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Kriminalität: Berater gegen die Angst

Bad Segeberg Kriminalität: Berater gegen die Angst

Ehrenamtliche Sicherheitsberater der Polizei stehen Senioren mit Rat und Hilfe zur Seite.

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Sie sind die neuen Senioren-Sicherheitsberater der Segeberger Polizeidirektion: Klaus Otterstetter, Jörg-Hennig Schulze, Hannelore Kröplin, Manfred Räker und Gerd Wilcken (von links). Nicht im Bild: Orhan Basdogan.

Quelle: Polizei

Bad Segeberg. Angst lähmt und schränkt die Lebensqualität ein. Insbesondere ältere Menschen fühlen sich selbst in ihrem Zuhause, geschweige denn in der Öffentlichkeit oft nicht mehr sicher. Die Schreckensmeldungen der jüngsten Zeit tragen ihr Übriges zur Verunsicherung bei. Die Polizeidirektion Bad Segeberg versucht Senioren, diese Angst nun ein bisschen zu nehmen.

Ehrenamtliche Sicherheitsberater sollen deshalb der älteren Generation im Kreis jetzt mit Rat und Hilfe zur Seite stehen.

„Ich gehöre ja selbst schon zu dieser Generation, deswegen weiß ich auch, was sie beschäftigt und welche Probleme diese Menschen haben“, sagt der 62-jährige Gerd Wilcken, der zusammen mit drei Mitstreitern die Aufgabe des Sicherheitsberaters im Kreis Segeberg übernommen hat. Es gebe schließlich Gründe dafür, dass sich Ältere und Alte häufig ganz besonders von Kriminellen bedroht fühlten.

„Leider gibt es Tätergruppen, die sich auf ältere Menschen spezialisiert haben“, sagt der Bad Bramstedter. Denn es liege in der Natur der Sache, dass von einer 80-jährigen Dame mit weniger Gegenwehr zu rechnen sei, als von einem Mittzwanziger mit muskulösem Oberkörper. „Um ihre Schwächen wissen Senioren natürlich auch. Ein Erhöhtes Bedrohungsgefühl ist deshalb verständlich und muss auch ernst genommen werden“, erklärt Wilcken.

Der 62-Jährige weiß, wovon er spricht; er war bis zu seiner Pensionierung vor zwei Jahren Beamter bei der Bundespolizei in Bad Bramstedt. Sich ehrenamtlich als Sicherheitsberater zu engagieren, sei deshalb für ihn eine naheliegende Wahl gewesen. „Ein Polizeihintergrund ist aber absolut kein Muss“, betont Wilcken. Unter den jetzt an der Kieler Polizeischule ausgebildeten Beratern seien auch Ingenieure und freie Künstler gewesen, die mit Polizeiarbeit bislang nichts am Hut gehabt hätten. In seiner neuen Funktion sieht sich Gerd Wilcken aber nicht als „Hilfspolizist“, sondern als Mittler zwischen Senioren und der Polizei. Auf kleinen Vortragsveranstaltungen bei Seniorenverbänden, Kirchengemeinden oder ähnlichem will Wilcken Tipps geben, was Senioren zur Verbesserung ihrer eigenen Sicherheit tun können.

„Der Enkeltrick ist dabei natürlich ein Hauptthema“, sagt der Ex-Beamte. Trotz inzwischen unzähliger Warnungen fallen nach wie vor viele alleinstehende Rentnerinnen und Rentner auf die perfide Masche herein. Dabei geben sich die Täter als Angehörige aus und fragen nach einem hohen Geldbetrag für ein angebliche Notlage. „Selbst wenn von 150 Angerufenen nur einer darauf anspringt, hat es sich für die Betrüger immer noch gelohnt“, sagt Wilcken, der bei seinen Vorträgen auf mehr gesundes Misstrauen drängen will.

Im Fokus seiner Arbeit stünden aber auch alltäglichere Fragen. Sicherheit im Straßenverkehr seien ebenso Thema wie das Verhalten in der Öffentlichkeit oder der Umgang mit akuten Bedrohungen. „Und selbst wenn ich am Ende nur ein, zwei Menschen damit helfen kann, hat sich meine Arbeit trotzdem gelohnt“, meint der Sicherheitsberater.

Die Polizei hat die Präventionsarbeit für Senioren aber jetzt nicht vollständig in die Arbeit von Ehrenamtlichen gelegt, betont Anna Maywald, zuständige Sachbearbeiterin bei der Segeberger Polizeidirektion. „Das Programm der Sicherheitsberater ist aber ein guter Weg, um noch mehr Menschen als bisher zu erreichen“.

Noch Berater gesucht

Erreichbar sind die Sicherheitsberater über die Segeberger Polizeidirektion unter ☎ 04551/8842141 beim Sachgebiet Prävention. Bislang standen für den Kreis zwei zur Verfügung, mit der neuen Ausbildungsrunde sind es jetzt sechs. Gerd Wilcken hat seinen Schwerpunkt im Bereich Bad Bramstedt, Manfred Räker ist für Nahe, Kayhude und Leezen zuständig, Klaus Otterstetter und Jörg-Hennig Schulze für Kaltenkirchen und Henstedt-Ulzburg. Für Bad Segeberg wird noch ein Berater gesucht. Interessenten können sich unter obiger Rufnummer melden.

Oliver Vogt

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