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Segeberg Luther und der böse Mammon
Lokales Segeberg Luther und der böse Mammon
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20:14 19.05.2017
„Luther und das liebe Geld“ hieß der Nachmittag mit Manfred Quaatz (links) als Lucas Cranach d.Ä. und Scotty Andresen als Martin Luther. Quelle: Foto: Kullack

„Mammon ist der allergemeinste Abgott auf Erden.“ Wer ihn so reden hört, den guten Dr. Martinus Luther, der muss ihn fast für einen Eiferer halten.

Die nächsten „Martinstage“

11. Juli: „Luther und das Recht – Freiheitsschriften“, 11 Uhr, Amtsgericht.

24. August: „Luther und Rantzau“, 19 Uhr, Kalkbergoase.

17. September: „Luther als erster Medienstar“, 15.30 Uhr, Kino.

13. Oktober: „Luther und Friedrich der Weise“, 19 Uhr, Rathaus.

Und im positiven Sinne war es der Reformator schließlich auch: Für Gottesfurcht und gegen die Gier nach den eitlen Gütern der Erde. „Luther und das liebe Geld“ war der Nachmittag überschrieben, der jüngste der „Martinstage“ der Bad Segeberger Kirchengemeinde. Passenderweise fand er in der Sparkasse statt.

Begleitet und durchbrochen vom Flötenkreis der Kirchengemeinde unter Leitung von Kantor Andreas J. Maurer-Büntjen, vom gemeinsamen Singen und von Diskussionen, die Pastorin Rebecca Lenz angeregt hatte, war ein Zwiegespräch – gespeist aus historischen Texten – das Interessante an diesem Nachmittag: Manfred Quaatz, sonst Segebergern vor allem in der Rolle des Heinrich Rantzau bekannt, gab den Maler Lucas Cranach den Älteren und Scotty Andresen verkörperte Dr. Martin Luther. Zu Zeiten des großen Reformators hatte man allen Grund, sich mit Geld und Geldeswert zu beschäftigen, denn man lebte mitten in einer Zeitenwende: Die Geldwirtschaft löste sich von der Naturalwirtschaft, die ersten großen Handelshäuser entstanden. Erste „Global Player“ wie Fugger oder Welser handelten sogar weltweit.

Entdeckt wurde zugleich die Finanzierung durch Darlehen, der Zinswirtschaft aber hatte die Bibel einen Riegel vorgeschoben: Laut 2. Buch Mose 22,24 und 3. Mose 25,36 ist es verboten, Zinsen zu nehmen.

Diesen Standpunkt vertrat Luther auch in der Diskussion mit Lucas Cranach – ein geschickter Kunstgriff der Veranstalter, denn Cranach war nicht allein ein begnadeter Maler, sondern auch ein erfolgreicher Unternehmer seiner Zeit: Vom Wirtshaus bis zur Apotheke hatte sich Ratsherr Cranach so manche Einnahmequelle geschaffen. Luther hingegen verabscheute den „Mammon“, ein Wort aus dem Aramäischen, das Luther bei seiner Bibelübersetzung nicht eindeutschte, sodass es Einzug in die deutsche Sprache fand.

Lothar Hermann Kullack

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