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Segeberg Lebenswerk eines Spätexpressionisten
Lokales Segeberg Lebenswerk eines Spätexpressionisten
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20:39 26.09.2017
Urlaubserinnerungen aus den Alpen mit einem Hauch Japan.
Groß Niendorf

Blumen aus dem Garten des Künstlers, überwiegend in Solitärvasen arrangiert, hat Machemehl gezeichnet; nun hängen sie an den Caféwänden und bringen die Farben des Sommers zurück. „Die Vasen stehen noch immer im Sierksdorfer Haus, deshalb fühle ich mich gerade wie zu Hause“, erzählt Ralf Jenett. Der 50-Jährige ist der Schwiegersohn von Erwin Jenett, der die Nichte und Adoptivtochter des Malers, Ingrid, geheiratet hatte. Erwin Jenett hatte sich nach dem Tod des Malers um die Öffentlichkeitsarbeit seines Schwiegervaters gekümmert und Ausstellungen in Deutschland und Polen, der ehemaligen Heimat des Künstlers, arrangiert. Auch hat er das Lebenswerk des Künstlers in einem Buch wiedergegeben.

Stillleben mit Blumen und Landschaften des Künstlers Günter Machemehl (1911- 1970) werden derzeit im Groß Niendorfer Hofcafé ausgestellt. In Aquarell und mit farbiger Kreide malte der Spätexpressionist, der nach dem 2. Weltkrieg nach Sierksdorf kam und dort mit seiner Frau lebte.

„Mein Schwiegervater hat 2015 eine Ausstellung über Machemehl in Heiligenhafen eröffnet, er wollte mich unbedingt dabei haben,“erinnert sich Ralf Jenett. Letztlich war es die letzte Ausstellung seines Schwiegervaters. Und so ist Jenett nun wiederum in die Fußstapfen seines Schwiegervaters getreten und kümmert sich um Ausstellungen. „Machemehl hat sich als verlorene Generation der Maler nach dem Krieg angesehen“, erklärt Jenett. Der 26-jährige Machemehl erhielt ein Berufsverbot von den Nationalsozialisten, hinzu kam, dass die Werke aus der ersten Schaffensperiode bis 1945 verschollen sind. Außerdem kam nach dem 2. Weltkrieg die abstrakte Malerei auf, für die Machemehl bereits zu alt gewesen war. „Er ist in eine Lücke gefallen, so hatte er anfangs auch Hemmungen Motive zu finden“, sagt Jenett. Machemehl war mit Karl Schmidt-Rottluff, dem Mitbegründer der Künstlervereinigung „Brücke“ befreundet. Über 20 Jahre lang wohnten Schmidt-Rottluff und seine Frau Emy den Sommer über bei Machemehls in Sierksdorf. Hier entstanden auch Werke der beiden Künstler. Teilweise die gleichen Motive, nur unterschiedlich interpretiert.

„Weiß ist immer das Papier bei Machemehl, das ist sein Erkennungszeichen“, sagt Jenett. Und ergänzt, dass auch die Insignien G.M. auffällig seien. Deshalb hofft er, dass Besucher der Ausstellung weiterhelfen können. Vielleicht haben sie G.M. auf einem Bild gesehen. Denn etwa 400 Bilder und Zeichnungen aus der ersten Schaffensperiode sind verschwunden. Machemehl und seine Frau waren interniert, als sie kurz in ihr Haus zurück durften, war alles zerstört, die Bilder und Zeichnungen weg. Ein befreundeter Maler hatte einige Großformate gerettet und mit nach Lübeck genommen, doch nur ein Bild kam beim Künstler an.

„Machemehl hat Schmidt-Rottluff nie kopiert“, betont Claus Bärwald. Der Kaltenkirchener Kunstlehrer, der Rottluff als Student in Berlin besucht hat, organisiert regelmäßig Kunstausstellungen im Café

bei Ehepaar Humfeldt. „Wir wollen die Vielfalt der Kunst und unterschiedliche Techniken vorstellen“, sagt Bärwald.

Von Silvie Domann

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