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Segeberg Kreation aus Kürbis, Kartoffeln und Mohrrüben
Lokales Segeberg Kreation aus Kürbis, Kartoffeln und Mohrrüben
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23:22 18.10.2013

Hier isst das Auge mit, kunstvoll sind die Zutaten für die Kürbissuppe auf der Arbeitsplatte arrangiert. Einmal kurz fotografiert, dann geht es los. Daniel Schierhorn köpft die Kürbisse und schneidet sie in Stücke. „Ich hoffe, es ist der richtige Kürbis, der mit der essbaren Schale“, sagt der 16-jährige Schüler. Unterdessen schält Vincent Dolinsek (18) die Kartoffeln und würfelt sie. Die Freunde haben sich über die Bandschmiede im Städtischen Gymnasium kennengelernt und wenn sie Zeit haben, dann kochen sie gemeinsam, häufig für eine ganze Clique. „Es ist cooler, wenn man weiß, was im Essen drin ist“, sind sich die Jugendlichen einig. Außerdem macht ihnen das Kreieren von Gerichten Spaß.

Da unter den Freunden einige Vegetarier sind, wird vieles ausprobiert. So kommen einige Zutaten mehr in ihre Kürbissuppe: natürlich Kürbis, aber auch Kartoffeln, Bohnen, Mohrrüben und eine Orange.

Auch die Gewürzliste ist etwas länger als gewöhnlich, es harmonieren Knoblauch, Curcuma, Orangenpfeffer, Kreuzkümmel, frischer Ingwer und frisch geriebene Muskatnuss miteinander. „Wir haben überlegt, dass die Suppe eine fruchtige Note vertragen kann, doch noch bin ich skeptisch, ob ich eine ganze Orange klein schneiden soll“, überlegt Vincent. Daniel entscheidet sich dafür und ergänzt, dass er die Gemüsebrühe selbst gekocht habe, aus einem Bund Suppengemüse und einer Gemüsezwiebel. Doch erst einmal wird der Knoblauch im Topf angeröstet, dann kommen die Kürbisstücke dazu.

Während sich Daniel um die Suppe kümmert, ist Vincent für die Kräuterbutter zuständig. Er reibt Knoblauch, wiegt Petersilie klein und mischt beides unter die Butter. Mit Salz wird abgeschmeckt, dann kommen ein paar Peperoniflocken und ein Büschel Petersilie als Dekoration auf die Butter. „Weißt Du, was der Name Petersilie bedeutet?“, fragt Vincent. Die Pflanze sehe aus wie ein kleiner Baum.

Daniel überlegt und versucht die Bedeutung über den Namen abzuleiten, vielleicht von Petros, griechisch für Stein, Fels. Und richtig, ein Blick ins Internet zeigt, dass die Pflanze ursprünglich in Griechenland auf felsigem Gelände wuchs. „Daniel ist gern Gastwirt und sorgt dafür, dass sich alle wohlfühlen“, bemerkt Vincent. Seit etwa vier Jahren kocht Daniel, vor allem für Freunde. Ein Lieblingsrezept habe er nicht, höchstens die Rouladen seiner Großmutter. „Früher gab es häufiger Fertiggerichte mit Glutamat. Als ich dann mit frischen Lebensmitteln gekocht habe, musste ich mich erst einmal an den anderen Geschmack gewöhnen, doch der ist viel besser“, sagt der Elftklässler.

Und Vincent berichtet, dass seine Mutter, eine Ärztin, ihm erklärt habe, dass viele Fertiggerichte ein Vielfaches des Tagesbedarfs an Phosphat enthielten und ungesund seien. Eine seltene Erkenntnis bei jungen Männern. „Das Problem ist, dass viele nicht kochen können. Das muss man auch nicht, aber es gehört zum Leben dazu“, sagt Daniel. Viele der Mitschüler seien Sportler, die zwar auf ihre Ernährung achteten, aber nicht auf die Inhaltsstoffe der Lebensmittel.

Das Gemüse brodelt im Topf und verströmt einen intensiven Geruch. Kürbis, Kartoffeln und Mohrrüben beginnen weich zu werden. Da die Suppe eine musähnliche Konsistenz haben soll, püriert Daniel grob die Zutaten. Beide probieren und sind sich einig, dass noch ein wenig Salz und Pfeffer fehlen. „Das ist der Moment, an dem wir wissen, ob es schmeckt. Danach geht es entspannter weiter“, sagt Daniel.

Und Vincent beginnt seine künstlerische Adler auszuleben. Er streut kleine Gewürz-Farbtupfer auf die Suppenteller: „Ich bin ein Augenmensch, da ist Ästhetik wichtig.“ Als der dampfende Eintopf auf dem Teller liegt, drapiert der Abiturient eine Crème fraîche-Haube auf die Speise, drumherum träufelt er eine Spirale aus Kürbiskernöl, zum Schluss kommen noch einige geröstete Kürbiskerne hinzu.

Silvie Domann

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