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Segeberg Eine Schulleitung für zwei Landschulen?
Lokales Segeberg Eine Schulleitung für zwei Landschulen?
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19:45 30.10.2018
Zwei, drei kleine Landschulen - eine Schulleitung. Warum nicht? Schulrat Jürgen Hübner möchte Warderfelde unbedingt erhalten. Quelle: Archiv
Warderfelde/Goldenbek

 Niemand wolle diesen Schulstandort schließen, heißt es. Aber die offiziellen Prognosen sprachen schon vor acht Jahren gegen Warderfelde: Laut dem Schulentwicklungsplan des Kreises von damals sollte hier die Schülerzahl ab dem Schuljahr 2017/18 erstmals unter die Mindestzahl von 80 sinken und sich dann kontinuierlich weiter verringern. So ganz verkehrt lagen die damaligen Prognosen nicht.

In diesem Schuljahr hat die Grundschule nur dank einiger auswärtigen Kinder die Schüler-Mindestzahl 80 mühsam erreicht, und Segebergs Schulrat Jürgen Hübner sieht kein Licht am Horizont. „Wir wissen, dass die Grundschule Warderfelde langfristig Schüler verlieren wird“, erklärt er auf Anfrage der Lübecker Nachrichten. Das Einzugsgebiet der Schule gebe einfach nicht mehr her, zumal große Neubaugebiete im Umfeld der Schule auch nicht im Werden seien. Die Bürger, die dort in Quaal und Umgebung vor Jahren ihr Häuschen gebaut hatten, haben heute eben keine kleinen Kinder mehr. Nun stelle sich die Frage nach der Eigenständigkeit der Schule. Das Thema von vor acht Jahren ist wieder hochaktuell.

Neueste Prognosen des Schulverbandes Bad Segeberg gehen davon aus, dass Warderfelde im kommenden Schuljahr nur noch 72 Schüler haben werde. Das wäre damit klar unter der Grenze. Schulleiterin Kathrin Domanowski sehe die Lage nicht so dramatisch, betont Hübner, der jetzt mit allen Beteiligten Gespräche führt, vor allem mit dem Schulträger. Wenn die Schülerzahlen langfristig unter 80 fallen, sei die Schule in ihrer Selbstständigkeit gefährdet. „Ein Ausweg ist eine organisatorische Verbindung mit einer anderen Schule.“ Den Antrag dazu müsste der Schulverband übrigens selbst stellen. Für Hübner ist die Zeit dafür günstig, jetzt über die organisatorische Verbindung mit einer anderen Schule nachzudenken. „Warderfelde wäre dann eine Außenstelle ohne eigene Leitung. Die würde in einer anderen Schule sitzen.“ Zum Beispiel in Goldenbek. Denn dort ist man zurzeit ohne Rektorin. Die Stelle ist noch nicht ausgeschrieben. Wie berichtet, hatte dort die Leiterin nach heftigen personellen Turbulenzen die Schule verlassen.  

Um die Schülerzahl selbst anhaltend zu steigern, müsste Warderfelde quasi seinen Kopf am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen und ein besonderes, eigenes Profil entwickeln, das so überzeugend ist, dass viele Eltern von auswärts ihre Kinder unbedingt dort einschulen möchten. Auch die Busverbindungen müssten dafür optimiert werden. Hübner sieht eine andere Lösung als realistischer an: Man verbindet Warderfelde mit der Grundschule Goldenbek, die derzeit 106 Schüler hat und der auch für das kommende Schuljahr noch 103 Schüler prognostiziert werden. Auch für die Grundschule Neuengörs wäre in fünf Jahren (derzeit 117 Schüler, steigende Tendenz) die Schulleiterstelle neu zu besetzen. „Es wäre eine intelligente Lösung für die drei Schulen.“ Für Hübner ist klar, dass kleine Schulen „wunderbare pädagogische Arbeit leisten können“, aber es könne wie jüngst in Goldenbek „auch mal schwierig werden“, wenn ein kleines Kollegium nicht harmoniert. Es sei heutzutage ohnehin schwierig, für kleine Schulen Schulleiter zu finden. Organisatorisch schwer aufzufangen sei es auch, wenn in einem kleinen Schulkollegium eine Lehrkraft ausfalle. „Die Eltern brauchen hier mehr denn je Verlässlichkeit.“

Ganz wichtig ist Hübner, dass alle drei Standorte erhalten bleiben. „Der Schulverband hat hier mächtig investiert, viel Geld in die Hand genommen, um die Schulen auszustatten“, lobt er. Das sei geradezu beispielhaft in Schleswig-Holstein. „Die drei kleinen Schulen haben alle ihre Berechtigung, da wird gute pädagogische Arbeit geleistet.“

Wolfgang Glombik

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