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Segeberg Kreis entscheidet über neuen Betreiber
Lokales Segeberg Kreis entscheidet über neuen Betreiber
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09:56 07.10.2016
„Ich hoffe, dass der Betreiber aus der Region kommt.“ Rudolf Beeth (SPD)

Er soll die Betreuung der Flüchtlinge vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) übernehmen, das sich nach der Sanierung der Asylbewerberunterkunft „Waidmannsheil“ nicht nur in Schackendorf eingebracht hatte, sondern mit seinen Mitarbeitern auch den Flüchtlingen in Warder die erste Zeit im Gasthof am See erleichtert hat. Das DRK hatte angekündigt, den Betrieb beider Einrichtungen zum Monatsende abgeben zu wollen.

Vor einem Jahr schlugen die Wellen in Warder hoch, als die ersten Gerüchte aufkamen, dass der Kreis Segeberg den leer stehenden Gasthof kaufen und zu einer Asylbewerberunterkunft umfunktionieren könnte. Viel Zeit zog ins Land, bis überhaupt Asylbewerber nach Warder kamen. Voll belegt war die Einrichtung noch nie. Auch wenn der Kreis jetzt die Anzahl der Asylbewerber auf 50 aufstocken will, bleibt es spannend, wie es weitergeht. Sogar über eine vorübergehende Schließung des Gasthofes und eine Aussetzung der laufenden Ausschreibung für Warder ist bereits offen diskutiert worden.

„Das aber geht nicht so einfach. Dadurch könnten sich Schadensersatzforderungen ergeben. Außerdem sind die Bürgermeister nicht böse darüber, dass der Kreis hier eine Ausgleichsfunktion wahrnimmt“, sagt Rudolf Beeth (SPD), der den Sozialausschuss des Kreises leitet. Er hofft, dass das Ausschreibungsverfahren am 13. Oktober endlich ein Ende findet und damit auch die Zeit der Ungewissheit.

Zeitpunkt für den Neustart ist der 1. November 2016.

Zweimal musste die Ausschreibung durchgeführt werden, zuletzt zum ersten Mal in einem neuen Verfahren, das Nachverhandlungen erlaubt. Sechs Bewerber hatten sich laut Rudolf Beeth auf die europaweite Ausschreibung gemeldet, die von einem Rechtsanwaltsbüro begleitet wurde. Bewerbungen aus dem Ausland seien nicht eingegangen, ein Bewerber sei deutschlandweit tätig, die anderen fünf Bewerber arbeiteten regional. Ein Angebot sei nicht verwertbar gewesen, ein anderer Bewerber habe sein Angebot zwischenzeitlich zurückgezogen.

Von den vier übrig gebliebenen Anbietern seien drei zu einem Gespräch eingeladen worden, zu dem auch die Politik gebeten worden sei. Er sei jedoch der einzige Kreispolitiker gewesen, der die Gelegenheit genutzt habe, sich selbst ein Bild von den Bewerbern zu machen, so Beeth. Welcher Bewerber sein Favorit ist, verrät der Sozialdemokrat nicht. „Ich wünsche mir nur, dass derjenige aus der Region kommt und damit auch regionale Verantwortung übernimmt“, sagt Beeth.

Wie viele Flüchtlinge in den nächsten Monaten kommen – niemand weiß es. „Momentan ist alles im Asylbereich Kaffeesatzleserei. Auch der Familiennachzug ist nicht kalkulierbar“, so Beeth. Um auf alle Eventualitäten reagieren zu können, gebe es eine Ausstiegsklausel mit dreimonatiger Kündigungsfrist, denn es könne auch passieren, dass nur noch wenige Flüchtlinge in den Kreis kommen. Einen Ankauf wie den Gasthof am See würde der Kreis heute wahrscheinlich nicht mehr tätigen. Beeth: „Aus damaliger Sicht aber war es die einzig richtige Entscheidung. Es gab keine andere.“

 pd

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