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Segeberg Kreis muss weiter Millionen für Schulbegleitung zahlen
Lokales Segeberg Kreis muss weiter Millionen für Schulbegleitung zahlen
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09:14 12.10.2016
Ist das auf dem Foto ein Schulbegleiter oder ein Schulassistent? Es gibt zwischen Kreis und Schulbehörde Streit über Überschneidungen. Den Schulassistenten bezahlt das Land, den Schulbegleiter der Kreis. Der wehrt sich dagegen, schulische Aufgaben finanziell mitzutragen. Quelle: Fotos: Fotolia/glombik

Schulunterricht ist Ländersache. Doch das wird immer mehr aufgeweicht. Der Kreis Segeberg muss zum Beispiel jährlich fast drei Millionen Euro für Schulbegleiter aus seinem Jugendhilfeetat zahlen. Dabei hatte der Kreis gehofft, durch die Finanzierung der neuen Schulassistenten durch das Kieler Kultusministerium auf diesem Feld endlich entlastet zu werden. Aber daraus wird nichts, wurde jüngst im Jugendhilfeausschuss deutlich. Die Anzahl der Schulbegleiter für Kinder mit psychischem oder körperlichem Handikap bleibt nahezu konstant.

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Ist das auf dem Foto ein Schulbegleiter oder ein Schulassistent? Es gibt zwischen Kreis und Schulbehörde Streit über Überschneidungen. Den Schulassistenten bezahlt das Land, den Schulbegleiter der Kreis. Der wehrt sich dagegen, schulische Aufgaben finanziell mitzutragen.

Schulassistenten, Schulbegleiter, Sonderschulpädagogen, zwei Lehrerinnen, die sich um eine Klasse kümmern: Wer heute einen Blick ins Klassenzimmer einer normalen Grundschule riskiert, hat oft einen ganz anderen Eindruck von Unterricht als noch vor 20 oder 30 Jahren. Da stand die Frau Lehrerin noch als Einzelkämpferin an der Tafel. Heute ist im Klassenzimmer hingegen Teamwork gefragt. Zeitweise werden die Schüler gleich von mehreren Kräften betreut. „Drei Millionen Euro – das ist wirklich eine Hausnummer in unserem Haushalt“, sieht das Landrat Jan Peter Schröder gegenüber den LN sehr kritisch. Im laufenden Schulhalbjahr gibt es an den Schulen des Kreises 265 Kinder und Jugendliche mit Schulbegleitung.

Schröder hatte gehofft, dass mit der Einstellung von den landesweit 600 Schulassistenten zahlreiche der kreisfinanzierten Honorarkräfte in Schulen überflüssig werden würden. Zumal deren Aufgabenfeld ja nahezu deckungsgleich sei, zieht man eine Erklärung des Kultministerium zu Schulassistenten heran, berichtet Fachdienstleiter Jan Hauke Heinze. Demnach sollen Schulassistenten im sozial-emotionalen Bereich, bei der Einhaltung von Ordnungsprinzipien helfen und bei Gefahr aggressiven Verhaltens einspringen. „Das sind die klassischen Aufgabenfelder auch unserer Schulbegleiter“, stellte Heinze klar. Als er die Überschneidungen bei Schulrektoren und Schulräten angesprochen habe, „hieß es nur, das geht euch gar nichts an“, sagte Heinze. Grabenkämpfe zwischen Schulbehörde und Jugendhilfe? Die frühere Schulrätin Marianne Böttcher merkte im Ausschuss an, dass Schulassistenten nicht für Einzelfallhilfen da seien, sondern als „eine Unterstützung für Lehrkräfte“.

Während andere Kreise mit verzweifelten Eltern, deren Anträge auf Schulbegleitung ihrer Kinder nicht bewilligt wurden, vor Gericht stritten, handelte der Kreis Segeberg anders. Er will den Konflikt ausdrücklich nicht auf dem „Rücken der Schüler mit Unterstützungsbedarf austragen“. Die Anträge wurden hier genehmigt. Politiker kritisierten im Ausschuss, dass Kreise wie das Herzogtum Lauenburg, Stormarn und Ostholstein die Eltern „ganz fürchterlich allein ließen“. In Bargteheide musste eine Mutter vor Gericht dafür kämpfen, dass ihr mehrfach behinderter, autistischer Sohn eine Schulbegleitung bekam.

Körperlich oder geistig behindert – das sei unstrittig, dass derart „teilhabeeingeschränkte Schülerinnen und Schüler“, wie es im Amtsdeutsch heißt, eine Schulbegleitung bekommen, so Heinze. Doch wenn es um pädagogische Problemfälle gehe, also Hänschen, der manchmal austickt, Klausi, den es nicht auf dem Stuhl hält, und Tina, die immer vor sich hinträumt, ist nach seiner Ansicht eine kreisfinanzierte Schulbegleitung nicht erforderlich.

Für Schulleiterin Anja Look von der Heinrich-Rantzau-Schule geht es nicht nur um geistige oder körperliche, sondern auch um seelische Behinderungen. Wenn es dem Kind nicht gelingt, Kontakt aufzunehmen oder gewaltfrei zu kommunizieren. Hier sei Schulbegleitung wichtig. „Unsere Schulassistenten werden hingegen als Hilfen in den Pausen und im Unterricht der ersten beiden Klassenstufen eingesetzt. Davon sollen möglichst viele Schüler profitieren.“

 Wolfgang Glombik

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