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Kunsthalle Flath: Wo ist die „Fliege“?

Bad Segeberg Kunsthalle Flath: Wo ist die „Fliege“?

Passt die Stadt Bad Segeberg nicht ausreichend auf ihre Sachen auf? Eine Holzskulptur, die Flath-Stipendiat Carsten Lewerentz 2006 zu Ehren des Bildhauers erschaffen hat, ist plötzlich nicht mehr auffindbar. Auf der Suche nach der „Fliege“ ermittelt jetzt Künstler Manfred Holz.

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Carsten Lewerentz, einer der letzten Flath-Stipendiaten, hat 2006 die kleine Holzskulptur „Fliege“ geschaffen, die an Otto Flath erinnern soll. Der Bildhauer trug während seines Schaffens immer eine Fliege zum Kittel.

Quelle: Foto: Sd*

Bad Segeberg. Eine Fliege kann zwar schon mal. . . davonfliegen. Nicht aber eine Fliege, wie manche Männer sie anstelle einer Krawatte um den Hals tragen. Und schon gar nicht kann eine Fliege einfach so verschwinden, wenn sie aus massivem Holz geschnitzt ist und die Maße 50 mal 25 Zentimeter hat. Und doch ist genau das geschehen. Bis 2007 konnte es sich die Stadt Bad Segeberg noch leisten, in der Villa Flath für jeweils ein Vierteljahr oder länger Stipendiaten unterzubringen. Einer der letzten von ihnen war 2006 der Bildschnitzer Carsten Lewerentz (Jahrgang 1959) aus dem Chiemgau. Und der kümmerte sich gründlich um Leben und Auftreten von Otto Flath (1906 – 1987) und schuf mit der hölzernen Fliege ein ganz besonderes „Porträt“ des Bildhauers: Flath hatte stets im weißen Kittel und mit einer Fliege um den Hals gearbeitet.

Der Name Otto Flath ließ Lewerentz damals sogleich aufhorchen, da ihm seine Werke in Form von Schriften schon zu Beginn seiner Ausbildung bekannt waren. „Meine Großmutter in Hamburg gehörte zu dem Kreis der Besucher und Förderer von Otto Flath“, erinnerte sich Lewerentz. Da er damals die Bildhauerei, ähnlich wie Flath, vor allem zur Bebilderung biblischer Themen und Geschichten nutzte, erwachte sein Interesse am Segeberger Bildhauer. Vor Ort in Bad Segeberg stellte er aber fest, dass Flaths Werke doch sehr von bestimmten religiösen Vorstellungen der Burmesters, der Mäzene Otto Flaths, geprägt waren. So sank das Interesse des Holzschnitzers zwar – trotzdem schuf er die Fliege als markantes Merkmal des 1987 gestorbenen Künstlers.

Umso enttäuschender, dass die hölzerne Fliege nun verschwunden zu sein scheint. Die Stadt hatte die Arbeit 2006 aufgekauft, und die kleine Holzskulptur hing seitdem lange im Eingangsraum der Kunsthalle – direkt neben dem Bildnis von Flath. Doch nun ist sie fort. Der Bad Segeberger Künstler Manfred Holz hatte sich schon damals mit Lewerentz angefreundet, und als der Mann aus dem Chiemgau jetzt zu Besuch war, wollte man sich die Fliege ansehen. Vergeblich – sie bleibt verschwunden.

„Die Suche in der Flath-Halle, in der Villa und im Rathaus blieb erfolglos“, sagte Holz den LN. Und so sehr das Bild einer „davongeflogenen“ Fliege belustigen mag – Holz ist alles andere als zum Lachen zumute. Denn er hat bei seinen Recherchen noch etwas festgestellt: „Bei der Suche ist mir aufgefallen, dass die Stadtverwaltung keine Eingangs- oder Bestandsliste für aus Steuermitteln angekaufte Kunstobjekte führt. Deshalb ist auch dieser Verlust nicht nachzuverfolgen.“

Eine Stellungnahme der Stadtverwaltung war gestern dazu nicht mehr zu bekommen. Letzteres dürfte aber auch eher ein Thema für die Kommunalpolitik sein. Aber die „Jagd“ nach der Flathschen Fliege mag Holz auch im Sinne ihres Schöpfers Carsten Lewerentz nicht aufgeben. Wer etwas über den Verbleib der Skulptur sagen kann, kann sich gern an die LN-Redaktion unter der Mail-Adresse redaktion.segeberg@ln-luebeck.de oder an Manfred Holz unter manfred@rmholz.de wenden.

 Von Lothar Hermann Kullack

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