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Segeberg Levo-Park: Polizei ist nicht nur im Konfliktfall da
Lokales Segeberg Levo-Park: Polizei ist nicht nur im Konfliktfall da
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12:44 09.02.2016
„In allen unseren Landesunterkünften waren die Erfahrungen bisher nur positiv.“ Innenminister Stefan Studt (SPD)

 Um die 800 Bürger aus Bad Segeberg, Fahrenkrug und umliegenden Orten hatten sich gestern Abend zum Einwohner-Informationsabend in der Mehrzweckhalle am Städtischen Gymnasium eingefunden. Das Ganze geriet zum friedlichen Informationstausch, bei dem nur hier und da Unzufriedenheit oder ein Murren zu hören war.

Zur eher unaufgeregten Stimmung des Abends haben sicher die Aussagen zweier Leitender Polizeidirektoren beigetragen: Heiko Hüttmann, der seit Oktober 2015 die Besondere Aufbauorganisation Flüchtlinge (BAO) im Land leitet, und Andreas Görs, Leiter der Polizeidirektion Segeberg. Hüttmann versicherte, dass jede der 13 Landesunterkünfte, also auch die im Levo-Park, nach schleswig-holsteinischem Standard eingerichtet werde: eine geschlossene Umzäunung, bewachter Eingang, ständiger Sicherheitsdienst, aber auch eine durchgehend besetzte Polizeistation: „Das macht nicht jedes Bundesland so“, unterstrich Hüttmann. Eine solche Polizeistation habe nicht allein den Sinn, in Konfliktfällen einzugreifen, sondern auch eine stete Ansprechstelle für die Flüchtlinge zu sein, die oft aus chaotischen Verhältnissen nach Deutschland kämen und nun Sicherheit als wichtigen Wert erfahren würden.

Andreas Görs erklärte, dass die Polizeistation in der ehemaligen Kaserne mit etwa zehn Beamten besetzt sein werde. Und natürlich sei es nicht allein die Aufgabe seiner Kollegen, Anzeigen aufzunehmen und in Konfliktfällen zu vermitteln, sondern auch, sich in Zusammenarbeit mit den Hilfsoganisationen tagtäglich um die Flüchtlinge zu kümmern. Görs nahm Boostedt als Beispiel und erklärte, dass es bei einer Besetzung mit zum Teil bis zu 1600 und zurzeit 900 Menschen in vier Monaten gerade zu 13 Straftaten gekommen sei, sechs davon auf dem Gelände der Unterkunft. Von 30 Streitereien hätten sich 29 innerhalb der ehemalige Kaserne ereignet. Görs: „Das ist verschwindend gering.“ Was Bad Segeberg angehe, werde es sicher Veränderungen im Stadtbild ergeben — aber keine Steigerung der Kriminalität, „die von der Norm abweiche“.

Sebastian Fuß, CDU-Gemeindeevertreter in Fahrenkrug, kritisierte, dass die Fahrenkruger zu spät, nämlich erst gestern Abend zu erfahren bekommen hätten, was sie mit dem Levo-Park erwarte.

Innenminister Studt (SPD) zog sich diesen Schuh an: Vor lauter Bad Segeberg habe man nicht an umliegende Ortschaften gedacht. Das Nordtor aber liege nun einmal direkt neben den Unterkünften und sei deshalb der natürliche Zugang. Nach seinem Ortstermin am Nachmittag meinte der Minister, dass die Bewohner durchs Nordtor doch nicht „direkt in den Ort stolpern“ würden. Sie würden auch Bus fahren — zum Beispiel ins für sie attraktivere Bad Segeberg.

Lothar Kullack, Wolfgang Glombik und Heike Hiltrop

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