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Segeberg Kündigung nicht erhalten? Kunde streitet mit EWS vor Gericht
Lokales Segeberg Kündigung nicht erhalten? Kunde streitet mit EWS vor Gericht
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22:10 24.06.2013
Von Ursula Kronlage
Bad Segeberg

So wie in jenem Fall, der zurzeit vor dem Amtsgericht Bad Segeberg verhandelt wird. Ein Kunde der EWS (Energie und Wasser Wahlstedt/Bad Segeberg) hat das Unternehmen verklagt: wegen drei Euro Mahngebühr, die erhoben wurden, weil die EWS nach eigenen Angaben die Kündigung des Kunden für den Gasliefervertrag nicht erhalten haben will. Ein Vorgang, der 2009 einsetzte und vielleicht am 24. Juli dieses Jahres beendet wird. Dann will die zuständige Richterin ihre Entscheidung verkünden; zuvor jedoch muss sie sich durch eine komplexe Materie hindurcharbeiten — langatmige Schriftsätze und das komplizierte Energiewirtschaftsgesetz. Und letztlich: Wie könnte eine solche Kündigung via Internet bewiesen werden? Der Kläger entschloss sich im ersten Halbjahr 2009, den Energieanbieter zu wechseln und meldete sich über das Internet zum 1. August des Jahres bei der Firma Nordland in Kiel an. Alles weitere erledigte dann der neue Anbieter: Er teilte dem bisherigen Versorger die Übernahme mit, der wiederum dem abgesprungenen Kunden nach der letzten Ablesung eine Abschlussrechnung schicken muss. Zumindest für den Gasbezug, denn Wasser und Abwasser laufen für den Kläger weiterhin über die EWS. In ihren weiteren Rechnungen erhob die EWS stets drei Euro Mahngebühr, die der Kunde jedoch nicht bezahlte. „Diese drei Euro tauchten in den Folgejahren weiterhin bei den Abrechnungen für Wasser und Abwasser auf“, schilderte der Anwalt des Klägers, Björn-Thorben Knoll. Er ärgert sich vor allem über einen vorläufigen Beschluss der zuständigen Richterin vom 6. Juni dieses Jahres, in dem diese den Schluss zieht, dass der Kläger den Gaslieferungsvertrag seinerzeit nicht wirksam gekündigt haben könne. Komplett verwirrt war der Kläger über ein Schreiben der EWS vom 21. Mai 2012, in dem sie ihm mitteilte: „. . . haben wir Ihre Daten zum Vertragsbeginn am 1. 8. 2009 auf den nächsten Seiten zusammengestellt.“ „Aber ich habe doch gekündigt“, mag der Kläger nach dem Lesen konsterniert gemurmelt haben.

Kann ein Versorger tatsächlich behaupten, eine Kündigung nicht bekommen zu haben? „Es kann schon mal was daneben gehen“, sagte EWS-Geschäftsführer Ulrich Schultz auf Nachfrage. Zum Beispiel dann, wenn die Rechnersysteme zweier miteinander kommunizierender Versorger nicht kompatibel seien. Doch im Standardfall laufe es unproblematisch. „Es gibt ein von der Bundesnetzagentur vorgegebenes Verfahren, wie ein Kundenwechsel zu laufen hat“, betonte Schultz. Bei etwaigen Problemen könnte der Kunde die Agentur zur Klärung einschalten. Diesen Weg hat der Kläger auch beschritten und von dort die Information erhalten, dass er seit 1. August 2009 Kunde der Nordland Energie sei.

Ursula Kronlage

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