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Segeberg Mehr Hilfe bei Gewalt gegen Kinder
Lokales Segeberg Mehr Hilfe bei Gewalt gegen Kinder
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07:25 14.11.2017
„Körperstrafen“ wurden in Deutschland 2000 abgeschafft. Kinder und Jugendliche haben das ausdrückliche Recht auf gewaltfreie Erziehung.

Ein neues Gebäude ist mit dem Kinderschutzzentrum nicht verbunden. Das ist auch gar nicht nötig, weil der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) als Betreiber mit seinen Fachberatungsstellen in beiden Kreisen sehr gut vertreten ist. Beraten wird in Ostholstein in Bad Schwartau, Burg auf Fehmarn, Heiligenhafen, Malente, Neustadt und in Oldenburg sowie im Kreis Segeberg in Bad Bramstedt, Bad Segeberg, Bornhöved, Henstedt-Ulzburg, Kaltenkirchen undTrappenkamp.

Prävention soll betrieben werden, ganz praktische Hilfe im Einzelfall geleistet und am Ende auch die wirkungsvolle Therapie greifen: Mit dem Kinderschutz-Zentrum Ostholstein-Segeberg wurde am Montag das vierte Zentrum dieser Art in Schleswig-Holstein gestartet.

Gerade im ländlichen Raum sei der Kinderschutz in diesen Zentren enorm wichtig, erklärte Silke Duda, Abteilungsleiterin im Kieler Sozialministerium, die anstelle von Jugend- und Familienminister Heiner Garg (FDP) gekommen war, der das Zentrum ursprünglich einweihen wollte, aber bei den Koalitionsverhandlungen in Berlin unabkömmlich ist. Auf dem Land werde Gewalt gegen Kinder eher tabuisiert als in den Ballungsräumen, erklärte Duda. Kinderschutz-Zentren gibt es bisher in Kiel (Träger: Kinderschutzbund), Lübeck (Arbeiterwohlfahrt) und an der Westküste (Diakonie Husum).

„Kinderschutz-Zentren sind Facheinrichtungen für Fragen der Gewalt gegen Kinder – bei sexuellem Missbrauch, Kindesmisshandlung und Kindesvernachlässigung. Kinder befinden sich dann oft in einer existenziellen Notlage, deshalb war es uns wichtig, die vorhandenen Fachberatungsstellen zu einem gemeinsamen Kinderschutz-Zentrum Ostholstein-Segeberg auszubauen und damit die Hilfsangebote in der Region zu stärken“, erklärte Irene Johns, Landesvorsitzende des Kinderschutzbundes. Mit dem Zentrum werde der Kinderschutz in Ostholstein fachlich noch qualifizierter aufgestellt, zugleich werde eine wichtige Versorgungslücke geschlossen, sagte Ostholsteins Landrat Reinhard Sager. Gerade im ländlichen Raum müssten Kinderschutzproblematiken thematisiert werden und die Hilfsmaßnahmen für alle Betroffenen besser verfügbar sein. Die Stärke einer Gesellschaft, so ergänzte der Segeberger Landrat Jan Peter Schröder, zeige sich in deren Umgang mit den Schwächsten – hier den Kindern: „Das Kinderschutz-Zentrum Ostholstein-Segeberg wird ein wertvoller Kooperationspartner für die dezentralen Beratungsstandorte des Jugendamtes im Kreis Segeberg sein.“

Die Fachbereichs-Leiterinnen Silke Krause (Ostholstein) und Silke Ohrtmann (Segeberg) stellten am Montagvormittag bei der Einweihung Beispiele aus der konkreten Arbeit vor, dazu hatte Moritz Boll einen Kurzfilm geschaffen, der die dezentrale Arbeit des Zentrums dokumentiert.

 Von Lothar H. Kullack

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