühl, der ihn mit dem 3370. Schuss zum Schützenkönig gemacht hatte, bedankte sich Detlef Kuhnke mit warmen Worten und dem in Bronze gehüllten Rest des Holzvogels vom Königsschießen.

Nach den Klängen des Jagdhornbläsercorps Hubertus Segeberg gab es beim Königsessen eine weitere Besonderheit: Obwohl nicht mehr im Amt, ließ sich die ehemalige Bürgervorsteherin Ingrid Altner die Teilnahme am Königsessen nicht entgehen. Monika Saggau dagegen erfüllte ihre Pflichten als amtierende Bürgervorsteherin. Gemeinsam mit Bürgermeister Dieter Schönfeld überreichte sie den Pokal der Stadt Bad Segeberg an den Schützenbruder Friedrich (Fiete) W. Cochanski. Für ihre 50-jährige Mitgliedschaft wurden Diethard Schwarz und Heinz Kost geehrt.

Petra Dreu

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