Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg „Kunst hält uns oben“ – noch bis Sonntag
Lokales Segeberg „Kunst hält uns oben“ – noch bis Sonntag
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:38 28.09.2017
Ein Floß als Symbol für das Wasser: Marianne Prien (l.) und Dr. Susanne Will-Flatau vom Förderkreis Kulturforum Flath. Quelle: Foto: Kullack

„Flath hat neben allen möglichen Holzarten auch mit Obstbäumen gearbeitet“, sagt Dr. Susanne Will-Flatau, zweite Vorsitzende des Förderkreises Flath. „Und deshalb versteigern wir diese vier Bäume, damit der Erlös dem Förderkreis und damit der weiteren Präsentation des Flathschen Werkes zugute kommt.“ Geschaffen wurden die vier Installationen von Carsten Rieck-Ballhorn (Ausstellungsgemeinschaft Auge) und Heiko Beckmann (früher Kulturbeauftragter der Stadt). Die Installationen zeigen die vier Elemente, und bei der Erde haben die Ausstellungsmacher einen Apfel-, einen Birn-, einen Pflaumen- und einen Kirschbaum im Kreis drapiert – diese vier Obstbäume werden nun am Sonntag ab 16 Uhr für den künstlerischen Zweck versteigert. Ebenso geschieht das mit den Einnahmen aus dem Kunstmarkt, der am Sonntag von 10 bis 17 Uhr stattfindet und Bilder, Kunstbände, aber zum Beispiel auch seltene Puppen aus Mitgliederkreisen offeriert.

Der Förderkreis verweist zur Ausstellung „Kunst hält uns oben!“ darauf, dass Otto Flath (1906 - 1987) zwar in erster Linie wegen seiner über 50 Altäre bekannt ist, dass er sich neben christlichen aber auch mit Themen aus dem griechischen, römischen oder germanischen Sagenkreis, mit Mythen, Märchen und auch mit der Philosophie beschäftigt hat. Deshalb falle es leicht, Arbeiten zu den vier Elementen – im wörtlichen wie im geistigen Sinne – herauszusuchen. „Otto Flath liebte die Natur und ihre Erscheinungen“, schrieb Gerda Orthmann, letzte Lebensgefährtin und Biografin des Künstlers in „Leben und Werk“.

Die größeren Skulpturen stammen aus der Kunsthalle und wurden zu thematisch passenden Gruppen zusammengestellt, zu sehen sind aber auch kleinere Arbeiten, die sonst im Archiv schlummern. Doch in der Reihenfolge:

AFeuer zeigt den Phönix aus der Asche, aber auch die kulturstiftende Wirkung des Feuers, etwa in „Die Flammen“ (Ulme, 1969).

AWasser: Hier haben Rieck-Ballhorn und Beckmann ein Floß geschaffen – Sinnbild der Flucht, aber auch von Hoffnung. Dafür stehen „Wind und Wellen“ (Esche, 1966) oder „Wasser des Lebens“ (Mahagoni, 1968). Meisterhaft in der Figurengruppe: Die Frau mit dem Schleier – nur wenige Holzbildhauer konnten überhaupt derart Fragiles abbilden.

AErde: Die Grundlage allen Lebens, in der Tiefe bis 2900 Kilometer entfernt – und oben wachsen die Bäume. Dazu gehören „Die Himmelskugel“ (Linde, 1972) und „Das Weltenrad“ (Akazie, 1964).

ALuft: Sie ist nicht zu sehen – ein Ventilator lässt die Luft spüren. „Ikarus“ (Ulme, 1955) und „Adlerflug“ (Birke, 1979) stehen unter anderem dafür.

„Kunst hält uns oben!“ Installationen mit Skulpturen von Otto Flath, Kunsthalle Flath, Bismarckallee 5; heute und morgen 15 bis 18 Uhr, Sonntag 10 bis 18 Uhr, Versteigerung um 16 Uhr.

 Von Lothar Hermann Kullack

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige