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Segeberg Land zum Leben für den Rotmilan
Lokales Segeberg Land zum Leben für den Rotmilan
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20:29 01.04.2016
Statt mit einem echten mussten Stephan Mense und Staatssekretärin Dr. Silke Schneider mit einem ausgestopften Rotmilan vorlieb nehmen.

Eigentlich sollte am Mittwoch ganz medienwirksam ein stolzer Rotmilan seine Runden über den Köpfen der Besucher im Erlebniswald Trappenkamp drehen. Doch, auch das kommt nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Tieren vor, der Rotmilan war unpässlich. „Dem macht die Mauser zu schaffen“, entschuldigte Erlebniswald-Leiter Stephan Mense den erkrankten Greifvogel.

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Wanderausstellung im Erlebniswald Trappenkamp ist bis 22. Mai zu sehen.

Dafür aber war Staatssekretärin Dr. Silke Schneider angereist, die als ehemalige Direktorin des Amtsgerichts in Bad Segeberg in der Region immer noch tief verwurzelt ist. Gekommen war sie, um eine besondere Ausstellung der Deutschen Wildtierstiftung und der Kurt- und Erika-Schrobach-Stiftung im Erlebniswald zu eröffnen. Konzipiert ist die Wanderausstellung „Land zum Leben für den Rotmilan“ aus vier großen Modulen, die den Rotmilan, seinen Lebensraum und Möglichkeiten zu seinem Schutz vorstellen.

„Wir freuen uns, mit dieser Ausstellung zu zeigen, dass die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten sich für den Artenschutz in unseren Wäldern engagieren“, sagte Dr. Silke Schneider bei der Eröffnung der Ausstellung. „Der Rotmilan kommt nur in Europa vor. Mehr als die Hälfte des Bestandes lebt in Deutschland. Wir haben also eine hohe Verantwortung zum Schutz dieser faszinierenden Art“, machte Cornelia Wiebe, Geschäftsführerin der Kurt- und Erika-Schrobach-Stiftung deutlich, die das Projekt „Land zum Leben für den Rotmilan“ realisiert hat.

„Es gibt in Schleswig-Holstein nach aktuellen Zählungen circa 130 Rotmilan-Reviere. Davon befinden sich in den Wäldern der Landesforsten circa 28 Brutreviere. Die Schwerpunkte liegen in den Kreisen Stormarn und Segeberg mit zwölf Revieren und dem Kreis Ostholstein mit elf Revieren“, erläuterte Tim Scherrer, Direktor der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten. Neben dem strengen Schutz der Horstbereiche würden alle Störungen vermieden, die einen Bruterfolg gefährden könnten. Auch die Naturwaldausweisung helfe dem Rotmilan.

„Wir können nur das schützen, was wir auch kennen“, sagte Stephan Mense, für den es wichtig ist, dass die Menschen auf zeitgemäße und unterhaltsame Art über die Natur informiert werden. Genau das versucht die Ausstellung, die nicht nur aus Schautafeln besteht, hier werden Filme gezeigt und sogar täuschend echt aussehende Kartoffeln können befühlt werden.

Diese spielen in der Nahrungskette auch für den Rotmilan eine Rolle, der sein Futter in Form von Vögeln ud Nagetieren nicht in geschützten Wäldern, sondern auf den Wiesen und Feldern findet. In der intensiv genutzten Landwirtschaft jedoch fällt es dem Greifvogel etwa vor der Maisernte schwer, genügend Futter für sich und seine Brut zu finden. Hinzu kommen Windkraftanlagen, deren Gefahr der Rotmilan wie alle anderen Greifvögel nicht einschätzen kann.

Die Ausstellung „Land zum Leben für den Rotmilan“ kann bis 22. Mai von 9 bis 18 Uhr im Obergeschoss des Waldhauses besichtigt werden.

Das Jahr des Rotmilans: Filmemacher legten für DVD 60 000 Kilometer zurück

Zweieinhalb Jahre ist der Journalist und Filmemacher Robin Jähne zusammen mit Sarah Herbort aus Detmold den Rotmilanen hinterhergefahren. 60000 Kilometer haben sie für ihre Aufnahmen zurückgelegt. Die Reise führte sie durch Deutschland, Südfrankreich, Spanien und die Schweiz. Bei ihren Aufnahmen von Rotmilan-Horsten konzentrierten sich die Filmemacher auf zwei Paare. Die Beobachtung jedoch erwies sich als äußerst schwierig. „Rotmilane haben Ausweichhorste“, erzählt Jähne.

Erheblich zugenommen haben Todesfälle durch Windkraftanlagen. „Als wir mit den Dreharbeiten begann, standen Windkraftanlagen als Gefahrenquellen noch auf Platz 3/4. Inzwischen nehmen sie Platz 2 ein, bei der direkten Tötung sogar Platz 1“, bedauert Robin Jähne. Die DVD „Das Jahr des Rotmilans“ ist 45 Minuten lang und zeigt zusätzlich Pannen, die bei den Dreharbeiten geschehen sind. Für zwölf Euro ist die DVD im Erlebniswald zu haben. pd

Von Petra Dreu

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