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Kreis überlegt, Pavillons für Flüchtlinge aufzubauen

Bad Segeberg Kreis überlegt, Pavillons für Flüchtlinge aufzubauen

Behörden wissen nicht, wo sie die 80 Asylbewerber während der Bauarbeiten an der Sammelunterkunft Schackendorf unterbringen sollen.

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Eka von Kalben (Grüne) diskutiert mit Jutta Hartwieg (r.).

Quelle: Foto: Glombik

Bad Segeberg. Beim Kreis Segeberg wird überlegt, zur Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern Pavillons, im Klartext: Container, aufzustellen. Bei einem Gespräch mit der Fraktionsvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen im Landtag, Eka von Kalben, schilderte Landrätin Jutta Hartwieg (SPD) ihre Nöte, den Flüchtlingsstrom zu bewältigen.

Wie berichtet, ist es fast unmöglich, angemessenen Wohnraum zu finden. Trotz aller Appelle sind Vermieter offensichtlich nicht bereit, leerstehenden Wohnraum zur Verfügung zu stellen, auch wenn die Kommunen und Ämter hier als solvente Mieter auftreten. Im Kreis Segeberg ist die Situation besonders prekär, weil im kommenden Jahr über sechs Monate lang die große Sammelunterkunft in Schackendorf saniert werden muss. Wohin mit den 80 Menschen, die jetzt dort wohnen? Hier überlegt Landrätin Hartwieg, Container aufzustellen, die der Kreis später auch Kommunen als Wohnungen für Flüchtlinge zur Verfügung stellen könnte. Völlig unklar ist allerdings, wie diese Unterbringung finanziert werden soll. Heutige neue Wohncontainer haben danach nichts mit den Unterkünften von vor 20 Jahren zu tun, beruhigte Jutta Hartwieg: „Architekten und Ingenieure haben gute Lösungen entwickelt.“

Eka von Kalben ist wichtig, dass die Standards eingehalten werden. Dann müsste auch das Geld dafür vom Land zur Verfügung stehen: „Container sind immer nur eine Notlösung, wenn keine Wohnungen zur Verfügung stehen.“

Wichtig sei ihr „eine Willkommenskultur“ gegenüber den Flüchtlingen. Angesichts des Fachkräftemangels sei die Zuwanderung auch ein „großer Schatz“ für Deutschland. Niemand sage, „dass wir die Schotten dicht machen sollen“. Deshalb sollten sofort Integrationsmaßnahmen erfolgen. Wichtig seien Sprachkurse, hob auch die Grünen-Landtagsabgeordnete Ines Strehlau hervor. Auf Landesebene werde jetzt ein Konzept entwickelt, wie die Kommunen die Unterkunftssituation verbessern können.

Pro Woche werden 100 Flüchtlinge in Schleswig-Holstein verteilt. Demnächst würden es 120 sein. Das seien oft stark traumatisierte Menschen aus Syrien, Iran, Irak, dem Westbalkan, aber auch aus Afghanistan und Tschetschenien.

Bürgermeister, Verwaltungen sollen sich auf den normalen Wohnungsmarkt nach freien Wohnungen umsehen, fordert die Landrätin. Das Land bezahle 70 Prozent der Unterbringungskosten, der Kreis 30. Elke Andrasch von der Kreisverwaltung berichtete, dass starker Druck auf den Kommunen laste, Flüchtlinge unterzubringen. Problematisch sei, dass das Land nur eine Erstaufnahme-Unterkunft in Neumünster habe, die mit 400 Menschen überfüllt sei. So können Flüchtlinge ohne ausreichende Betreuung nur an die Kreise „weitergereicht“ werden. Der Kreis bitte nun das Land, eine weitere Erstaufnahme-Unterkunft einzurichten. Früher gab es eine zweite in Lübeck. Die ist vor Jahren, als sich eine Sanierung des Gebäudes nicht mehr lohnte, aufgegeben worden.

Wolfgang Glombik

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