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Segeberg Kronsheider Straße: Anlieger sollen 1,9 Millionen Euro tragen
Lokales Segeberg Kronsheider Straße: Anlieger sollen 1,9 Millionen Euro tragen
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12:49 23.07.2016
Die Kronsheider Straße: Eine mürbe Buckelpiste, die besonders stark frequentiert wird. Sie zählt zu den Haupttangenten in Wahlstedt. Quelle: Heike Hiltrop
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Wahlstedt

Sie haben gewusst, dass sie zur Kasse gebeten werden, die Anlieger der Kronsheider Straße. Seit Donnerstagabend kurz nach 20 Uhr wissen sie, wie hoch ihr zu erwartender Beitrag ist, den sie zum Ausbau der Straße leisten sollen: elf Euro pro Quadratmeter Grundstück. Die Stadt trägt 40 Prozent der Kosten von geschätzten 3,1 Millionen Euro, 60 Prozent werden auf die Anwohner umgelegt.

Allen ist klar: Die Hauptachse, die von Nord nach Süd quer durch die Stadt ins und aus dem Industriegebiet führt, ist auf 1114 Metern eine marode Buckelpiste. Schon seit über einem Jahr gilt hier Tempo 30 wegen der starken Straßenschäden. Die Fahrbahn, so beschreibt es Bauamtsleiter Torsten Maaß, gleiche einem gebrochenem Dachstuhl. Man könne froh sein, dass die Strecke – sie gehört zu den ältesten in der Stadt – 50 Jahre durchgehalten habe.

Die angeführten Argumente von Stadtverwaltung und Planer halfen nichts: Die Emotionen kochten hoch, als die Anlieger während der Veranstaltung in der Begegnungsstätte über das Vorhaben informiert wurden. Verständlich, denn vor allem im vorderen Bereich nahe der Einmündung zur Neumünsterstraße säumen kleine Siedlungshäuser auf mitunter großzügigen Grundstücken die Strecke. Es geht um Geld, für das mancher Betroffene einen Kredit wird aufnehmen müssen. „Für manche ist es einfach schwer, 5000 oder 6000 Euro aufzubringen, da wohnen viele alte Leute“, sagt Bewohnerin Sigrid Zeschke-Fink. „Dabei gehen Existenzen zugrunde“, machte ein anderer Anlieger seinem Ärger Luft. Und eine Vielzahl der rund 50 Wahlstedter, die zusammengekommen waren, forderte, die Industrie mit in die Pflicht zu nehmen. Die ist zwar nicht Anlieger, deren Schwerlastverkehr sei aber schließlich hauptverantwortlich für den desolaten Zustand der Kronsheider Straße, so die Meinung. „Ich habe gerade alles abbezahlt und endlich Luft, nun soll ich über 10 000 Euro zahlen“, empörte sich Martin Duhnke.

Die Stadtverwaltung hatte ihre Mühe, die Wogen zu glätten. Schließlich wurde das Angebot an jeden Anlieger, bei einem persönlichen Termin genau zu erfahren, wie hoch der jeweilige Beitrag denn sei, dankend angenommen. Saniert werden muss, das ist allen klar. Den Hauptbatzen am Anliegerteil tragen Gewerbe, Wankendorfer Wohnungsbaugenossenschaft – und, wegen des Feuerwehrgrundstücks, die Stadt selbst.

Die Pläne sehen so aus: Im ersten Bauabschnitt wird der Bereich zwischen Industrie- und Waldstraße ausgebaut, im zweiten der zwischen Wald- und Neumünsterstraße. Da auch die Kanalisation erneuert werden soll, wird es zu erheblichen Behinderungen kommen, so die Verwaltung. Demnächst soll ein Verkehrsplaner Umleitungsstrecken erarbeiten. Es werde zu Vollsperrungen für den Durchgangsverkehr kommen und zu starken Einschränkungen für Anlieger. In Kürze sollen die Aufträge ausgeschrieben werden. Der Baubeginn ist für den Herbst, die Fertigstellung für das erste Halbjahr 2018 geplant.

Von Heike Hiltrop

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