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Segeberg Levo-Park oder Rennkoppel: Wohin mit der Regio-Schau?
Lokales Segeberg Levo-Park oder Rennkoppel: Wohin mit der Regio-Schau?
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13:32 06.04.2016
Wegen einer Terminüberschneidung wich die Regio-Schau vergangenes Jahr auf den Levo-Park aus. 9000 Besucher kamen damals. * Quelle: hil

Von der Autobahn sind die Container für die Flüchtlingsunterkunft auf dem Levo- Park-Gelände gut zu sehen. In dichten Reihen stehen sie, noch unbewohnt. Die Ankunft der ersten Flüchtlinge verzögert sich, doch jedem ist klar, dass die Erstaufnahme dort einige Jahre bestehen bleiben wird. Noch vor gut einem Jahr, Ende April, standen an gleicher Stelle dichte Reihen von Autos von Besuchern der Regio-Schau. Veranstalter Ingo Micheel war 2015 wegen einer Terminüberschneidung mit seiner Leistungsschau auf den Levo-Park ausgewichen. Doch die Verlegenheitslösung wäre für die Schau 2017 der Wunschstandort gewesen. Doch ohne die Parkflächen sieht es schlecht aus. Zieht die Regio-Schau also doch wieder zurück auf den Landesturnierplatz?

Auf den Landesturnierplatz wollte Veranstalter Ingo Micheel nach der Terminpanne 2015 nicht zurück — Wegen der Erstaufnahme fehlen in der alten Kaserne aber die Parkflächen.

Micheels Wunschtermin für die Leistungsschau der Segeberger Wirtschaft sei das Wochenende der Landtagswahl am 6. und 7. Mai 2017, teilt Micheel auf LN-Nachfrage mit. Noch in diesem Monat wollte er eigentlich ein erstes Anschreiben an die Aussteller verschicken. Doch wohin soll er die Unternehmen einladen?

Eine Rückkehr auf den Landesturnierplatz in Bad Segeberg hatte Micheel nach den Ereignissen im Vorjahr zunächst ausgeschlossen. Damals hatte der Regio-Schau-Veranstalter zunächst eine Terminzusage für die Rennkoppel erhalten, dann aber war der Platz anderweitig vergeben worden für ein Reitturnier. Micheel habe sich nicht mehr zurückgemeldet, hieß es damals von der Stadt. Insbesondere nicht zur Zahlung der Nutzungsgebühren über 5000 Euro. „Darum ging es nie“, widerspricht Micheel auch heute noch. „Man hätte es mir nur sagen müssen.“ In den Jahren zuvor waren ihm die Kosten erlassen worden.

Nach einigen Überlegungen hat Micheel nun doch auf einen Brief der Stadtverwaltung reagiert, wonach er die Rennkoppel zu den „üblichen Bedingungen“ der Entgeltordnung nutzen könne. „Ich habe um eine konkrete und vor allem verbindliche Mitteilung über die Nutzung des Landesturnierplatzes gebeten“, so Micheel. Schriftlich. Insbesondere was die Kosten angehe. Aber eigentlich fände er es angebracht, wenn die Stadt ihm die Gebühren erlassen würde nachdem sie beim letzten Mal „den Termin vergeigt“ habe. Der Ball liege nun also bei der Stadt.

„Da gibt es erhebliche Bewertungsunterschiede“, sagt dazu Bürgermeister Dieter Schönfeld (SPD) auf LN-Nachfrage. Grundsätzlich seien alle Maßnahmen, die der Wirtschaft nützen, willkommen. Also auch die Regio-Schau auf der Rennkoppel. Was die Entgeltübernahme angeht, müsse Micheel einen entsprechenden Antrag an die Stadtvertretung stellen, wenn er meine, dass die Wirtschaft diese Kosten nicht selbst tragen könne. Als Starthilfe habe man die Kosten der ersten Regio-Schauen zwar erlassen. „Das kann ich aber nicht immer machen“, so Schönfeld mit Verweis auf die städtische Haushaltslage. „Die Einnahmen der Aussteller werden nicht in Bad Segeberg versteuert.“

Das dürfte nicht die Reaktion sein, die sich Micheel gewünscht hat. Grundsätzlich solle es aber nicht an einer Nutzungsgebühr scheitern, betonte dieser im LN-Gespräch. „Mein nächster Schritt wird aber sein, mit dem Bürgermeister in Fahrenkrug zu sprechen.“ Um an die Eigentümer der landwirtschaftlichen Flächen neben dem Levo-Park heranzukommen, um möglicherweise doch noch die Parkproblematik aufzulösen. „Der Levo-Park wäre nach wie vor meine erste Wahl.“ Dort seien die räumlichen Bedingungen für die Aussteller besser als auf dem Landesturnierplatz.

9000 Gäste hatten die Regio- Schau im Levo-Park besucht. Trotz Regens. „Solche Mengen kann man nicht shutteln“, schließt Micheel ein Park-and-Ride-Modell als Alternative zu fehlenden Parkplätzen aus. Eine letzte Chance sieht Micheel in der Nutzung einer Ackerfläche im Westen des Levo-Parks auf Fahrenkruger Gebiet. Im Osten grenzt die Autobahn an das Gelände, im Süden ist es die B 206. Im Norden ist der Zugang durch die Flüchtlingsunterkunft versperrt. Bleiben die Felder im Westen. Treckerspuren auf Satellitenaufnahmen stimmen Micheel positiv, was mögliche Ab- und Auffahrten auf die Flächen betrifft. „Ich muss aber erst noch recherchieren, wem die Flächen gehören“, sagt Micheel. Wenn der Landwirt zustimmt, sei der Levo-Park wieder im Rennen.

Von Nadine Materne

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