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Segeberg Makler halten Preisbremse für nicht durchsetzbar
Lokales Segeberg Makler halten Preisbremse für nicht durchsetzbar
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18:29 09.11.2013

In Berlin rauchen in Dutzend von Arbeits- und Unterarbeitsgruppen die Köpfe, um eine Große Koalition festzuzurren. Einer der Vorschläge: Der Mietpreisanstieg soll gebremst werden, und künftig sollen auch Vermieter die Courtage bezahlen, dann nämlich, wenn sie den Makler selbst beauftragt haben. „Gar nicht durchsetzbar“, kritisieren von den LN befragte Segeberger Makler.

Wenn ein Vermieter bei einer Kaltmiete von 400 Euro zwei Monatsmieten plus Mehrwertsteuer an Maklercourtage zahlen müsse, dann werde er sich diese 960 Euro über die Miete gleich wieder hereinholen, erklärt Marco Thiede, Inhaber von Immobilien Sarau in Klein Rönnau. So wünschenswert die geforderte „Kappungsgrenze“ von maximal 15 Prozent Mietpreissteigerung in vier Jahren sei, so wenig ließe sich das im ländlichen Raum umsetzen.

„In neue Wohnungen wird nur investiert, wenn die Rendite stimmt“, sagt Olaf Tödt von DS-Immobilien Hagemann & Tödt. In Hamburg gebe es nicht deshalb derart hohe Mietpreise, weil die Courtage zu hoch sei, sondern weil zu wenig gebaut worden sei. Johannes Hansen von LBS Immobilien meint, dass manches in den Koalitions-Vorbereitungen mit zu rascher Feder geschrieben worden sei und in der Sache daneben greife: „Das ist schwierig durchzusetzen, wird aber eher den Mietmarkt in Großstädten, nicht unseren beeinflussen.“

Zweifel an der Umsetzung hat auch Olaf Hinrichsen von Hinrichsen Marketing & Immobilien aus Klein Rönnau. Er glaubt nicht, dass die Gesetzesänderung dort ankommt, wo sie soll: bei geringer Verdienenden. Die würden ohnehin keine Wohnung über einen Makler nehmen. „Da ist viel Populismus in der Debatte.“ Außerdem frage er sich, wie die Umsetzung funktionieren solle. Denn werde er von einem Vermieter beauftragt, einen Mieter zu finden, könne er diese Wohnung nicht dem Kunden anbieten, der über ihn eine Wohnung suche: „Ich kann mich ja nicht zwei Mal bezahlen lassen.“ Hinrichsen plädiert für eine Kostenteilung.

Ganz anders sieht der Mieterbund die Berliner Verhandlungsergebnisse. „Die Courtage häufig ohne große Gegenleistung vom Mieter zu kassieren, war stets die blanke Abzocke. Wir fordern seit Jahren, dass das unterbunden wird“, lobt Jochen Kiersch, Geschäftsführer des Kieler Mietervereins, den Entwurf der Koalitionäre. Dass Vermieter die Courtage gleich wieder umlegen würden, glaube er nicht: „Das ist eine Drohgebärde wie sie schon nach anderen, für Grundstückeigentümer missliebigen Entscheidungen geäußert wurde und die sich statistisch nicht bewahrheitet.“

Manchen gehen die Berliner Pläne längst nicht weit genug. Henning Evers, Betreiber des Immobilienportals www.ohne-makler.net — der Name ist hier Programm — fordert eine Ausweitung des „Besteller-Prinzips“ auch auf Grundstücksverkäufe. Manche Makler schreckt das gar nicht. „Bei Verkäufen bin ich auch für dieses Prinzip“, sagt Marco Thiede. Er habe auf dem Courtage-Markt ohnehin ein Nord-Süd-Gefälle beobachtet: Im Süden zahle der Verkäufer, in der Mitte Deutschlands gehe es halbe-halbe und nur hier im Norden müsse der Käufer für die Dienste des Maklers zahlen.

Lothar Hermann Kullack und Nadine Materne

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