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Levo-Park-Investoren: Stadt soll Kosten für Bauleitplanung tragen

Bad Segeberg Levo-Park-Investoren: Stadt soll Kosten für Bauleitplanung tragen

Bürgermeister lehnt ab, bringt aber wieder die Erlaubnis von Einzelhandel und Wohnungen auf Kasernengelände ins Gespräch.

Bad Segeberg. Nachdem der Zweckverband Mittelzentrum (ZVMZ) Ende letzten Jahres im Flächennutzungsplan festgelegt hatte, dass auf dem ehemaligen Kasernengelände nur Gewerbeflächen (und nicht auch Wohnbebauung und Einzelhandel, wie von den Eigentümern gefordert) auszuweisen sind, wollen die Eigentümer der Fläche nun Planungssicherheit haben. Die ist zwar vom Kreis bis Ende nächsten Jahres gewährt worden. Doch die Investoren wollen Nägel mit Köpfen machen: Sie drängen die Stadt auf die Aufstellung eines Bebauungsplanes. Und sie sparen nicht mit Kritik an der Entscheidungsfindung in der Stadtvertretung und dem ZVMZ. Vor allem der Ablehnung von Einzelhandel läge die „irrationale Befürchtung“ zugrunde, „jede Form von Einzelhandel im Levo-Park gefährde die Innenstadt von Bad Segeberg“. Damit sei ihrem Konversionsprojekt „die Grundlage entzogen“ worden. Deshalb fordern die Eigentümer nun von der Stadt Bad Segeberg die Übernahme der Kosten für die Bauleitplanung. Darüber wird die Stadtvertretung am 26. April entscheiden.

Wenn ihr schon unser Konzept ablehnt, dann könnt ihr wenigstens die Kosten der Bauleitplanung übernehmen: So liest es sich zwischen den Zeilen, die Sven Borchers, Geschäftsführer der Lettow-Vorbeck-Viertel GmbH & Co. KG, an Bürgermeister Dieter Schönfeld (der Brief liegt den Vorlagen für die Kommunalpolitiker bei), geschickt hat. Was sagt der Bürgermeister zu der Forderung? „So wie von der Levo-Gesellschaft beantragt, kann das nicht beschlossen werden.“ Zumal die Stadt dann auch die Erschließungskosten tragen müsste. Die könnten sich durchaus im Bereich von zehn Millionen Euro einpendeln, meinte er. Grundsatz sei, so Schönfeld: „Wer eine Planung will, muss sie auch bezahlen.“

Gegenüber den LN machte er keinen Hehl daraus, dass er die ursprünglichen Pläne der Eigentümerfamilie Wachholtz unterstützt habe. Schönfeld befürchtet demnächst ein Überangebot an Gewerbeflächen im ZVMZ-Bereich. „Wir haben in Burgfelde ein Gewerbegebiet geschaffen, das ungefähr so groß ist wie das im Levo-Park. Außerdem planen Wahlstedt und Negernbötel ein ähnlich großes Industriegebiet.“ Da alle drei Flächen etwa sieben Hektar groß seien, sieht er Probleme, sie „voll“ zu bekommen. Schönfeld: „Dann hätten wir eine Überversorgung mit Gewerbeflächen.“ Als Folge befürchte er einen „ruinösen Wettbewerb“.

Daher halte er die Forderung des Kreises für richtig, von den Zweckverbandsgemeinden Bad Segeberg, Wahlstedt, Schackendorf und Fahrenkrug einen Gewerbeflächenentwicklungsplan zu verlangen, um den Bedarf zu ermitteln. Was also tun? Am Gewerbegebiet Burgfelde lässt Schönfeld nicht rütteln: „Das bleibt!“ Dafür könnten Wahlstedt und Negernbötel auf ihr Vorhaben verzichten. Das wäre eine Option. Oder der Levo-Park werde doch anders genutzt. Schönfeld würde das Rad glatt zurückdrehen. Er sagt: „Ich halte die ursprüngliche Idee der Betreibergesellschaft für diskussionswürdig“ — die sah auch Einzelhandel und Dienstleistungen sowie Wohnungen vor. Allerdings hat der ZVMZ dazu Nein gesagt. Würde Schönfeld dieses Votum gern rückgängig machen? „Das kommt drauf an.“ Die Lage habe sich schließlich geändert. Auf dem Kasernengelände stehe jetzt das Flüchtlingsdorf. Ein B-Plan könnte also eh nicht schnell umgesetzt werden. Schönfeld: „Die Zwischenzeit würde ich gern nutzen, um nochmal mit den Beteiligten den tatsächlichen Bedarf dieser Region zu entwickeln.“ Daher halte er es für richtig, „dass die Gespräche über eine Mischbebauung im Levo-Park fortgesetzt werden“. Er könne sich auch ein zweites Gutachten vorstellen. Auch Wohnraum im Levo-Park sollte möglich sein. Schönfeld: „Fachleute rechnen uns immer wieder vor, dass wir Zuwanderer brauchen — aber die müssen hier auch irgendwo wohnen.“

Von Christian Spreer

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