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Segeberg Landrat gibt Weg frei für weitere Nutzung des Levo-Parks
Lokales Segeberg Landrat gibt Weg frei für weitere Nutzung des Levo-Parks
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20:18 10.12.2015
Thomas Vorbeck weist Kritik an der Politik zurück.

Aufatmen bei den Firmen im Levo-Park. Gestern Nachmittag kam die erlösende Nachricht von Segebergs Landrat Jan Peter Schröder. Die vorliegenden Anträge zur Nutzung des Levo-Parks können bis zum 31. Dezember 2017 genehmigt werden, teilte er mit. Vorgestern war das noch gar nicht sicher, wie berichtet, wollte der Landrat das noch prüfen lassen. Der Unternehmer Andreas Schäfer vom Unternehmen PNT (Pflegenotfallteam), über dessen Befürchtungen die LN berichtet hatten, zeigte sich erleichtert. „Die Frist von zwei Jahren verschafft uns Luft — auch für die gerade von uns eingerichtete Kantine auf dem Gelände, die sehr gut angenommen wird.“ Grundsätzlich sei es schade, dass bei einem so großen Gewerbegebiet kein Einzelhandel von der Politik zugelassen werde.

Wie berichtet, hatte die Verbandsversammlung des Zweckverbandes Mittelzentrum Bad Segeberg/Wahlstedt mit breiter Mehrheit beschlossen, die Änderung des Flächennutzungsplanes für das Gelände des Levo-Parks mit geändertem Inhalt weiter zu betreiben. Nunmehr sollen auf dem gesamten Gelände ausschließlich gewerbliche Bauflächen entwickelt werden.

„Der Kreis Segeberg als Baugenehmigungsbehörde begrüßt diese Entscheidung, denn sie erhält für die auf dem Gelände bereits befristet zugelassenen gewerblichen Nutzungen die Perspektive auf eine dauerhafte Zulässigkeit. Auf der Grundlage des nun beschlossenen Verfahrens können die bestehenden Anträge befristet bis zum 31. Dezember 2017 genehmigt werden,“ teilte der Landrat mit. Schröder setzt aber voraus, „dass die geänderten inhaltlichen Vorgaben jetzt zügig und in konstruktiver Zusammenarbeit zwischen Zweckverband, Stadt und Eigentümer in einem Bebauungsplan umgesetzt werden. Wir werden diesen Prozess konstruktiv begleiten.“

Ausruhen können sich Politiker und Verantwortliche des Levo-Parks auf dieser Entscheidung nicht. Der Landrat erwartet, dass innerhalb der Zwei-Jahres-Frist von der Kreisstadt und dem Zweckverband „die notwendigen planungsrechtlichen Grundlagen für eine dauerhafte gewerbliche Nutzung geschaffen werden“.

Besonders dürfte die Entscheidung die Ärztekammer freuen. Die sitzt quasi auf gepackten Umzugskartons und war unsicher, ob es nun wirklich mit dem vorübergehenden Umzug der 90 Mitarbeiter in den Levo-Park klappt. Gestern waren alle Kammer-Mitarbeiter bei ihrer Weihnachtsfeier. Die Landrats-Genehmigung dürfte das größte Geschenk gewesen sein. . .

„Wir sind nicht die Dummen“
„Diese Aussagen von Herrn Wachholtz weise ich entschieden zurück!“ Empört zeigte sich der Vorsitzende des Planungsausschusses vom Zweckverband Mittelzentrum, Thomas Vorbeck (CDU), über die Äußerungen des Investors Ulf Wachholtz in den Lübecker Nachrichten über die hiesigen Kommunalpolitiker. Wachholtz hatte unter anderem den Politikern unterstellt, dass sie bei den Diskussionen nicht Flächennutzung- und Bebauungsplan auseinanderhalten könnten. Beides sei nicht getrennt voneinander behandelt worden.
Auch hatte der Investor moniert, dass sich einige gewählte Politiker nicht ausreichend mit dem Thema Levo-Park auseinandergesetzt hätten. Dazu sagt Vorbeck, dass alle politischen Vertreter in den Gremien des Zweckverbandes sehr gut über Flächennutzungs- und Bebauungspläne Bescheid wüssten. „Wir lassen uns von Herrn Wachholtz nicht als dumm hinstellen.“ Das Abstimmungsergebnis gegen Einzelhandel im Levo-Park sei eindeutig gewesen. Vorbeck: „Die Bauleitplanung erfolgt durch die Kommunen und wird nicht von der Staatskanzlei, der Industrie- und Handelskammer oder dem Verein ,Wir für Segeberg‘ gemacht.“ Auch seien jetzt nach der Meinung von Vorbeck drei Gutachten zu dem Thema genug. „Weitere Gutachten sind hier total überflüssig.“ Es sei ein Fehler der Stadt Bad Segeberg gewesen, die Abwägungs- und Beschlussvorschläge zu den eingegangenen Stellungnahmen im Levo-Park-
Verfahren nicht von neutralen Experten oder von der eigenen Verwaltung formulieren zu lassen. Stattdessen war ausgerechnet der von Wachholtz beauftragte Städteplanungs-Professor Gerhard Steinebach bestimmt worden, Abwägungen und Beschlussvorlagen den Politikern vorzulegen. „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“, heiße es doch so treffend. So seien die Kommunalpolitiker gezwungen, ihre eigenen Abwägungen zu treffen. Und die Meinung dazu sei ja auch eindeutig in den Gremien des Zweckverbandes ausgefallen, betonte Vorbeck. Geradezu ein Schildbürgerstreich wäre es gewesen, so Vorbeck, wenn man auf der nördlichen Seite des Levo-Parks demnächst 2000 Flüchtlinge unterbringe und auf der anderen Seite Gewerbetreibenden das Gelände wegen fehlender Nutzungsgenehmigung verlassen müssten. Aber da hatte der Kreis ja nun ein Einsehen. wgl
„Die eingeräumte Frist von zwei Jahren verschafft unserem Unternehmen Luft.“
Andreas Schäfer, PNT (Pflegenotfallteam)

Wolfgang Glombik

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