Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Segeberg Mautflüchtige Trucker riskieren Brückeneinsturz
Lokales Segeberg Mautflüchtige Trucker riskieren Brückeneinsturz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:26 26.06.2013
Auf frischer Tat ertappt: Tiefbauleiter Nils Petersen verfolgt den Fahrer des 40 Tonners. Quelle: Foto: Glombik

Das sei nun wirklich kein Einzelfall, dass Schwerlastverkehr über die Brücke bei Herrenmühle gehe, erklärte gestern der Bürgermeister von Klein Gladebrügge, Arne Hansen, gegenüber den Lübecker Nachrichten. Die Polizei sagte gestern gleichzeitig auf LN-Anfrage, dass von ihrer Seite an der Brücke auf Verkehrsverstöße kontrolliert werde. Wie gestern berichtet, hatten der Leiter des Kreisbauamtes, Thorsten Wolf, und der Tiefbauamtsleiter Nils Petersen bei einer Besichtigung der Baustelle an der maroden Travebrücke quasi eigenhändig einen Lastwagenfahrer gestellt, der mit seinem 40-Tonner ohne Rücksicht über die nicht ausreichend tragfähige Brücke gefahren war. Sie fotografierten das Nummerschild, stellten den Fahrer zur Rede und wollen Anzeige erstatten. Im Brückengewölbe waren zur selben Zeit Mitarbeiter einer Lübecker Baufirma bei der Arbeit. Wäre die historische Brücke durch das Befahren des Schwerlastverkehrs eingestürzt, hätte es Tote geben können.

Ein Mitarbeiter der Firma berichtete, dass sehr häufig gegen die Gewichtsbeschränkung verstoßen werde. „Da fahren dauernd Laster ‘rüber.“ Dabei werden die Autofahrer vor der Travequerung mehrfach durch die Beschilderung gewarnt, dass die Brücke nur für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen zugelassen ist. Trotzdem hielten sich viele Autofahrer nicht daran. „Das ist richtig heftig“, bestätigte der Bürgermeister. Arne Hansen kann aus seinem Arbeitszimmer täglich beobachten, was für Lastwagen aus Richtung Herrenmühle kommen. „Die kacheln dann hinterher durch unser Dorf.“

Es gibt laut Hansen mehrere „fatale Gründe“ für Brummifahrer, den gefährlichen Schleichweg über Herrenmühle zu nehmen. „Mautflüchtige“ wollen acht Kilometer auf der Autobahn und damit die Gebühr einsparen, außerdem versuchen sie so die Staus bei Bad Segeberg zu umgehen, riskieren lieber den lebensgefährlichen Törn über die baufällige Brücke. Außerdem führen Navigationsgeräte viele Autofahrer nach Herrenmühle. Und für viele Lastwagen, die zum Gewerbegebiet nach Bad Segeberg wollten, sei das außerdem „die traditionelle Strecke“.

Kontrolliert werde dort nach Einschätzung von Hansen überhaupt nicht. Nach dem Motto „Hält doch, geht doch“ riskierten deshalb sogar vollbeladene Kieslaster von den nahen Kiesgruben den Weg über die Brücke. Hansen habe sich beim Kreis beschwert und darüber gewundert, dass dort überhaupt nichts dagegen unternommen werde. Hansen kämpft seit langem gegen die Pläne, bei Herrenmühle eine neue Travebrücke zu bauen. Er ist dafür, die alte Brücke im Bestand zu sanieren. Dafür müsste die Strecke allerdings längerfristig gesperrt werden. Das sei aber politisch nicht gewollt, so Hansen.

Polizeisprecherin Silke Westphal betonte gegenüber den LN, dass die Brücke bei Herrenmühle „immer wieder“ beobachtet werde. Zuständig sei die Polizeistation Geschendorf, die Kollegen würden im Rahmen ihrer Streifenfahrten kontrollieren. Der Polizei sei bekannt, dass es dort immer wieder Verstöße gegen die Verkehrsvorschriften gebe. Auch das Bezirksrevier in Bad Segeberg sorge in unregelmäßigen Abständen für Kontrollen. „Wir können dort aber nicht rund um die Uhr jemand abstellen“, so die Sprecherin.

„Da fahren dauernd Laster ‘rüber.“
Brückenarbeiter

bei Herrenmühle

Wolfgang Glombik

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

43-Jährige bei Unfall zwischen Trappenkamp und Rickling schwer verletzt.

26.06.2013

Der Alptraum eines jeden Autofahrers ist gestern Vormittag auf der A 21 bei Bornhöved für einen Opelfahrer wahr geworden. Ein Geisterfahrer kam dem Meriva des 70-Jährigen entgegen und flüchtete anschließend unerkannt.

26.06.2013

Damit hatte der Täter vermutlich nicht gerechnet, der gestern eine Spielhalle in Kaltenkirchen überfallen hat. Es ist 4.15 Uhr, als der vermummte aber eindeutig männliche Täter die Spielhalle an der Schützenstraße in Kaltenkirchen betritt und von dem Mann am Tresen Geld fordert.

26.06.2013
Anzeige