Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Lange Haftstrafe für Tankstellen-Räuber

Bad Segeberg Lange Haftstrafe für Tankstellen-Räuber

Drei Jahre und neun Monate Haft für 900 Euro Beute aus dem Überfall auf die Star-Tankstelle in Bad Segeberg im Februar 2014. Trotz des widerrufenen Geständnisses sieht das Schöffengericht die Tat als erwiesen an.

Voriger Artikel
Übung im Levo-Park: Feuerwehr-Show für Flüchtlinge
Nächster Artikel
Der gute Geist von St. Jürgen

Die Star-Tankstelle in Bad Segeberg wurde 2014 überfallen. Nun sprach das Gericht sein Urteil.

Quelle: Dreu

Bad Segeberg. 900 Euro Beute gegen drei Jahre und neun Monate Freiheitsstrafe – das war kein guter Tausch für Kevin L. (Name geändert). Das Schöffengericht Bad Segeberg sah es als erwiesen an, dass der heute 27-Jährige den Überfall auf die Star-Tankstelle im Februar 2014 begangen hat. Er wurde deshalb gestern wegen schwerer räuberischer Erpressung verurteilt. Drei Monate gelten als verbüßt.

Bei der Urteilsverkündung in Saal zwei des Amtsgerichtes bricht Kevin L. in Tränen aus. „Ich war es wirklich nicht“, hatte er in seinen letzten Worten vor der Urteilsberatung gesagt. Doch das Gericht glaubte ihm nicht. Denn während der Ermittlungen hat Kevin L. bei der Polizei ein umfangreiches und detailliertes Geständnis abgegeben. „31 Seiten lang“, so Richterin Sabine Roggendorf. „Warum erzählen sie so eine lange Geschichte?“, hatte sie den Angeklagten noch zu Beginn des siebten Verhandlungstages gefragt – ohne eine aufschlussreiche Antwort zu erhalten. Zur vermeintlichen Spielzeugwaffe, der Kleidung des Täters, insbesondere zu den ausgefallenen Handschuhen hatte L. bei der Polizei umfangreiche Angaben gemacht. Sogar in welchem Laden er sie gekauft habe. Eine Nachfrage beim Konzern hatte ergeben, dass die Handschuhe tatsächlich in Bad Segeberg verkauft wurden. Den Fluchtweg hat L. mit den Beamten im Anschluss an eine Hausdurchsuchung und Vernehmung sogar noch rekonstruiert. Seine Angaben decken sich mit Bildern mehrerer Überwachungskameras.

„Die Aussage offenbart Täterwissen“, befand Staatsanwalt Matthias Daxenberger in seinem Plädoyer. Insbesondere die Warteposition des Täters vor dem Überfall auf der anderen Straßenseite könne ihm niemand erzählt haben – L.’s Halbbruder war damals bei der Tankstelle beschäftigt. Auch der Theorie der Verteidigung, L. könnte zum Geständnis gedrängt worden sein, erteilte Daxenberger eine Absage. Zum Zeitpunkt als L. sein Geständnis abgab, habe es keinen anderen Tatverdächtigen gegeben. „Das ist nicht logisch“, meinte Daxenberger. Er beantragte eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und zehn Monaten.

L. selbst gab vor Gericht an, er habe sich unter Druck gesetzt gefühlt – ohne dies aber näher zu erläutern. Richterin Roggendorf verlas mehrere Stellen aus L.’s Vernehmungsprotokoll, in denen Pausen für den Angeklagten dokumentiert wurden – zum Rauchen und Kaffee trinken. Mehrfach seien ihm die Rechte verlesen worden. Einen Anwalt habe L. abgelehnt. Jede Seite sei von ihm unterschrieben. Die Fotos von der Fluchtwegbegehung zeigten einen entspannten L., so Roggendorf. Und in puncto Befragungen bei der Polizei sei er „routiniert ohne Ende“. Denn L. ist vielfach vorbestraft, hat zusammengezählt bereits 4,5 Jahre in Jugendarrest und Haft gesessen.

Auf den Überwachungsbändern konnte L. nicht identifiziert werden, hatte dagegen Verteidiger Volker Sprick betont: „Das Geständnis könnte falsch sein.“ Er bat das Gericht um einen „zurückhaltenden Spruch“.

„Unter dreieinhalb Jahren konnten wir nicht bleiben“, machte Roggendorf deutlich – drei Monate der Strafe sollen wegen der langen Verfahrensdauer als verbüßt gelten. Das Opfer des Raubs habe die Waffe für echt gehalten, sei monatelang in psychologischer Behandlung gewesen. Der Tankstellenkassierer war es auch, der L. identifiziert hatte: Nachdem L. das erste Mal als Zeuge bei der Polizei gewesen war, konfrontierte er den jungen Mann, der in L. darauf den Täter wiedererkannte. „Sie haben das ins Rollen gebracht“, so die Richterin zu L. Auch dessen Halbbruder und ein Freund meinten, diesen auf den Bildern der Überwachungskamera zu erkennen. Für das Gericht eine klare Sache.

Zu Gunsten L.s wurden die weiteren Vorwürfe wegen Körperverletzung und Beteiligung an einer zweiten Raubtat eingestellt. Auch, um unter dem maximalen Strafrahmen des Gerichts von vier Jahren zu bleiben. Gegen das Urteil können Rechtsmittel eingelegt werden.

Nadine Materne

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Reporter vor Ort

In einer fortlaufenden Galerie zeigen wir Ihnen jeden Tag die wichtigsten Bilder aus Lübeck und den umliegenden Kreisen. An dieser Stelle finden Sie die Galerie für den November 2016.

Sollten die Weihnachtsmärkte länger geöffnet haben?

Wie wollen wir wohnen, wenn wir einmal älter geworden sind? WG, ein Zimmer bei den Kindern, Servicewohnen, Seniorenheim? Die LN haben sich verschiedene Modelle im Kreis Segeberg angesehen. Zum Auftakt haben wir mit Experten gesprochen und Segeberger nach ihren Vorstellungen gefragt.

Wie wollen wir wohnen, wenn wir einmal älter geworden sind? WG, ein Zimmer bei den Kindern, Servicewohnen, Seniorenheim? Die LN haben sich verschiedene Modelle im Kreis Segeberg angesehen. Zum Auftakt haben wir mit Experten gesprochen und Segeberger nach ihren Vorstellungen gefragt. mehr

  • Lifestyle
    Unser Lifestyle-Portal

    Unser Lifestyle-Portal mit nützlichen News und Tipps: Informieren Sie sich über Mode, Beauty und aktuelle Trends. Mehr Schwung, mehr Spaß... mehr

  • Hochzeitszauber

    Alles zum Planen Ihrer Hochzeit - Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwoch... mehr

  • Events & Veranstaltungen

    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe. mehr

  • Reisetipps
    Unser Reiseportal

    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Ausstellungen, Theater, Konzerte und vieles mehr in Lübeck und Umgebung.

Karl-May-Spiele

Nachrichten zu den Karl-May-Spiele am Kalkberg in Bad Segeberg.

Kinokritik

Kurz und knapp erklärt, ob sich ein neuer Film lohnt oder nicht.