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Segeberg Mackie Messer zu Besuch in Rohlstorf
Lokales Segeberg Mackie Messer zu Besuch in Rohlstorf
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20:19 23.06.2016
Proben für die Dreigroschenoper: Justus Müller (16, von links), Theresa Fink (15), Martje Majowski (17) und Simon Schulz-Ayecke (15).

Ganz schön schwere Kost für die Schüler der Annette-von-Rantzau-Gemeinschaftsschule in Rohlstorf: Derzeit arbeiten 25 Schüler des Gestalten-Kurses und Statisten mit Hochdruck an Bertolt Brechts Theaterstück „Dreigroschenoper“, das anders als der Name vermuten lässt, keine Oper ist, sondern ein politisch engagiertes Theaterstück mit Gesang. Zwei Aufführungen wird es geben, am 11. und am 13. Juli, zu denen alle Kulturinteressierten eingeladen sind. Besonders gespannt dürfte eine Gruppe von jungen Asylbewerbern aus Syrien, Afghanistan, Armenien und dem Irak sein, denn sie haben im Berufsbildungszentrum (BBZ) Bad Segeberg das Bühnenbild für das Stück gebaut.

Als sich Gisela Rohde-Bay , Fachlehrerin für Gestalten und Regisseurin des Stücks, für die Dreigroschenoper als nächstes Theaterprojekt entschieden hat, ahnte sie nicht, welche Komplikationen auf die Schule zukommen würden. „Das Stück durfte nur mit Orchester oder einem Pianisten aufgeführt werden. Alles andere war nicht erlaubt und hätte Abmahngebühren zur Folge gehabt“, erzählt Torsten Schermer, der für die technische Umsetzung der Musik zuständig ist.

Zwei Monate dauerten die Querelen um die Urheberrechte des 88 Jahre alten Stückes, aus dem Titel wie „Die Moritat von Mackie Messer“ oder „Die Seeräuber-Jenny“ Welthits geworden sind. Der chilenische Pianist Esteban Ravanal, der bereits zahlreiche Musicals begleitet hat, machte es schließlich möglich: Er spielte die einzelnen Stücke ein, damit die Schüler mit einem Playback üben konnten. Bei den Aufführungen spielt Ravanal vor Ort.

„Dieses Stück ist eine echte Herausforderung“, sagt Torsten Schermer, der gestern gemeinsam mit dem 15-jährigen Schüler Simon Schulz-Ayecke eine musikalische Kostprobe gab, von der selbst Annette von Rantzau, Namensgeberin der Schule, begeistert war.

Wesentlich einfacher als die rechtlichen Hintergründe war die Gestaltung der Kulissen, die Jugendliche und junge Erwachsene gebaut haben, die teilweise erst wenige Monate in Deutschland sind und im BBZ die deutsche Sprache erlernen. Ein Anruf von Gisela Rohde-Bay genügte und Fachleiter Ole Püschmann und seine DeutschSchüler waren begeistert. Der Lehrer und Malermeister fertigte Skizzen an, gemeinsam legten seine Schüler los.

Dabei brachte er den jungen Asylbewerbern bei, worauf es beim Kulissenbau ankommt. Dazu gehört, dass Rückwände schwarz sein sollten. Wie „Patina“ auf die noch sauberen Kulissen gebracht wird, zeigte er ihnen ebenfalls. Ein „verschmutzter“ Farbton wurde angerührt, mit einem Naturschwamm aufgetragen und wieder abgewischt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen .

„Es war ein Experiment und hat Spaß gemacht. Alle waren ungeheuer diszipliniert. Wir waren von orientalischer Musik umgeben. Es wurde gesungen und alles lief von selbst“, berichtet Püschmann, der zur Präsentation der Kulissen außer seinen Schülern auch Schulleiter Heinz Sandbrink mit nach Rohlstorf gebracht hatte. Das Lob, wie gut die jungen Männer bereits der deutschen Sprache mächtig seien, hörte er gerne. Sandbrink: „Unsere Lehrer sind mit Herzblut dabei. Sie haben diese Aufgabe zu ihrer Sache gemacht.“

Eintritt frei

Zwei Vorführungen der dreistündigen Dreigroschenoper sind auf Einladung von Bernd Jorkisch als Vorsitzender des Fördervereins in der Remise der Annette-von-Rantzau-Gemeinschaftsschule geplant. Die Premiere findet am Montag, 11. Juli, ab 19 Uhr statt.

Einen zweiten Vorstellungstermin hat die Schule zwei Tage später, für Mittwoch, 13. Juli, anberaumt. Beginn ist ebenfalls um 19 Uhr. Der Eintritt für beide Vorstellungen ist frei. Um eine Spende für den Förderverein der Annette-von-Rantzau-Gemeinschaftsschule jedoch wird gebeten. pd

Petra Dreu

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