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Lärm von der Talbrücke macht schon jetzt Angst

Klein Gladebrügge/ Bad Segeberg Lärm von der Talbrücke macht schon jetzt Angst

Klein Gladebrügger setzen nach der Verhandlung vor dem Bundesverwaltungsgericht vor allem auf die Fledermäuse.

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Die so genannte Gieselteichbrücke (hier eine Computeranimation) soll nach den bisherigen Planungen stattliche 371 Meter lang sein. Sie überquert die B 206, die Bahnlinie Bad Oldesloe - Neumünster, die L 83 und den Gieselteich. Weiter westlich soll dann noch eine 250 Meter lange Travebrücke gebaut werden. Animationen: Jesper Busch

Klein Gladebrügge. Den zu erwartenden Autolärm von der geplanten 371 Meter langen und 11 bis 14 Meter hohen Gieselteich-Brücke fürchten sie bereits jetzt. Recht zwiegespalten ist der Eindruck, den Klein Gladebrügges Bürgermeister Arne Hansen von der zweitägigen Verhandlung des Bundesverwaltungsgerichtes zur A 20 aus Leipzig mitgebracht hat. Zum einen freut sich Hansen, dass die Gladebrügger Klage überhaupt zugelassen worden ist, zum anderen bezeichnet er die Aussichten, dass die Richter in dem für den 6. November erwarteten Urteilsspruch den Gladebrügger Einwenden folgen, als „sehr begrenzt“.

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So würde die künftige Gieselteichbrücke kurz vor der Klein Gladebrügger Ortslage aussehen. Bürgermeister Hansen befürchtet Feinstaub, Lärm und Gestank, die den Alltag der Einwohner verändern werden.

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Doch den Menschen im Dorf, an deren Bebauung die Autobahn bis auf 40 Meter heranrücken soll, bleibt eine andere Hoffnung: die Fledermäuse. Bereits am ersten Verhandlungstag war klar herauszuhören, dass die Leipziger Verwaltungsrichter offenbar alles andere als angetan davon sind, wie die Planer die Fledermäuse entlang der Bad Segeberger Ortsumfahrung zu schützen gedenken.

Bürgermeister Hansen: „Wenn wegen des Fledermaus- und des Naturschutzes Nachbesserungen nötig sind, kann vielleicht auch Klein Gladebrügge davon profitieren. Zumindest könnte es eine Verzögerung beim Autobahnbau geben.“

Das Grundproblem der Klein Gladebrügger: Allein wegen des Lärmschutzes ist eine Kommune nicht klageberechtigt, klagen dürfen nur Privatbürger. Das aber hat in Gladebrügge nicht geklappt: Wegen der zu erwartenden hohen Kosten hatten einige potenzielle Kläger am Ende doch aufgesteckt. Dafür klagte die Gemeinde über die Fachanwältin Roda Verheyen, und zwar vor allem wegen eines Eingriffs in die Planungshoheit der Gemeinde. „Es betrifft natürlich vor allem die Hausbesitzer, ist aber auch ein empfindlicher Eingriff in die Gestaltungsmöglichkeiten eines Ortes, wenn die Immobilien entlang der Autobahntrasse plötzlich um bis zu 50 Prozent entwertet werden“, argumentiert Hansen. Auf der eigenen Terrasse sitzen, bei offenen Fenster schlafen, Obst anbauen: Immissionen befürchte man nicht nur bei den nahen Häusern, sondern auch weitab von der hohen Brücke: „Eine anfangs angedachte Troglösung wurde am Ende ja gar nicht mehr weiterverfolgt. Die Entlastung der Stadt Bad Segeberg geht voll zu Lasten der Klein Gladebrügger, aber auch der Christiansfelder“, sagt Hansen.

Unter dem Strich wirft der Bürgermeister den Planern eine mangelhafte Vorbereitung vor, ein Vorwurf, den Jens Sommerburg, Leiter des Landesbetriebs Straßenbau in Lübeck, ebenso energisch zurückweist: In den vergangenen sieben Jahren hätten sich Dutzende von Landes- und externen Mitarbeitern bis ins kleinste Detail mit der Fortführung der A 20 beschäftigt.

„Diese Planung war sehr personal-

intensiv.“
Jens Sommerburg, Landesbetrieb Straßenbau

Lothar Hermann Kullack

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