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Segeberg Kutscher trotzen Regen, Kälte und aufgeweichten Böden
Lokales Segeberg Kutscher trotzen Regen, Kälte und aufgeweichten Böden
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20:59 18.04.2017
Dirk von Linden und Hilda Altoldenburger hielten trotz des Schmuddelwetters durch. Quelle: Fotos: Dreu

 Die meisten Fahrer allerdings trotzten dem Wetter. Von 42 gemeldeten Kutschen legten immerhin 38 die ausgearbeitete Route zurück und stellten im Anschluss auf einem Hütchen-Parcours ihre Geschicklichkeit unter Beweis.

Den traditionellen Kutscherschluck gab es in diesem Jahr auf dem Gut Alterfrade.

Dick eingepackt, teils in lange Regenmäntel gehüllt, hatten sich die Fahrer mit ihren Ein- und Zweispännern auf den Weg gemacht. Die meisten von ihnen hatten sich wetterbedingt nicht für die 16 Kilometer lange Strecke entschieden, sondern begaben sich mit ihrem Gespann auf die um fünf Kilometer reduzierte Strecke von Blunk über das Tarbeker Moor und Tensfeld entlang der Kiesstraße durch den Wald nach Alterfrade. Den traditionellen Kutscherschluck, den die Fahrer bislang immer auf Gut Pettluis eingeschenkt bekamen, musste in diesem Jahr auf das Gut Alterfrade verschoben werden. Von dort aus ging es für die Gespannfahrer über den Blunker Wadel zurück nach Blunk auf die Koppel an der Bahnhofstraße.

Fahren mussten die Kutschen über unterschiedlichen Untergrund. Von Asphalt über Sandwege, Waldwege bis hin zu Ackerflächen, auf denen bereits Weizen und Roggen eingesät waren, reichte die Palette.

„Wir danken den Landwirten, die uns die Überfahrt erlaubt haben“, sagte Sonja Bock.

Die Vorliebe für Kutschfahrten bekam sie von ihren Eltern Wiebke und Uwe Bock in die Wiege gelegt. Daher kann sie nur zu gut nachempfinden, wie sich Fahrer, Beifahrer, Pferde und mitgefahrene Hunde nach elf Kilometern durch Kälte, Regen und aufgeweichte Böden gefühlt haben müssen. Anmerken ließen sich die Teilnehmer aber nichts, als sie wie selbstverständlich mit verdreckten Kutschen und Schlammspritzern bis in die Haare ins Ziel einfuhren, um noch eine Runde auf dem Geschicklichkeitsparcours zu drehen. „Die brauchen alle erst einmal ein warmes Bad“, glaubt die Organisatorin.

„Bis auf Graupelschauer hatten wir heute alles“, sagte Sonja Bock, die seit vielen Jahren die Fahrertreffen in Blunk organisiert. Gemeinsam mit 20 Helfern hatte sie alles akribisch vorbereitet. Sogar Trecker standen bereit, um im weichen Boden festgefahrene Autos und Kutschen aus dem Schlamm ziehen zu können. Dennoch: Entmutigen lässt sich die begeisterte Kutscherin nicht. Sonja Bock: „Das Wetter kann mich nicht abhalten. Wenn alle 20 Helfer dabei bleiben, wird es nächstes Jahr wieder ein Fahrertreffen in Blunk geben – dann hoffentlich bei besserem Wetter.“

 Petra Dreu

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