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Segeberg Massive Kostensteigerungen beim Kulturzentrum WortOrt
Lokales Segeberg Massive Kostensteigerungen beim Kulturzentrum WortOrt
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18:58 05.12.2018
„Man steckt nicht drin“: Das neue Schmuckstück der Stadt, das WortOrt, wurde teurer als geplant. Quelle: Wolfgang Glombik
Bad Segeberg

“Man steckt ja nicht drin“, heißt es vom Handwerker so schön, wenn es bei der Altbau-Sanierung teurer wird als gedacht. Der Umbau des Wickelhauses zum „WortOrt“, das im Oktober feierlich eröffnet worden ist, wurde für die Stadt „eine teure Tasse Tee“. Ursprünglich sollte das Projekt ab 2015 zu 90 Prozent mit Bundesmitteln gefördert werden. Die kalkulierten Kosten wurden dafür zwar eingereicht, doch durch vorher nicht absehbare Kostensteigerungen vor und während der Bauphase sei das Ganze viel teurer geworden als gedacht. Zusätzliche Kosten von 520 000 Euro entstanden, die jetzt allein die Stadt tragen muss. Architekt Hauke Kraß musste nun vor dem Bauausschuss begründen, warum aus den ursprünglich veranschlagten 1,74 Millionen Euro mehr als 2,2 Millionen wurden.

Keine Rücklagen gebildet

Es gab wegen der Bestimmungen bei den Förderrichtlinien „nicht einen einzigen Euro Rücklage“ für zusätzliche Kosten oder Unvorhergesehenes, das während der Bauphase auftreten konnte, berichtete der Architekt, der eine lange Liste von Überraschungen beim Bau und vor allem der Sanierung des alten Hauses erleben musste.

Das städtische WortOrt wurde viel teurer als vorher geplant. Quelle: Wolfgang Glombik

Nur ein Beispiel: So habe es eine zusätzliche Auflage bei der Baugenehmigung gegeben, die Umrandung des Kita-Dachgartens auf dem WortOrt-Haus nicht einen Meter hoch, sondern mit einer Höhe von 1,50 Metern zu bauen. Die Unfallkasse habe das gefordert, berichtete der Architekt im Bauausschuss. Insgesamt fielen schon durch erforderliche Nachbesserungen bei der Baugenehmigung mehr als 55 000 Euro Zusatzkosten an.

Schon in der Rohbauphase seien 125 000 Euro mehr aufgelaufen. Es seien kaputte Grundleitungen gefunden worden, die ersetzt werden mussten, bei Erdarbeiten habe es „Bodenhindernisse“ gegeben. Schadhafte Tonrohre, fehlende Sohlen, die bei Sondierungsbohrungen nicht aufgefallen waren. „Da gab es an manchen Stellen nur Bröselbeton, damit konnte man nichts anfangen“, berichtete der Architekt. Auch für den Brandschutz mussten 65 000 Euro mehr ausgegeben werden. So sei eine teure Brandmeldeanlage nachgefordert worden. Insgesamt summierte sich das auf fast 520 000 Euro mehr Gesamtkosten.

Stadt bleibt auf Mehrkosten sitzen

Bad Segebergs Bauamtsleiterin Antje Langethal erklärte, dass es trotz aller Versuche der Stadt leider beim Bund „keine Nach-Förderung“ gebe. Die Stadt bleibe also auf den Mehrkosten sitzen, könne das aber mit anderen, nicht angefassten Projekten, finanziell ausgleichen. Kostenüberschreitungen in dem Ausmaß wie beim WortOrt habe es selten gegeben. „Das ist ärgerlich“, aber bei Bauprojekten der Stadt seien sie sonst die Ausnahme, betonte Langethal gegenüber verständnisvollen Politikern. Bei den 30 Bauvorhaben vergangener Jahre seien 85 Prozent der Projekte im Rahmen geblieben, teilweise sogar günstiger geworden.

Auch mit den unerwarteten Zusatzkosten sei beim WortOrt viel erreicht worden. So seien die Kosten deutlich geringer, als wenn die Stadt ein neues Archiv hätte bauen müssen. Langethal erinnerte an die Eimer, mit denen man Regenwasser im Haus auffing, an die Schäden durch Feuchtigkeit und die früher schlechten Lagerbedingungen für Archivmaterialien.

Wolfgang Glombik

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