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Segeberg Kriminelle im Fokus: Großkontrolle in Norderstedt
Lokales Segeberg Kriminelle im Fokus: Großkontrolle in Norderstedt
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21:18 25.02.2016
Polizistin Akbult prüft im mobilen Einsatzbüro die Personalien eines Transporterfahrers aus Polen.

„Guten Tag, Personalausweis und Fahrzeugpapiere bitte — und dann machen sie mal hinten auf.“ Freundlich aber bestimmt wird der Fahrer des weißen Sprinters von einem Polizisten in Warnweste angesprochen. Widerworte gibt es nicht. Ein kurzes Kramen im Handschuhfach, dann hat der Ordnungshüter das, was er verlangt. Die Szene wiederholt sich an diesem nasskalten Nachmittag an der Ohechausse in Norderstedt beinahe im Minutentakt. Rund 100 Polizisten sind an der Großkontrolle beteiligt. An den vier großen Ein- und Ausfallstraßen sind sie postiert — und an Bushaltestellen und Bahnstationen. Sie haben Kriminelle im Visier. Genauer gesagt Einbrecher.

„Rein und raus, das geht heute in Norderstedt nur durch unsere Kontrollen“, ist Segebergs Polizeisprecherin Sandra Mohr sicher. Dass dabei ein böser Bube, der einen Wohnungseinbruchsdiebstahl, im Fachjargon WED genannt, auf frischer Tat ertappt wird, ist unwahrscheinlich. Das wissen die Einsatzkräfte. Bei der Aktion, im Rahmen des WED-Konzeptes, gehe auch darum Informationen zu gewinnen, potenzielle Täter zu identifizieren“, sagt Hauptkommissar Hartwig Ridder, der den Einsatz vorbereitet und koordiniert hat. Präsenz in der Öffentlichkeit zu zeigen, sei ebenfalls wichtig, so Mohr.

Tags zuvor, am Mittwoch, gab es die gleiche Aktion bereits in Rellingen im Kreis Pinneberg. 129 Autos wurden dabei unter die Lupe genommen, 201 Personen kontrolliert. Immerhin ging den Polizisten am Mittwoch ein mit Haftbefehl gesuchter Steuerkrimineller ins Netz. Beifang. Mohr: „Der sitzt jetzt in Neumünster in U-Haft.“

Mit wärmender Mütze auf dem Kopf und langer Thermounterhose unter der Dienstkleidung steht ein Beamter mit stoischer Gelassenheit an einem Absperr-Hütchen mitten auf der Straße. Wieder winkt er einen Transporter aus der Autokolonne. Ein Sprinter und ein Kastenwagen folgen. Das Interesse der Einsatzkräfte an dem heruntergekommenen Auto wächst. Der Personaliencheck über den Fahrer ergibt nichts, doch sein Gefährt wird offenbar nur noch vom Rost zusammengehalten. Auch die Bremsen machen einen wenig vertrauenserweckend Eindruck. Das Auto wird aus dem Verkehr gezogen und von Beamten bis zur nächsten Werkstatt eskortiert. „Da reagieren wir dann schon, aber bei einem kaputten Licht würden wir nur mahnen. Heute haben wir Kriminelle im Fokus“, sagt Sandra Mohr.

Wolf-Dieter Paukstedt hat das Heck seines Hochdachkombis geöffnet: „Im ersten Moment dachte ich: Oha, was habe ich falsch gemacht? Aber die Kontrolle ist schon in Ordnung. So etwas sollte die Polizei öfters machen.“ Die packt erst spät am Abend wieder zusammen. Das vorläufige Ergebnis der gestrigen Großkontrolle: Ein einschlägig bekannter Einbrecher wurde beim auffälligen Durchfahren von Straßen kontrolliert und die Personalien zweier Männer, die sich ebenfalls auffällig verhielten, wurden aufgenommen. Ansonsten wurde bis gestern gegen 19 Uhr in Norderstedt nicht ein einziger Einbruch angezeigt. Normalerweise sind es durchschnittlich zehn pro Tag.

Aus der Einbruchstatistik

5992 Einbrüche wurden in Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr von Januar bis Ende September erfasst.

9,4 Prozent betrug die Aufklärungsquote. Erst in ein paar Wochen wird die offizielle Kriminalitätsstatistik für das vergangene Jahr veröffentlicht. Dies ist ein Zwischenstand aus dem Oktober 2015.

7529 Wohnungseinbrüche hatte die Polizei laut Kriminalstatistik 2014 bearbeitet, die Aufklärungsquote lag bei 12,6 Prozent. hil

Heike Hiltrop
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