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Lob vom DGB für Sozialdemokraten

Bad Segeberg Lob vom DGB für Sozialdemokraten

Gewerkschafter nennt Mindestlohn bei SPD-Neujahrsempfang „größte sozialpolitische Leistung der letzten 30 Jahre“.

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DGB-Nord-Vorsitzender Uwe Polkaehn bezeichnete den Mindestlohn als größte sozialpolitische Leistung der vergangenen Jahrzehnte.

Bad Segeberg. Mindestlohn, Altersarmut, Rechtspopulismus und die Herausforderungen durch die Aufnahme von mehr als einer Million Flüchtlinge. Das waren die zentralen Themen des Neujahrsempfangs, zu dem der SPD-Kreisverband am Sonntag in die Jugendakademie Bad Segeberg geladen hatte. Klare Worte fand dazu Gastredner Uwe Polkaehn, Chef des DGB-Nord, der sich zuvor von der Musikschulformation „Dronz'n Fränz“ in eine Welt zwischen Mittelalter und Neuzeit entführen ließ.

In den Nachrichten ist die Flüchtlingspolitik seit Monaten eines der Topthemen, und auch der Gewerkschafter hatte sie an den Beginn seiner Rede gestellt. Der Grund dafür bereite ihm Sorge: „Ich glaube, die Windrichtung hat sich gedreht, spätestens seit der Silvesternacht.“

Die sexuellen Übergriffe auf Frauen in Köln, Hamburg und anderen Städten seien völlig inakzeptabel und kriminell. Die Täter müssten konsequent zur Rechenschaft gezogen werden. „Was aber nicht sein darf, ist, dass Parteien das ausnutzen und Vor-Vorwahlkampf betreiben“, sagte der Gewerkschafter in Richtung der schleswig-holsteinischen CDU: „1,5 Millionen Asylbewerber in einen Topf zu werfen, ist unredlich. Das gehört sich nicht“, erklärte Polkaehn.

Der gesellschaftliche Zusammenhalt dürfe nicht durch Straftäter zerstört werden. Die wirklichen Feinde der Demokratie seien für ihn die Rechtspopulisten — sowohl im eigenen Land als auch in den benachbarten Ländern. Der Auftrieb der rechten Parteien in Polen, Ungarn und Frankreich ließen ihn mit einem unguten Gefühl in die Zukunft blicken. „Ich mache mir Sorgen um Europa. Es darf nicht sein, dass die Europäische Union zu einem bloßen Staatenbund wird“, so Polkaehn.

Stolz sei er auf den Mindestlohn von 8,50 Euro, der zum 1. Januar 2015 eingeführt wurde. „Das ist die größte sozialpolitische Leistung seit 20 bis 30 Jahren. Sie gibt den Menschen ein Stück Würde zurück. Ohne die SPD hätten wir das nicht geschafft“, so der Gewerkschafter. Gleichzeitig machte er darauf aufmerksam, dass die Schleswig-Holsteiner acht Prozent weniger als der Durchschnittsbürger verdienen würden.

Die Altersarmut sei ein weiteres Problem, zudem arbeite ein Drittel aller Frauen im Niedriglohnbereich. „Wer ein Leben lang in Minijobs gearbeitet hat, hat am Ende seines Arbeitslebens einen Rentenanspruch von 150 Euro“, so Polkaehn.

Für den SPD-Ortsvorsitzenden Dirk Wehrmann stehen der Stadt Bad Segeberg indes noch viele Herausforderungen bevor. Dennoch lohne es sich, für die Stadt zu kämpfen. Er danke den Mitarbeitern der Verwaltung und vor allem den vielen Ehrenamtlern für ihren Einsatz bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise. „Sie haben Überragendes geleistet“, so Wehrmann.

Stephan Weber, Chef des SPD-Kreisverbandes, konnte neben den Bundestagsabgeordneten Franz Thönnes und Dr. Birgit Malecha-Nissen auch Vertreter der anderen Kreistagsfraktionen begrüßen. Für ihn war das vergangene Jahr „mit Griechenland und Volkswagen“ ein Jahr der Krisen, in dem die rechtsgerichteten Parteien wieder Aufwind bekommen hätten.

Wie schon Uwe Polkaehn forderte Weber, alle demokratischen Kräfte zu bündeln, um sich mit einem klaren „Nein“ gegen Rechtspopulisten zu stellen. „Nationalpopulisten prophezeien den Untergang der hiesigen Werte. Diese Entwicklung betrachte ich mit Sorge“, sagte der Segeberger SPD-Kreisvorsitzende.

Treue Genossen
Für seine 40-jährige Parteizugehörigkeit wurde Detlev Kircher geehrt. Kircher ist seit 22 Jahren Vorsitzender des Ortsvereins Seth. Guido Daszkowski (76) aus Henstedt-Ulzburg, die Kreistagsabgeordnete Ulla Lange (75) aus Norderstedt und die beiden Trappenkamper Gerd Pechbrenner (75) und Horst Timpl (79) gehören seit 50 Jahren zu den Genossen. Seit 70 Jahren sind Claus Gruntzdorff (89) und Adolf Rehders (91) Mitglieder der SPD. Beide Norderstedter wurden zu Hause besucht. pd

Petra Dreu

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