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Segeberg Mann für Vergewaltigung zu fast drei Jahren Haft verurteilt
Lokales Segeberg Mann für Vergewaltigung zu fast drei Jahren Haft verurteilt
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21:34 19.04.2016
Das Gericht machte strafmindernde Gründe geltend - ohne wären auch sechs Jahre Haft möglich gewesen, sagte der Vorsitzende. Quelle: dpa
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Kiel

Für die brutale Vergewaltigung einer jungen Frau muss ein 37 Jahre alter Mann insgesamt zwei Jahre und acht Monate ins Gefängnis. Das Kieler Landgericht befand den Mann gestern für schuldig, sein 21-jähriges Opfer in Bad Bramstedt am frühen Morgen auf dem Weg zu seiner Ausbildungsstelle vergewaltigt zu haben. Der Angeklagte habe die junge Frau am 20. September 2015 verfolgt, sie in einen Graben gestoßen und sich an ihr vergangen, sagte der Vorsitzende Richter.

Der 37-jährige Bauunternehmer hatte seinem Opfer vor dem Prozess 12 500 Euro Schmerzensgeld gezahlt und sich tief reuig gezeigt. Er war zur Tatzeit alkoholisiert, deswegen sei eine verminderte Schuldfähigkeit nicht auszuschließen, sagte der Vorsitzende Richter. Kurz vor der Tat hatte der Familienvater von seiner Krebserkrankung erfahren. Der Mann ist nicht vorbestraft und laut Gutachterin tief erschüttert von der Tat. Ohne die strafmildernden Gründe wären auch sechs Jahre Haft möglich gewesen, betonte der Vorsitzende Richter.

„Ich habe in meinem Leben einer Frau noch nie etwas Schlimmes getan“, gab der Mann, der mit Frau und zwei Kindern zusammenlebt, während der Verhandlung an. Der damals 36-Jährige kam kurz nach dem Verbrechen in Untersuchungshaft. Er war unter anderem aufgrund von Überwachungsvideos und DNA-Spuren überführt worden. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung hatten die Ermittler unter anderem einen auffälligen, signalroten Kapuzenpulli entdeckt. Bei der Öffentlichkeitsfahndung nach dem Mann hatte die Polizei besonders dieses Kleidungsstück erwähnt.

Dem Urteil vor dem Landgericht ging eine Verständigung zwischen Gericht, Anklage, Nebenklage und Verteidigung voraus. Dabei wurden dem Mann für ein Geständnis maximal drei Jahre Haft zugesichert. Die Staatsanwältin hatte zwei Jahre und neun Monate Haft gefordert, der Verteidiger eine Bewährungsstrafe. Die Tat hatte sich morgens gegen 6.30 Uhr im Lohstücker Weg ereignet, wo der Mann die Frau gepackt, sie in einen Graben gezogen und sie dort missbraucht hatte. Nachdem der Täter geflüchtet war, war das Opfer zurück an die Straße gegangen, wo ihr eine vorbeikommende Busfahrerin geholfen und auch die Polizei informiert hatte. Das Opfer leidet laut Staatsanwaltschaft noch heute an den psychischen Folgen und könne nicht allein sein.

lno/jwu

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