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Linda I. naschte die ersten Erdbeeren

Nehms Linda I. naschte die ersten Erdbeeren

Jetzt geht die Ernte auf dem Hornbrooker Hof los – Die Pflücker stehen in den Startlöchern.

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„Majestät“ Linda I. wird unter anderem auf der Kieler Woche für die Hornbrooker Erdbeeren werben.

Quelle: Fotos: Spreer

Nehms. Auf eine Spitzenernte hofft Hans-Peter Goldnick, Chef vom Hornbrooker Hof, einer der größten Erdbeerbauern im Norden. Heute eröffnet sein Betrieb offiziell die Erntesaison der roten Früchte.

LN-Bild

Jetzt geht die Ernte auf dem Hornbrooker Hof los – Die Pflücker stehen in den Startlöchern.

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Viele Jahre hatte sein Vater die Schwartauer Werke beliefert, bis 1976 die erste Direktvermarktung in Klein Rönnau an der B 432 eingerichtet wurde. Die Risiken, zu bestimmten Zeitpunkten eine bestimmte Menge Früchte zu einem bestimmten Preis an den Marmeladeproduzenten liefern zu müssen, habe ihn angesichts vielfältiger Ernterisiken bewogen, seine Erdbeeren seitdem ausschließlich direkt in eigenen Verkaufsstellen zu vermarkten. Hornbrooker Erdbeeren gibt es daher auch in keinem Supermarkt zu kaufen, versichert der Chef. Allerdings beliefere er einige Bäckereien und Eisdielen.

Der Betrieb ist kontinuierlich gewachsen. Inzwischen beschäftigt Goldnick 110 Menschen in der Produktion und 250 im Vertrieb, davon sind 30 festangestellt, der Rest arbeitet ausschließlich in der Saison bei ihm. An 85 Verkaufsstellen „von Flensburg bis Uelzen“ kann man Erdbeeren vom Hornbrooker Hof kaufen. Pro Jahr pflücken seine Saisonhelfer – überwiegend kommen sie aus Polen – 300 bis 400 Tonnen Erdbeeren. Auf 30 Hektar werden sie angebaut. Rund 100 Hektar groß ist der Betrieb, der zwei weitere wichtige Standbeine hat, vor allem die Produktion von Eiern. 65000 Legehennen sorgen für steten Nachschub. Ein weniger bedeutender Produktionszweig ist der Spargelanbau. Goldnick vermarktet aber auch Himbeeren und Kirschen von Berufskollegen.

Zum Saisonstart der Erdbeerernte inthronisiert der gelernte Bankkaufmann Goldnick jedes Jahr eine „Erdbeerkönigin“. In diesem Jahr ist es Linda I., eine 18-jährige Abiturientin aus Seedorf. Die junge Dame ist seit drei Jahren Erntehelferin auf dem Nehmser Betrieb, kennt den Hof aus dem Effeff. „Das war wohl ausschlaggebend, dass ich ausgewählt wurde“, sagte Linda gestern. Ihr Job: „Ich soll den Hof präsentieren, unter anderem auf der Kieler Woche.“

Auf den zahlreichen Feldern stehen die Pflanzen in Reih und Glied, zwischen den Reihen wurde Stroh ausgestreut, damit die schönen Früchte nach Regen nicht unansehnlich werden, weil sie in feuchter Erde liegen. „Trotz eines ausgesprochen nassen Frühjahrs haben sich die Bestände sehr gut entwickelt. Durch die Sonnenstunden im Mai erwarten wir eine hervorragende Fruchtqualität“, sagt Hans-Peter Goldnick voraus.

Neun Sorten Erdbeeren wachsen auf den Feldern heran. Die frühesten Sorten sind Clery und Flair. Sie mögen es, gegen Kälte mit Vlies und Folie abgedeckt zu werden. Später wächst die Honeoye, dann Symphonie, Sonata, Face . . . „70 Tage lang werden wir ernten“, sagt Goldnick voraus. Mitte August laufe die Ernte aus. Während der Verkauf an den Ständen heute beginnt, müssen sich die Selbstpflücker noch gedulden. Mitte Juni können sie starten, aber nur an zwei Stellen im Goldnick-Reich: in Klein Rönnau und in Flintbek. Ansonsten zählt der Erdbeerbaron auf seine polnischen Helfer.

60 bis 70 Prozent der polnischen Pflücker kommen jedes Jahr zum Arbeiten nach Nehms. „Sie sind schnell, zuverlässig und fleißig“, sagt ihr Chef. „Es ist eine Freude mit ihnen zu arbeiten.“

Durch die Einführung des gesetzlichen Mindestlohnes ist das Pfund der süßen Früchte um 30 Cent teurer geworden, erzählt Goldnick. Dem Absatz dürfte das kaum geschadet haben. Pro Jahr verkauft er schätzungsweise 150000 bis 200000 Körbe mit je zwei Kilo. Das Kilo kostet derzeit 7,60 Euro. Im Zwei-Kilo-Korb, für den zwei Euro Pfandgeld einbehalten wird, kostet das Kilo nur 7,50 Euro.

Der Pfundpreis beträgt 3,90 Euro.

Süße Frucht mit winzigen Feinden

Erdbeeren (Fragaria) sind botanisch betrachtet gar keine Beeren, sondern Sammelnussfrüchte – wie Himbeeren und Brombeeren. Das rote Fruchtfleisch ist nur eine Scheinfrucht, während die eigentlichen Früchte der Erdbeere die kleinen gelben Körner an der Oberfläche sind – diese Körnchen sind die Einzelfrüchte. Was viele ebenfalls nicht wissen werden: Die Erdbeeren gehören zur Familie der Rosengewächse. Es gibt etwa 20 Sorten.

Der Blütenfrost kann die Erntemenge entscheidend beeinflussen. Zuletzt haben Hans-Peter Goldnicks Erdbeeren am 4. Juni 2014 darunter leiden müssen. „Da sind uns vier Hektar kaputtgegangen“, sagt er. Gefürchtet sei auch der Befall durch Thripse (Fransenflügler). Diese winzigen Insekten saugen am Blütenboden und zerstören die Pflanzen, berichtet Goldnick.

Grundsätzlich ist der Herbst für die Entwicklung der Pflanzen wichtig. Da werde die Blütenanzahl festgelegt. Ein kaltes Frühjahr könne allerdings den Ertrag kräftig schmälern. In diesem Jahr seien seine Pflanzen aber von all dem verschont geblieben, so Goldnick.

 Christian Spreer

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