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Segeberg Martinsmarkt: Trubel zwischen Spenden und Sorgensäckchen
Lokales Segeberg Martinsmarkt: Trubel zwischen Spenden und Sorgensäckchen
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07:22 14.11.2017
Sorgensäckchen und anderes von Doreen Bierbach Gebasteltes findet reißenden Absatz. Wie alle Beschicker hat sie eine Torte und 15 Prozent ihrer Einnahmen als Standgebühr abgegeben, alles andere fließt in den Tierschutz.
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Wahlstedt

Vergangenen Sonntag: Eine Familie schiebt mit Kinderkarre durch das dichte Gedränge aus Hunderten von Menschen. Man grüßt sich, winkt sich zu, lacht. Niemand wirkt gestresst. Wiedersehen mit alten Bekannten, Nachbarn, Leuten, die man kennt, aber denen man schon lange nicht mehr begegnet ist: Das gehört zum Martismarkt in Wahlstedt einfach dazu, ist Teil des Programms.

Dichtes Gedränge am Gemeindezentrum: Die Evangelische Kirche Wahlstedt hat zum Martinsmarkt eingeladen. Voll ist es an der Segeberger Straße 38. Es wird geschnackt, geshoppt und gespendet – für behinderte Schulkinder in Ostafrika, für den Tierschutz und andere gute Zwecke.

Bevor bei Einbruch der Dunkelheit und im Schein etlicher Laternen das Martinsspiel an der Kirche vorgespielt wird, ist Markt. Selbstgekochtes, -geschnitztes, -gestricktes, -genähtes, Reibekuchen, Waffeln, Bratwurst: Für alles finden sich Abnehmer. In Anlehnung an den Heiligen Martin, der einst seinen roten, wärmenden Umhang mit einem frierenden Bettler teilte, wird auch an diesem Sonntag am Gemeindezentrum mit denen geteilt, die Hilfe gut gebrauchen können. Dafür backt jeder der Standbeschicker eine Torte für den Kuchenbasar und gibt 15 Prozent seines Erlöses. „Das ist gerechter. So zahlt der, der geringeren Umsatz hat, auch weniger Standgeld“, sagt Pastorin Brigitte Scheel.

Bummelig 6000 Euro Reinerlös werden das dieses Mal sein. Die Jugendarbeit und die Kirchenmusik, die gerade Posaunenchor-Nachwuchs ausbildet, bekommen etwas. Ein Drittel geht an den Förderkreis Wandumbi. Vor über 20 Jahren als Schulprojekt „Kinder helfen Kindern“ initiiert, ist die Kirchengemeinde Wahlstedt längst ein tatkräftiger Unterstützer. Zwei Behindertenschulen, in Wandumbi und Komothai, erhalten so finanzielle Zuwendung. Der kenianische Staat gibt lediglich einen Bruchteil hierher, einen weiteren Teil steuert die Presbyterianischen Kirche Ostafrika bei. Spenden, wie die vom Martinsmarkt, helfen bei der Entwicklung. Sie haben dazu beigetragen, dass der Ruf der Schulen ein guter ist, mittlerweile dort in verschiedenen Berufen ausgebildet wird. Darum muss in Komothai angebaut werden. „Ein Speise- und Mulitfunktionssaal“, umreißt Projekt-Mitbegründer Hans-Ullrich Vorlauf (63). Standbeschickerin Doreen Bierbach und ihre Mitstreiterinnen geben nicht nur ihren Obolus, sie spenden ihre Einnahmen gar zu 100 Prozent: Alles was nicht die Kirche bekommt, fließt in den Tierschutz, an Pferderetter in Rumänien. „Equiwent“ heißt das Projekt. „Vergangenes Mal konnten wir mit unseren Erlösen die Impfung für 120 Fohlen finanzieren.“

 Von Heike Hiltrop

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