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Segeberg Marathon fürs Martinshorn
Lokales Segeberg Marathon fürs Martinshorn
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20:36 10.08.2017
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Klein Gladebrügge

Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Klein Gladebrügge waren mächtig stolz, als sie 2006 ein nagelneues Feuerwehrauto abholen konnten. Alles war dran und drin, was die Ortsfeuerwehr mit ihren 29 Aktiven im Einsatz brauchte. Nur eines wurmt heute noch die Feuerwehrehre: Während die Autos der umliegenden Wehren mit einem Pressluft-Horn ausgestattet sind, hatte sich die Gemeinde Klein Gladebrügge für ein kostengünstigeres Elektro-Horn entschieden.

Auf die Plätze, fertig, los: Tim Gräper (l.) wird von Thomas Meifert angefeuert. Die Brandschützer aus Klein Gladebrügge starten beim Lübeck-Marathon und sammeln so Sponsorengelder für ein lauteres Horn. Quelle: Foto: P. Dreu

Das jedoch hat einen entscheidenden Nachteil: Es ist leiser als die Pressluft-Varianten. Die älteren Feuerwehrleute konnten gut damit leben. Die Jungspunde aber nicht, denn sie wollen im Einsatz nicht nur gesehen, sondern auch gehört werden. Das hatten die Mitglieder benachbarter Feuerwehren natürlich schnell spitz. Kaum brauste die Wehr aus Klein Gladebrügge mitsamt Blaulicht und Elektro-Horn zum Einsatz, legten sie mit dem Satz „macht das Gejaule aus“ immer wieder den Finger in die Wunde der jungen Klein Gladebrügger Brandschützer.

Deren Ärger darüber stieg von Einsatz zu Einsatz. „Wegen unseres Martinshorns haben uns alle immer wieder ausgelacht“, erzählt Feuerwehrmann Tim Gräper, der als Teil des Schlauchtrupps dafür sorgt, dass sämtliche Schläuche in Ordnung sind. Während eines Funkdienstes tauschte er sich mit seinem Kollegen Thomas Meifert über die „Schmach“ des Elektro-Horns aus. Das sollte nicht so bleiben, nahmen sich die Feuerwehrleute vor. Sie heckten einen Plan aus, wie sie die 2069 Euro für ein neues Martinshorn auftreiben könnten, holten sich die Zustimmung der Wehrführung und liefen im wahrsten Sinne des Wortes los.

Den 42,195 Kilometer langen Marathon von Travemünde nach Lübeck am 8. Oktober haben sich die Feuerwehrleute als Ziel gesetzt. Wie bei einem Spendenlauf suchen sie Firmen und Privatpersonen auf, die jeden gelaufenen Kilometer sponsern sollen. Inzwischen trainieren sie seit mehreren Monaten ihre Kondition, um für den Lübeck-Marathon gerüstet zu sein. Womit sie nicht gerechnet haben: Die Aktion kam so gut bei den Sponsoren an, dass das Spendenkonto bereits jetzt auf 1743,41 Euro angewachsen ist, ohne dass sie auch nur einen Kilometer des Marathons hinter sich gebracht haben.

„Wir laufen trotzdem. Je mehr Spenden eingehen, desto weiter laufen wir“, versichert Tim Gräper. Unterstützt werden er und Thomas Meifert von ihrer „Merchandising-Abteilung“, die stetig neue Ideen für die Sponsorensuche entwickelt. Sie hat unter anderem T-Shirts mit dem Aufdruck „Marathon fürs Martinshorn“ anfertigen lassen.

Der Marathon ist nicht die erste Aktion des Schlauchtrupps. „Für verrückte Ideen sind wir immer zu haben“, sagt Tim Gräper, der mit seinen Mitstreitern auch schon im Dirndl das Oktoberfest gefeiert hat. Um an Sponsorengelder zu kommen, färbten sie ihre Haare wasserstoffblond, rasierten sich im Kollektiv ihr Haupthaar ab, „verschönerten“ ihre Körper mit Sprühlack und machten beim Anbaden im Großen Segeberger See selbst vor Eisschollen nicht Halt.

Wer die Feuerwehr Klein Gladebrügge bei der Finanzierung eines neuen Martinshorns unterstützen möchte, findet weitere Infos auf der für den Lauf eingerichteten Facebookseite „Marathon fürs Martinshorn“.

Petra Dreu

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