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Marthas besondere Weihnachtsüberraschung

Goldenbek Marthas besondere Weihnachtsüberraschung

Die 85-Jährige aus Goldenbek hat keine Familie mehr — Dennoch war sie zum Fest nicht allein, dank lieber Menschen und Facebook.

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Sogar ein Päckchen war unter den Weihnachtsgrüßen für die Seniorin, das mit Freude ausgepackt wurde.

Goldenbek. Weiße Haare, Brille mit rotem Gestell, ein einnehmendes Lächeln — das ist Martha Kothe. Die 85-Jährige, manche sagen über sie, sie sei eine „fröhliche Type“, lebt im Haus Goldenbek, einem Seniorenheim. Liebste Freundin ist Margarete Krasemann, ihre Zimmergesellin.

Martha Kothes Mann ist längst gestorben, Kinder hat sie nicht. Und so war die Überraschung besonders groß, als rechtzeitig zum Fest dennoch etliche Weihnachtsgrüße eintrudelten. Sogar ein goldenes Päckchen war dabei. Die Telefonleitungen standen nicht still, und plötzlich stand auch noch Besuch in der Tür: eine ganze Familie, das Kind hatte für Martha ein Bild gemalt. Das Besondere: Die alte Dame kannte alle diese Leute gar nicht — weder die Briefeschreiber noch die Anrufer. Es waren alles Menschen, die der Seniorin einfach eine Freude machen wollten.

Im Alter kann das Leben zu manchen Zeiten besonders einsam sein. Weihnachten ist so eine Zeit. Und auch Martha Kothe machte in der Adventszeit auf Claudia Krasemann-Witt, der Tochter von Freundin Margarete, einen traurigen Eindruck. „Martha rührt mich so“, sagt die 56-jährige Pronstorferin, der es gut gefällt, wie ihre Mutter und Martha Kothe miteinander umgehen. Sie selbst ist in der Evangelischen Frauenhilfe aktiv und besucht regelmäßig das Haus Goldenbek, um für die Senioren Ballgymnastik anzubieten. So kam sie auf die Idee, einen Facebook-Aufruf für Martha zu starten. Mit ungeahntem Echo.

„Ich dachte, dass man durch Briefe einfach Freude schenken kann und wollte mal testen, wie das ankommt“, sagt Claudia Krasemann-Witt. Doch mit dieser großen Resonanz habe sie dann selbst nicht gerechnet, räumt sie ein. „Es ist so viel Wohlwollen und Liebe, dass man sich erst einmal sortieren musste“, umschreibt sie die für alle — auch die Mitarbeiter im Haus Goldenbek — überraschende Situation. Überrumpelt würde man wohl sagen, aber im ganz positiven Sinn. „Ich habe das Ganze dann am 24. Dezember auf Facebook gestoppt, damit es nicht zu viel wird“, so Claudia Krasemann-Witt. Doch die vielen Likes, das Daumen hoch für „mag ich“ im sozialen Netzwerk, stärkt die Texterin in ihrer Idee.

Facebook-Nutzer sind hin und weg. So schreibt ein junger Mann: „Ein Lächeln schenken, kann so einfach sein. Ich schreibe genau jetzt einen Weihnachtsgruß an Martha!“ „ Ich hol' sofort die coolste Postkarte für die coolste Martha“, schreibt ein anderer Nutzer. Eine junge Frau postete eine Karte, bevor sie sie losschickte, etliche Grüße wurden im Netz an die Senioren gerichtet — und weitergegeben. Die Aktion erntete viel virtuelles Lob.

Für Martha Kothe waren es sehr aufregende Tage, auch anstrengende, von denen sie sich sich erst einmal erholen musste. Gestern saß sie wieder mit den anderen Bewohnern aus dem Haus Goldenbek zusammen — und mit Claudia Krasemann-Witt. Gemeinsam ließ man dieses Weihnachten Revue passieren. „Ach, man freut sich so, aber es waren wohl etliche Menschen, die ich gar nicht kenne“, sagt die alte Dame.

Das Fazit von Claudia Krasemann-Witt: Eine gute Sache, von der alle etwas haben. Für die 85-jährige Martha war es auf jeden Fall ein besonderes Weihnachtsgeschenk: „Sie ist aufgeblüht wie eine Rose“, sagt Claudia Krasemann-Witt.

„Ach, man freut sich so über die schöne Post, aber es waren wohl etliche, die geschrieben haben, die ich gar nicht kenne.“
Martha Kothe, Goldenbek

Heike Hiltrop

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