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Segeberg Männer wollten Kinder in ihr Auto locken
Lokales Segeberg Männer wollten Kinder in ihr Auto locken
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21:23 23.01.2017
Die Unbekannten haben die Kinder im Bereich Neumünsterstraße, Dorfstraße und Rendsburger Straße angesprochen. Ihr Fahrzeug wird als „schwarzer VW-Bus“ oder „dunkler Transporter“ beschrieben. Quelle: OLIVER VOGT
Wahlstedt

Die Polizei nimmt die Vorfälle sehr ernst, sicherte am Montag den Schulweg der Wahlstedter Kinder mit Streifenwagen ab.

Die Schilderung der Polizei klingt unheimlich: Am frühen Freitagmorgen sollen zwei Männer aus einem schwarzen VW-Bus heraus mehrere Schulkinder der dritten und vierten Klasse angesprochen und gefragt haben, ob sie nicht in das Auto einsteigen wollten. „Als die Kinder abgelehnt haben, ist der Wagen mit hoher Geschwindigkeit davongefahren“, sagte Peggy Bandelin, Sprecherin der Polizeidirektion Bad Segeberg. Die Kinder hätten richtig reagiert. Auch, als sie danach in der Schule von dem Vorfall erzählten. Über die beiden Männer sei bisher aber nur bekannt, dass sie zwischen 30 und 40 Jahre alt sein sollen. Ereignet habe sich der Vorfall laut Polizei im Bereich von Neumünsterstraße und Dorfstraße.

Bedrohlich: Noch am selben Tag kam es zu einem weiteren Zwischenfall dieser Art: Gegen 18 Uhr soll ein Mann, der an der Ecke Dorfstraße/Rendsburger Straße neben einem „dunklen Transporter“ gestanden haben soll, einen zehn Jahre alten Jungen angesprochen haben. „Der Unbekannte hat den Jungen aufgefordert, zu ihm zu kommen“, berichtet Bandelin. Darauf habe der Zehnjährige aber nicht reagiert, sei mit seinem Fahrrad weitergefahren. Später habe er seiner Mutter davon erzählt. Den Mann beschreibt das Kind als 1,75 bis 1,80 Meter groß. Er habe deutsch gesprochen, sei dunkel gekleidet gewesen und habe eine Mütze getragen. Dass beide Taten miteinander im Zusammenhang stehen, lasse sich zwar vermuten, werde gegenwärtig aber noch geprüft, sagt die Polizeisprecherin.

An der Helen-Keller-Schule in Wahlstedt, auf die die angesprochenen Kinder gehen, verbreitete sich die Nachricht von dem Vorfall wie ein Lauffeuer. „Die meisten Kinder und Eltern haben inzwischen davon erfahren und sind natürlich sehr beunruhigt“, sagt Schulleiterin Kathrin Deeg. Verhaltensweisen, wie Kinder mit solchen bedrohlichen Situationen umgehen könnten, würden zwar ohnehin regelmäßig durchgenommen. „Jetzt hat das Thema aber eine besondere Dringlichkeit bekommen“, räumt Deeg ein. Nach den jüngsten Ereignissen wolle man es zwar vermeiden, die Kinder in Panik zu versetzen. „Aber die Angst schwingt bei vielen mit. Wenn das von den Schülern angesprochen wird, reden wir mit ihnen darüber.“

Bandelin kündigt derweil an, dass auch in den kommenden Tagen die Polizei auf den Schulwegen erhöhte Präsenz zeigen werde. Überdies ermittele die Kriminalpolizei mit Hochdruck, um die Unbekannten ausfindig zu machen. Dafür sollen auch die Kinder, die die Männer gesehen haben, vernommen werden. Hinweise nimmt die Kriminalpolizei auch unter der Rufnummer 04551/8840 entgegen.

Tipps der Polizei

Auf dem Schulweg sollten Kinder „Rettungsinseln“ kennen, zum Beispiel Geschäfte, in denen sie um Hilfe bitten können.

Eltern sollten mit ihren Kindern üben, wie es sich bei Bedrohung verhalten soll.

Kinder müssen lernen, dass sie gerade fremden Erwachsenen gegenüber „Nein“ sagen dürfen und weder mit ihren reden oder Auskünfte geben müssen.

Von Oliver Vogt

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