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Segeberg Logistikunternehmer mit neuen Ideen für Rantzau-Kaserne
Lokales Segeberg Logistikunternehmer mit neuen Ideen für Rantzau-Kaserne
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20:38 30.10.2013
Gustav Jürgen Tietje (r.) und Jens Schöttler stellten ihr Konzept für Boostedter Kaserne vor. Quelle: nam
Boostedt

Die Rantzau-Kaserne in Boostedt ist in ihrer Größe mit keiner in Schleswig-Holstein vergleichbar. „120 Hektar“, betonte Rüdiger Steffensen bei der ersten Sitzung des neuen Ausschusses für Konversion, dem der ehemalige Bürgermeister nun als bürgerliches Mitglied vorsitzt. „Das ist riesig. Segeberg ist ein Viertel davon.“ Noch immer könne er den Beschluss der Kasernenschließung nicht nachvollziehen, bei der Infrastruktur und der Lage mitten in Schleswig-Holstein. Doch genau wegen dieser Lage und Anbindung hat die Gemeinde schon jetzt ihren ersten Investoren: Gustav Jürgen Tietje, Logistikunternehmer aus Rendsburg.

Seit die Schließung der Kaserne bekannt wurde, habe er sich Gedanken über eine zivile Nutzung gemacht. Am Dienstagabend stellte er sein Konzept gemeinsam mit Jens Schöttler, dem Geschäftsführer der Firma e3 aus Hamburg vor. Demnach soll die Fläche in fünf Bereiche geteilt werden.

Im Osten stellen sich die beiden einen Lkw-Servicehof vor mit Lackiererei, Werkstatt, Waschanlage, Tankstelle und allem was dazu gehört. Die Anbindung solle über die Kreisstraße führen, „ohne Ortsberührung“, betonte Tietje. Daran anschließen solle sich ein Betriebshof „Repowering“ für die Firma e3. In den nächsten acht Jahren, insbesondere ab 2016, so Schöttler, würden mehr als 1000 Windanlagen zum Repowering anstehen. Derzeit würde dies in Bremen geschehen, allerdings gingen viele der aufbereiteten Anlagen Richtung Osteuropa. Er sehe viel Potenzial für Schleswig-Holstein — und Boostedt, wo es vor allem eine wichtige Ressource in Mengen gibt: Platz.

Im Süden stellt sich Tietje ein Gesundheitszentrum mit Reha und Kardiologie vor, er spreche bereits mit Interessenten, Einzelheiten gebe es aber noch nicht. Die verbleibende Fläche soll der Naherholung dienen, ein Reiterhof und ein Sporthotel entstehen. Zum Investitionsvolumen sagte Tietje, der als Gesamtinvestor auftreten wolle, nichts. Zunächst, so betonte der 62-Jährige mehrfach, gehe es darum, zu sondieren, was sich die Gemeinde überhaupt vorstellen könne auf dem Kasernengelände. „Wir können uns eine Menge vorstellen“, blieb Steffensen vage.

Weder Euphorie noch Abneigung zeigte der Ausschuss zu den Vorschlägen. Manfred Stankat (SPD) wendete ein, dass die Erfahrung gezeigt habe, ein derartig großes Projekt für einen Investor sei schwierig. Er wollte wissen, ob Tietje auch an einer Teilentwicklung interessiert sei. Der Rendsburger machte klar, dass er dazu nur in Grenzen bereit wäre. Es ist der dritte Versuch des Speditionsunternehmers, der einst die Firma TTS mit 4500 Mitarbeitern leitete, eine Kaserne zu entwickeln — nach Rendsburg und Bad Segeberg. Jedoch sei man sich nicht einig geworden mit der Bima. Die übernimmt Mitte 2016 die Kasernenfläche. Ab Januar will die Bima, laut Steffensen, bundesweit weitere Investoren „wecken“. Das ist offenbar im Sinne der Gemeinde, die gerne weitere Investorenauftritte im Ausschuss sehen wolle.

Nadine Materne

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