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Segeberg Mama ist arbeitslos, weil sie bei den Hausaufgaben hilft
Lokales Segeberg Mama ist arbeitslos, weil sie bei den Hausaufgaben hilft
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21:21 04.07.2013
Grund für Arbeitslosigkeit: Alleinerziehende helfen bei Hausaufgaben.
Bad Segeberg

Es gibt neue Beratungsangebote für Alleinerziehende. In offenen Sprechstunden werden diese an den Standorten des Jobcenters im Kreis an zunächst drei Terminen zwischen dem Ende der Sommerferien und dem Beginn der Herbstferien über das bestehende große Beratungsangebot des Kreises informiert. Alleinerziehenden sollen dabei „Beratungsängste“

genommen werden. Sie können so bei Problemen das zur Verfügung stehende „Netzwerk“ nutzen. Auch sollen Alleinerziehende in Informationsveranstaltungen auf den Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem 1. August hingewiesen werden. Hier werden demnächst Gruppenveranstaltungen angeboten.

Bereichsleiter Stefan Stahl und die Beauftragte für Chancengleichheit vom Jobcenter, Tanja Gienke, informierten jetzt auch über eine umfangreiche, sehr erfolgreiche Fragebogenaktion bei Alleinerziehenden. Immerhin sind im Jobcenter Kreis Segeberg zurzeit 1792 Alleinerziehende gemeldet, 49 Prozent von ihnen gehen einer Erwerbstätigkeit — meist Minijobs — nach, können aus den Einkünften nicht den Lebensunterhalt für sich und ihre Kinder decken. Als Ursache für Arbeitslosigkeit wurde von den 637 teilnehmenden Alleinerziehenden vor allem mangelnde Mobilität als häufigste Ursache angegeben. Für Tanja Gienke vom Jobcenter war das überraschend. Offensichtlich reiche hier das Angebot des Öffentlichen Nahverkehrs nicht aus. Erstaunlich war für sie auch, dass nicht nur Dorfbewohner, sondern gerade Stadtbewohner aus dem Kreis Segeberg über mangelnde Mobilität klagten.

Als Zweitwichtigsten Punkt für Arbeitslosigkeit wurde von Betroffenen angegeben, dass die Kinder die mütterliche Unterstützung bei den Hausaufgaben benötigten. Auch die Einschätzung, dass viele Arbeitgeber keine Alleinerziehenden einstellen wollen, fand große Zustimmung bei der anonymen Befragung. Tanja Gienke zieht daraus auch den Schluss, dass die Alleinerziehenden nicht genügend Selbstvertrauen haben. Stahl mahnte bei Firmenleitungen den Abbau von Vorurteilen an. Hier sollen Gespräche mit Unternehmern geführt werden. Stahl betonte, dass eine Arbeitsaufnahme nicht an der fehlenden Kinderbetreuung scheitern dürfe. Dafür müsse alles in die Wege geleitet werden.

Tanja Gienke forderte die Alleinerziehenden dazu auf, ihre Kinder in Betreuung zu geben, damit sie Zeit und Ruhe haben, einen Job zu finden. Die Frauen sollten nicht erst auf einen Job warten und dann „von schnell auf gleich“ einen Krippenplatz besorgen, sondern schon vorher aktiv werden.

Wolfgang Glombik

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